Der Bach rauscht lauschig vor sich hin. In einem schmalen Zulauf dreht sich ein Wasserrad. Der Brunnen plätschert unter Schatten spendenden Bäumen. Die ersten Radler trudeln als Vierer-Gruppe am Dorfplatz in Degerfelden für die Velo-Sterntour nach Dossenbach aus dem BUND-Erlebnisprogramm ein. Es fahren noch vier weitere Männer und Frauen vor. „Wie war es im Urlaub?“, heißt es da und: „Hast du ein neues Rad?“ Man kennt sich. Gabriele Zissel von der organisierenden IG Dinkelberg stellt die Route vor und erläutert kurz die Entstehung des Dinkelbergs sowie seine Namensgebung. Der Bergrücken erhielt 1806 seinen Namen nach dem zentralen Rodungsgebiet bei Eichsel und Adelhausen, wo Dinkel angebaut wurde.

Zur Velo-Sternfahrt nach Dossenbach brechen die Teilnehmer nicht nur in Degerfelden auf, sondern auch auf dem Schulplatz in Wehr und am Rathaus in Lörrach-Brombach. In Brombach sind sie zu zwölft gestartet und ebenso viele Radler fuhren aus Wehr zum Gasthof Hirschen in Dossenbach. Die Degerfelder fuhren über den Dinkelberg, durch Eichsel, Adelhausen und Nordschwaben nach Dossenbach zum Treffen mit den zwei anderen Gruppen. Für die Degerfelder Gruppe stand nach dem gemeinsamen Mittagessen und der Führung über den Herwegh-Weg die Rückfahrt über Riedmatt, am Rhein entlang über Warmbach nach Degerfelden an. Insgesamt 35 Kilometer mit 320 Höhenmetern Aufstieg bewältigen die neun E-Bike-Fahrer auf der Rundfahrt.

In seinem Erlebnisprogramm bündelt der BUND die Angebote verschiedener Gruppierungen, wie auch die Velo-Sternfahrt der IG Dinkelberg. Die IG möchte den Dinkelberg als Naherholungsraum auch der eigenen Bevölkerung bekannter machen, erklärt Gabriele Zissel. In der IG sind etwa verschiedene Dinkelberg-Dörfer, der BUND, die Dinkelberger Landfrauen und der Verein für Heimatgeschichte Grenzach-Wyhlen vertreten. Neben einer Freizeitkarte für den Dinkelberg hat die IG als neustes Projekt eine Karte mit sechs E-Bike-Touren aufgelegt. „Wir wollen das Naherholungspotential aufwecken“, sagt Zissel. Die Route der Degerfelder Gruppe entspricht der sechsten Tour der neuen Karte und trägt den Namen Panorama-Rundweg aufgrund des guten Ausblicks vom Dinkelberg.

Lothar Wihan aus Karsau macht gerne Radtouren und sein historisches Interesse kann er bei der Velo-Sternfahrt noch mit der gemeinsamen Führung über den Herwegh-Weg in Dossenbach verbinden. „Ich wäre auch ohne Führung mitgefahren, aber die Kombination finde ich gut“, meint Wihan und Ehefrau Christa Wihan erzählt: „Ich fahre keine so großen Touren wie mein Mann. Ich fahre den Sommer über kürzere Strecken, zum Einkaufen oder nach Bad Säckingen.“ Wie die anderen Teilnehmer sind die beiden mit E-Bikes ausgestattet. „Ich mache gerne Ausflüge und die Aussicht etwas über Herrn und Frau Herwegh zu erfahren, freut mich“, sagt Eva Schlenker-Gorenflo, die sich in dem Thema schon etwas auskennt und hofft, noch etwas Neues zu erfahren.

Im Gasthof Hirschen stillen die Radfahrer ihren Hunger mit Schnitzel und Pommes, Toast Hawaii oder Wurstsalat mit Käse, bevor es zu der Führung über den Herwegh-Weg mit dem früheren Ortsvorsteher Kurt Vollmer geht. Vollmer berichtete kenntnisreich von der badischen Revolution und den Freischärlern um Georg Herwegh, die bei einem Gefecht bei Dossenbach am 27. April 1848 von württembergischen Truppen besiegt worden waren.

Herwegh und seine Frau Emma flüchteten anschließend über Karsau in die Schweiz. Auf dem Friedhof in Dossenbach erinnert heute noch ein Gedenkstein an die Herweghsche Freischar. Nach der informativen Führung machten sich die E-Bike-Fahrer auf ihren jeweiligen Heimweg.

Info: Die Freizeitkarte für den Dinkelberg und die Karte E-Bike-Touren können in der Tourist-Info in der Karl-Fürstenberg-Straße 17 in Rheinfelden montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 13 Uhr bezogen werden.