Wer von Norden kommend in die Stadt fährt, sieht als zuerst drei 16-stöckige Hochhäuser, die den Eingang am Fécampring bestimmen. Zwei davon gehören der städtischen Wohnbau, eines ist im Besitz einer privaten Eigentümergemeinschaft. Alle drei sind eine Weidenmüller-Planung. Wohnbau-Geschäftsführer Markus Schwamm sieht die Gebäude von Anfang der 1970er Jahre als zukunftsfähig an. Probleme zur Standsicherheit, wie sie in Weil am Rhein aufgetreten sind, seien in Rheinfelden nicht zu erkennen.

Es gibt bedeutende Unterschiede

Seitdem öffentlich bekannt ist, dass in Weil am Rhein die gleichfalls Stadtbild prägenden Hochhäuser nicht mehr zu sanieren sein werden, wird auch in Rheinfelden gefragt, wie es um die Baukörper bestellt ist. Die sind mit Stahlbeton im damals üblichen Betonsandwichsystem an der Außenfassade erstellt worden, also in Plattenbauweise, teilt die Wohnbau dazu mit. Der Bautyp ist verwandt mit den Hochhäusern, die in Weil am Rhein stehen. Dennoch gebe es bedeutende Unterschiede. Für die Wohnbau sind die beiden Standorte nicht unbedingt vergleichbar.

Beide Städte in verschiedenen Erdbebenzonen

Als wichtigster Grund dafür werden die unterschiedlichen Erdbebenzonen genannt. Rheinfelden liegt in Zone zwei und Weil am Rhein in der höchsten Kategorie drei. Vor diesem Hintergrund könne die für Weil ermittelte statische Bewertung nicht eins zu eins auf das Gebäude der Wohnbau übernommen werden.

Pro Gebäude 96 Wohnungen

Für Schwamm gibt es in Rheinfelden keinen Grund für Aufregung. Die Hochhäuser im Wohnbau-Bestand zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Risse an der Fassade oder der Dachhaut seien nicht bekannt. Für eine Kernsanierung gebe es deshalb auch keinen Grund, heißt es. Schwamm dazu wörtlich: „Wir sehen keinen Handlungsbedarf.“ Das Hochhaus Fécampring 30 wurde 1972 erstellt, der Fécampring 26 im Jahr darauf, beide aber erst später an die Wohnbau verkauft. Jeder Baukörper bietet in den 16 Stockwerken rund 8000 Quadratmeter Wohnfläche und hat pro Gebäude 96 Wohnungen.

Unproblematische Vermietungssituation

Bei keinem der Hochbauten am Fécampring gebe es Probleme mit der Standsicherheit, auch die Vermietungssituation stelle sich als unproblematisch dar. Schwamm verweist darauf, dass die Wohnbau unabhängig davon dabei sei, den gesamten Bestand ihrer Liegenschaften aufzunehmen und eine technische Analyse vorzunehmen. Das betrifft um die 2000 Wohneinheiten. Dies gehöre zum ersten Schritt eines angestrebten Gesamtkonzepts der städtischen GmbH für die kommenden Jahre. Vor diesem Hintergrund sei auch eine bereits geplante neue Liftanlage in den Hochhäusern erst einmal zurückgestellt worden.

Grundlage für Investitionsplanung

Die Wohnbau möchte mit einem Gesamtüberblick eine systematische Fortsetzung beim Gebäudeunterhalt erreichen. „Das ist ein normaler Vorgang“, betont Schwamm, und bilde die Grundlage für eine entsprechende Investitionsplanung der kommenden Jahre. Die 16-stöckigen Gebäude am Fécampring wurden 1972 und 1973 im Fertigbaustil erstellt. Die Baugenehmigung sei nach damals gültigen Maßstäben erteilt worden, teilt die Wohnbau mit, die erst später Eigentümer von zwei Baukörpern wurde. Zuletzt wurde dort vor zwei Jahren eine Brandschau durchgeführt.