Mit rund 11 000 Teilnehmern im Jahr und 24 000 Unterrichtseinheiten gehört die als Verein geführte VHS mit einem Jahresumsatz von rund 1,3 Millionen Euro zu den mittelgroßen Einrichtungen für die Erwachsenenbildung. Genau dieses Format hat Stephanie Krenze (36) zur Bewerbung um die Leitungsnachfolge veranlasst. Die aus Jena stammende Kulturwissenschaftlerin leitet zur Zeit das deutsch-amerikanische Institut in Tübingen und wird sich ab Juni als Nachfolgerin von Gabi Dolabdjian in die Arbeit der Volkshochschule einarbeiten.

Entscheidung fällt dem Vorstand leicht

VHS-Vorsitzender Dieter Meier und seine Stellvertreterin Eveline Klein freuen sich, dass ein nahtloser Übergang gelingt. Das Programmheft zum Semesterbeginn im September wird auch die Handschrift Krenzes tragen. Die Entscheidung für die Kulturwissenschaftlerin ist dem Vorstand nicht schwer gefallen. Meier sprach beim Pressegespräch davon, dass ihre Bewerbung unter insgesamt 27 schon von Anfang an heraus gestochen sei. Die Kür erfolgte in geheimer Wahl.

VHS Rheinfelden gibt es seit 55 Jahren

Die VHS vor Ort zählt mit ihren 55 Jahren zu den jüngeren Bildungseinrichtungen, wird aber zusammen mit den Volkshochschulen Lörrach, Weil am Rhein und Schopfheim eine „Lange Nacht der VHS“ mit Programmpunkten im Zeichen von 100 Jahre Volkshochschule ausrichten, das landesweit gefeiert wird. Damit werden Bildungsinteressierte eingeladen, sich in der Breite zu orientieren. Dieser 20. September vor Semesterbeginn wird auch der Einstieg von Stephanie Krenze sein. Sie spricht auch durch Erfahrungen mit Auslandsprojekten davon, „was für ein Schatz Bildung ist“.

In Rheinfelden betreiben mehr Menschen als im Landesschnitt Weiterbildung, das hat der VHS-Dachverband festgestellt.
In Rheinfelden betreiben mehr Menschen als im Landesschnitt Weiterbildung, das hat der VHS-Dachverband festgestellt. | Bild: Ingrid Böhm-Jacob

Dieter Meier spricht von einer spannenden Zeit

Für Meier ist es „eine spannende Zeit“, die sich anbahnt, das auch noch aus anderem Grund. Die VHS beteiligt sich an der Verbandsinitiative „VHS der Zukunft“. Dazu wurde eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben. „Wir schwimmen nicht im Geld“, sodass sich die VHS keinen Berater leisten könne, der die VHS weiterentwickelt. Gabi Dolabdjian zeigt sich deshalb froh über die Analyse, die auf Angeboten im Programmheft und einer Fragebogenaktion aufbaue.

Ein erster Schritt: Workshop der Zukunft

Dazu fand als erster Schritt ein Workshop der Zukunft statt. In zwei Arbeitsgruppen wurden Entwicklungsfelder abgesteckt und diskutiert. Dabei ging es um kundenorientierte Darstellung, Aktionen und die Homepage. Die zweite Gruppe setzte sich mit den Stärken auseinander, um Profil zu bilden. Mitglieder des VHS-Vorstands, Fachbereichsleiter vom Dachverband sowie die Mitarbeiter der VHS vor Ort wirken mit. Den Blick von außen auf die Arbeit hält die VHS-Leitung für sinnvoll.

Junge Menschen stärker im Auge

Die Nachfolgerin wird sich in die Erarbeitung des Leitfadens einklinken, damit es „gut weitergehen kann“, so Dolabdjian. Vor allem die Zielgruppe junge Menschen hat die VHS stärker im Auge. Die wird unter anderem durch die Ganztagsbetreuung an Schulen berücksichtigt. Meier hält die Bildungseinrichtung für „unverzichtbar“ und sieht viele Schulterschlüsse, auch zu Industrie und Gewerbe. Der Erfolg liege darin, dass die VHS die gesamte Gesellschaft vertrete, Menschen integriere und ermögliche, dass sich Kulturen begegnen. Gesellschaftspolitik zu vermitteln, gehöre zu den wichtigen Aufgaben, „um Demokratie zu stärken“.

Neue Herausforderung im Südwesten

Stephanie Krenze hat in ihrer Laufbahn kontinuierlich Verantwortung übernommen und freut sich nach zehn Jahren in Tübingen auf die neue Herausforderung im Südwesten. Die VHS-Rheinfelden hat sie über die Website als „sehr vielseitig und sympathisch“ erlebt. Bei ihrer Vorstellung meinte sie, dass sie die VHS-Exkursionen nutzen werde, um die noch unbekannte Gegend kennenzulernen.

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