In jeder Beziehung verdient sich der rote Stadtbus als Erfolgsmodell Respekt. Vor zehn Jahren haben die kleinen gasbetriebenen Fahrzeuge der Südbadenbus Fahrt aufgenommen für eine grenzüberschreitende öffentliche Personenbeförderung zwischen beiden Bahnhöfen. Das Engagement der beiden Rheinfelden für das Projekt zahlt sich aus. Mittlerweile befördert der Sprinter im Halbstundentakt über 325 000 Personen im Jahr.

Als „enormen Gewinn für beide Städte“ bezeichnete Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zum Jahrestag, 8. März, bei einem Treffen der Partner an der alten Rheinbrücke das „sympathische Verkehrsmittel“, das seit zehn Jahren für eine wachsende Zahl von Menschen zu einer wichtigen Beförderungsinitiative geworden ist.

Möglich gemacht hat die Stadtbuslinie 7312 die Schließung der alten Rheinbrücke 2008 für den privaten Verkehr. Mit dem Ende der täglichen Verkehrsstaus zwischen beiden Rheinfelden wurde der Weg für dieses Angebot an den Langsamverkehr möglich, erinnerte Eberhardt rückblickend auf die Entwicklung. Dabei bekräftigte er, dass die Brückenschließung auch wenn sie kontrovers diskutiert wurde, sich vorteilhaft für die Stadtentwicklung ausgewirkt habe. Die wachsenden Fahrgastzahlen seit dem Start bestätigen dass der „Bus eine gute Route fährt“ und die 28 Haltestellen auf der knapp 8 Kilometer Strecke gut gewählt sind. Für den OB ist bei dieser Erfolgsgeschichte der Bus „aus dem Nahverkehr der Stadt nicht mehr wegzudenken“ und ein „Alleinstellungsmerkmal am Hochrhein“.

  • Wichtiger Halbstundentakt: Mit 14 Sitzplätzen und 20 Stellplätzen erfülle der Sprinter seinen Zweck gut, verdeutlichte Uwe Mühl für die Südbadenbus. Gerade Senioren mit Rollator wissen die Verbindung zu schätzen. Als maßgeblichen Erfolgsfaktor sieht er auch den Halbstundentakt und die im Laufe der Jahre mit beiden Städten vorgenommenen Fahrplanverbesserungen durch Erweiterung von Haltestellen und erweiterte Linienführung, sodass sich „der Rheinfeldenbus nicht zu verstecken“ brauche. Bevor die Linie mit einem Kleinbus an den Start ging, ist die SBB aber auch schon über die Grenze verkehrt.

Seit 1995 werden die beiden Bahnhöfe auf badischer und Schweizer Seite angefahren mit einem großen Bus. Heute nutzen die schnelle grenzüberschreitende Verbindung über den Rhein im Jahr rund 100 000 Fahrgäste. Am stärksten frequentiert sind die Bahnhöfe als Haltestelle. Dies belege, dass das ÖPNV-Angebot gerade auch von Berufspendlern genutzt wird.

  • Funktionierendes Angebot: Auch für die schweizerische Nachbarschaft stellt die Linie 7312 eine stolze Errungenschaft dar. Stadtrat Walter Jucker erinnerte an die weit reichende Vorgeschichte und die ersten Überlegungen 1991 einen öffentlichen Verkehr über die alte Rheinbrücke einzuführen, wenn mit der Autobahnverbindung der Verkehr europäisch geleitet wird. Jucker bestätigte, dass der Stadtbus der auf Schweizer Seite zwei Linienäste bedient sehr gut funktioniere und eine sinnvolle lokale Ergänzung biete. Mit Haltestellen im Abstand von 300 Metern wird das Stadtgebiet als „lückenlos erschlossen betrachtet. Als ganz wesentlich gilt, dass der Transfers zu den Bahnhöfen stimme.
  • Die Fahrzeuge: Der Sprinter wird weiter mit Gasantrieb verkehren. Zwei Fahrzeuge mit vier Umläufen und ein Reservebus sind in Betrieb. Für Südbadenbus ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge noch kein Thema. Diese seien noch nicht ausreichend leistungsfähig und zu teuer, heißt es. Damit die grenzüberschreitende Verbindung rollt, zahlt Rheinfelden/Baden im Jahr 150 000 Euro, die Nachbarstadt 100 000 Franken.

Stadtbuslinie 7312

  • Ticketkosten: Im RVL-Stadtverkehr (Baden): Einzelfahrschein zwei Euro, für Kinder 1,35 Euro, auf Schweizer Seite im Tarif TNW bis vier Haltestellen 2,30 Franken, für Kinder 1,80.
  • Fahrgastzahlen: In Deutschland 2017: 162 178, in der Schweiz: 163 672, insgesamt: 325 850. Im ersten Betriebsjahr fuhren 217 239 Personen mit der Linie