"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern." Dieses Zitat des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig drückt genau das aus, was der Andheri-Helferkreis der Kolpingfamilie Rheinfelden seit vielen Jahrzehnten tut: Unermüdlich sammeln die Mitglieder Spenden, damit die Menschen in den Slums der indischen Millionen-Metropole Mumbai ein besseres Leben und eine Zukunft haben.

Zehn Waisenhäuser, neun Schulen und 22 Kindergärten

Seit der Gründung des Helferkreises im Jahr 1960 haben die Mitglieder insgesamt mehr als 643 771 Euro eingenommen und nach Indien an die Ordensschwestern der Gemeinschaft "Society of the Helpers of Mary" geschickt, die in Andheri, dem größten Stadtbezirk von Mumbai, tausende Kinder in zehn Waisenhäusern, neun Slum-Schulen, 22 Kindergärten und vielen Vorschulgruppen betreuen. In diesem Jahr sind bereits 15 000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen. "Ich hoffe, bis Ende des Jahres etwa 25 000 Euro nach Andheri senden zu können", zeigt sich Hans Martin von der Kolpingfamilie, der die Spendenaktion betreut, zuversichtlich, dass die Summe bis Jahresende noch steigt.

Benefizkonzert bringt eine schöne Spendensumme

"Wir haben ein beeindruckendes Benefizkonzert für unsere Hilfsaktion Andheri hinter uns, und es war finanziell auch recht lohnend", freut sich Hans Martin. Ende September hatte die Kolpingfamilie zum zweiten Benefizkonzert für das Hilfsprojekt mit dem Vokalensemble "No Limits" aus Herten und der "Choeurs d’hommes Union Concordia" aus dem elsässischen Hésingue in das Pfarreizentrum St. Josef eingeladen. Den Reingewinn beziffert Hans Martin auf 2518 Euro. "Über die dadurch mögliche finanzielle Zuwendung freuen sich die Ordensschwestern "The Helpers of Mary" in Andheri sehr, denn sie sind nach wie vor auf unsere Hilfe angewiesen", schreibt Martin in einem Dankesbrief an die Unterstützer der Aktion.

"Die Marys machten aus mit einen neuen Menschen"

Darin erzählt Hans Martin auch von Reema Chahan, einem Mädchen aus Indien, das im Alter von fünf Jahren Waise wurde. Reema lebte nach dem Tod ihrer Mutter bei Verwandten, erhielt dort aber keine Geborgenheit und durfte auch nicht zur Schule gehen. Ihr Leben änderte sich erst, als ein freundlicher Nachbar sie zu einem Kinderheim brachte, das von den Helpers of Mary geführt wurde. "Die Marys machten aus mir einen neuen Menschen, und ich kann ihnen für die gute Erziehung und Liebe, die sie mir schenkten, nicht genug danken", blickt Reema Chahan, die inzwischen Lehrerin ist, auf ihre schwierige Kindheit zurück. "Jetzt kann ich anderen Kindern das weitergeben, was ich selbst von den Marys erhalten habe", sagt sie.