Wird die Bebauung des letzten Baufeldes am Adelberg höher als bisher geplant? Diese Frage hatten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstag zu klären, als es um eine Änderung des Bebauungsplanes ging. Zuvor traf man sich vor Ort zu einer öffentlichen Besichtigung des Stangengerüstes, das die Ausmaße verdeutlichen sollte. Den Anwohnern merkte man ihre Wut über die Planung an. Der Ausschuss sprach sich mit Ausnahme des Oberbürgermeisters gegen die geplante Änderung aus.

Gerüst sorgt für Verwirrung

Das Stangengerüst sorgte für mehr Verwirrung als Erkenntnis. Sehr viele Stangen waren mit sehr vielen Fähnchen aufgestellt. Zum einen wurde gezeigt, wie die Möglichkeiten des bestehenden Bebauungsplans aussehen, andersfarbige Fähnchen zeigten die Ausmaße der alternativen Planungen.

Die bpd Immobilienentwicklung die Grundstücke bebaut, hat sich überlegt, nicht in den bestehenden Hang hineinbauen zu wollen, um der Adelbergkirche mehr Luft zu lassen, wie Gudula Nieke-Mast von bpd erklärte. Statt breiter wolle man höher bauen. Eigentlich vorgesehen war ein vierstöckiger Bau. Die auch von der Stadtverwaltung präferierte Variante sollte auf der Fläche der ehemaligen alten Apotheke errichtet und dafür fünf plus ein Geschoss hoch werden, womit die maximale Höhe laut Bebauungsplan überschritten würde.

Werner Nuss spricht von Schmummelei

„Es wurde schon bei der bisherigen Bebauung massiv geschummelt“, kritisierte Werner Nuss als Vertreter der Altkatholiken, die die Adelbergkirche nutzen. Es sei zugesagt worden, dass die älteste Kirche Rheinfeldens von der Rheinbrücke aus sichtbar bleibe. Jetzt sehe man, dass dies nicht stimme. „Ich glaube gar nichts mehr, was hier gesagt wird“, meinte er enttäuscht. Auch Anwohner äußerten sich kritisch, sowohl über die weitergehende Planung von bpd als auch über die bereits bestehende Bebauung, die massiver sei, als es vorgestellt worden war.

Blick auf die Kirche soll frei bleiben

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erklärte, das der Blick auf die Kirche von der Basler Straße her frei bleibe. Nieke-Mast sagte in der Sitzung, dass man auch von der Rheinbrücke aus die Kirchturmspitze sehen könne, wenn nach den neuen Vorstellungen gebaut werde. Sie betonte, dass es der Firma nicht um Gewinnmaximierung gehe. Man wolle mehr Grün erhalten und nicht in den Hang bauen.

Gemeinderäte sind skeptisch

Wilhelm Hundorf (SPD) forderte, dass man auch bei den bestehenden Gebäuden prüfen solle, ob die im Bebauungsplan vorgeschriebene Grundflächenzahl eingehalten worden sei. Wie Hundorf äußerte auch Dieter Meier (CDU) den Eindruck, die Bebauung sei massiver und dichter, als es vorgestellt worden war. „Alles sieht sehr eng zusammengedrängt aus“, sagte Meier und fügte hinzu: „Ich schreie weder für die alte noch für die neue Variante Hurra.“

„In der Größenordnung kann man das nicht bauen“, zeigte sich Ralf Glück (Freie Wähler) überzeugt. Heiner Lohmann (Grüne) sagte: „Die Bebauung ist so massiv, wie wir sie uns nicht hätten vorstellen können.“ Bis auf den OB stimmten alle Ausschussmitglieder der vorgestellten Planung nicht zu.