Rheinfelden/Schwörstadt (eim) Genau zwischen den beiden Ortsteilen Minseln und Karsau traf Staatssekretär Steffen Bilger auf Mitglieder der Bürgerinitiative. Auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt war gekommen. Er bekräftigte nochmals, dass die Stadt für den schnellen Weiterbau der A 98 eintritt, aber es sei zu bedenken, dass der Dinkelberg eben eine sehr empfindliche Landschaft ist, die stets besonderer Pflege bedarf.

Dem schloss sich auch Uwe Tittmann an, er und Klaus Weber gehören von Anfang an der Bürgerinitiative an, die sich für einen sorgsamen Bau der Autobahn über den Dinkelberg einsetzt. Sie geben ihren Vorschlag einer Überdeckelung nicht auf, zumal diese mit relativ wenig Aufwand zu bewältigen sei. „Wir stellen uns auch gar nicht gegen die Schwörstädter, die natürlich den sehr zügigen Weiterbau befürworten“, hob Tittmann hervor. Aber es sei durchaus gerechtfertigt, sowohl ausreichend Landschaftsschutz als auch Minimierung der Belastungen für die Einwohner von Karsau und Minseln mit zu bedenken. Staatssekretär Steffen Bilger verwies in seiner Antwort darauf, dass der Bundesrechnungshof bereits mehrfach Überdeckelungen kritisiert habe und deshalb wahrscheinlich auch an dieser Stelle eine besonders gute Begründung notwendig sei, um die Mehrausgaben dafür zu rechtfertigen.

Wohlwollen des Bundesverkehrsministeriums für den Autobahnbau erklärte er in Schwörstadt. Sowohl von Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat als auch von Gemeinderäten erhielt der Staatssekretär detaillierte Informationen zur Belastung der Einwohner durch den massiven Verkehrsstrom auf der Bundesstraße 34. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer begründete ausführlich, dass erst die Entscheidung über den Verlauf der künftigen Autobahntrasse in Bad Säckingen getroffen sein muss, bevor der gesamte Abschnitt geplant werden könne.

Doch sowohl die Bürgermeisterin als auch die anwesenden Gemeinderäte verwiesen darauf, dass die unmittelbare Verkehrswirksamkeit geschaffen werden solle, sobald die neue A 98 an der Ortslage Schwörstadt vorbeigeführt ist. Bilger bat um Verständnis für die lange Planungszeit, denn es sei besser, erst die unanfechtbare Variante zu suchen, als später korrigieren zu müssen. Die künftige Autobahngesellschaft habe bereits etliche Unterlagen für die A 98 erhalten und werde nach eigenen Zusagen dieses Projekt vorrangig bearbeitet. Ab Frühjahr 2019 sollte die Planung für den Gesamtabschnitt beginnen können.

Die Gemeinderäte waren mit dieser Aussage keineswegs zufrieden, vor allem Doris Schütz zeigte sich verärgert darüber, dass die Nachbarstadt Wehr mit ihrem vorher unbekannten FFH-Gebiet und dem Vorschlag einer Konsenstrasse für die Schwörstädter Einwohner eine weitere Verlängerung der Verkehrsbelastung um mindestens zehn Jahre bewirkt habe. Sowohl Staatssekretär Steffen Bilger als auch die beiden Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (Lörrach) und Felix Schreiner (Waldshut) sicherten zu, bei den weiteren Diskussionen das berechtigte Anliegen der Gemeinde Schwörstadt auf eine möglichst zügige Weiterführung des Autobahnbaus nicht außer Acht zu lassen.