Wie barrierefrei ist die Stadt Rheinfelden und wer kann dies objektiv beurteilen? Diese Frage stellte sich am Samstag bei einer Fragebogenaktion des St. Josefshauses, des Arbeitskreises Barrierefreiheit und der Aktion Mensch, die in der Rheinfelder Innenstadt Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Handicaps dazu befragten. Offizieller Anlass für die Aktion gab der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, der am 5. Mai offiziell begangen wird.

Den Veranstaltern ging es bei der Aktion, die in jedem Jahr andere Schwerpunktthemen besetzt, nicht nur um bauliche Maßnahmen, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern können, sondern auch um alltägliche Aspekte wie zum Beispiel die Zugänglichkeit von Transportmitteln und Kommunikationsmedien oder die Teilhabe am kulturellen Leben. Sandra Modrok, Leiterin des Wohnverbundes des St. Josefshauses in der Stadt Rheinfelden sagte, dass viele Passanten, die an der Fragebogenaktion teilnehmen wollten, dann doch nicht mitmachten, weil sie ohne Behinderungen gar nicht objektiv beurteilen konnten, was Menschen mit Behinderungen tatsächlich als Problem wahrnehmen.

Dennoch wurden im Rahmen der Fragebogenaktion deutlich, dass zum Beispiel die grünen Ampelphasen in der Rheinfelder Innenstadt oftmals zu kurz geschaltet sind, um auch Menschen mit Behinderungen das Überqueren von Straßen besser zu ermöglichen. In Bezug auf die Barrierefreiheit wurde vor allem auch der Bahnhofsbereich genannt, wo es hie und da Probleme gibt. Außerdem wurde bei der Fragebogenaktion auch das Fehlen von behindertengerechten oder überhaupt öffentlichen Toiletten in der Innenstadt bemängelt. Der Zugang in verschiedene Geschäfte ist darüber hinaus in vielen Fällen besonders für Menschen mit Rollstühlen oder Rollatoren aber auch für Menschen mit Kinderwagen nur schwer möglich. Auch dieser Mangel wurde festgestellt.

Die Ergebnisse der Fragebogenaktion werden nun ausgewertet und sollen dann durch den Arbeitskreis Barrierefreiheit an die Verwaltung der Stadt weitergeleitet werden, um Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen zu erreichen. Die Aktion Mensch, die ebenfalls an der Aktion mit entsprechenden Infomaterialien beteiligt war, verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Inklusion barrierefreie Lebens- und Sozialräume benötigt, daher müssten alle gemeinsam für eine barrierefreie Stadt eintreten.