Begeistert sind die Kindergartenkinder vom Spielen mit Naturmaterialien im Steinfeld und im Erdbuddelbereich. Die zwei Bereiche wurden im November durch Eltern von Kindergartenkindern angelegt und als Projekt durch das Lokale Bündnis für Familie finanziert.

Kinder werden kreativ

„Ich will auch Türme bauen“, ruft Emma und setzt sich auf das Steinfeld. Vorsichtig stapelt sie zwei Kiesel aufeinander, versucht einen weiteren darauf auszubalancieren, dann purzeln die Steine runter. Die Vierjährige probiert es auf ein Neues. Ihr Zwillingsbruder Ben baut ebenfalls Steintürme und die fünfjährige Luna bearbeitet mit einem Kiesel einen Ytongstein, um „Mehl“ herzustellen, aus dem dann Matsch-Pizza gebacken wird. Unweit des Steinfeldes ist mit Holzstämmen ein Erdbuddelbereich eingegrenzt, in dem sich die Kindergartenkinder auch gerne tummeln. Dort kann man richtig im Erdreich graben und matschen und auch allerlei wie Regenwürmer entdecken. Derzeit ist es dafür zu kalt, aber im Sommer haben sie auch Regenwürmer und Feuerwanzen zum Beobachten in den Becherlupen eingefangen, erzählt Luna.

Bündnis unterstützt Projekt

Das Anlegen des Steinfeldes und des Buddelbereichs führten Eltern von Kindergartenkinder des katholischen Kindergartens Sankt Urban im November als eintägige Aktion im Rahmen des Lokalen Bündnis für Familie durch. Eine bei der Sparkasse angestellte Mutter kannte das Bündnis-Projekt „Unternehmen gestalten Gesellschaft“, mit dem Mitarbeiterprojekte finanziell unterstützt werden, erzählt Erzieherin Dominique Brunner, die sich um die Formalien im Vorfeld kümmerte. Die Bewerbung der Projektidee Naturnahe Spielbereiche wurde vom lokalen Bündnis positiv aufgenommen und ein Zuschuss von 1250 Euro gewährt. Neben dem Buddelbereich und dem Steinfeld reichte der Zuschuss dann sogar für die Anschaffung von neuen Becherlupen und anderen Insektensammelboxen sowie Kinderfestzeltgarnituren.

Eigene Spielideen entwickeln

„Wir haben für das kreative Spielen im Innenbereich schon ganz viel gemacht, etwa eine Kisten nur mit Knöpfen bereitgestellt“, sagt Brunner, woher die Projektidee stammte. „Wir wollen das auch auf den Außenbereich übertragen und sind auch jetzt noch nicht fertig.“ Die Erzieher konnten im Außenbereich lange beobachten, dass die Kinder sich auf Fahrzeugen und Rutschen sowie beim Rennen und Raufen austobten, aber nicht in ein kreatives Spiel kamen. Beim kreativen Spiel sollen die Kinder mit einfachen und naturnahen Materialien eigene Spielideen entwickeln. „Wir konnten beobachten, dass Kinder gerne mit Erde und Steinen spielen“, erklärt Brunner. Wo heute der eingefasste Buddelbereich ist, gruben die Kinder einen kleinen Hügel immer weiter ab. „Den abgegrabenen Hügel schützen jetzt die Baumstämme und durch die Eingrenzung ist klar, in welchem Bereich man buddeln darf.“

Positiv für Kinderentwicklung

„Mir macht es viel Spaß“, sagt Ben über das Steinfeld und Luna meint: „Mit den Steinen macht es mir mehr Spaß.“ Rund zehn Eltern halfen bei der Umsetzung der Projektidee und auch einige Kindergartenkinder unterstützten die erwachsenen Helfer tatkräftig bei den Arbeiten. Günstig für das Budget war, dass Eltern auch selbst große Steine aus ihren Gärten brachten, sodass nur kleine Kiesel zugekauft werden mussten. Das kreative Spielen wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus, sagt Brunner, die im Frühjahr eine Fortbildung zum Thema naturnahes Spielen besuchen wird: „Kinder, die kreativ spielen können, haben es in der Schule beim Lernen einfacher.“