Der Kadett C

Das einzige Mitglied des OKCCS, das noch einen C-Kadett fährt, ist Andreas Bähler aus Warmbach, und den fährt er erst seit letztem Jahr. „Den Wagen habe ich von meiner Frau geschenkt bekommen“, erzählt Bähler. Davor besaß der Kfz-Mechaniker nie einen C-Kadett, machte aber schon in den 1970ern in einem Schweizer Sportclub als Mechaniker mit, die mit C-Kadetts Rennen fuhren. „Ich habe nie das Geld gehabt, mir einen zu kaufen, aber von klein auf habe ich geschraubt. Autos sind mein Leben.“ Mit dem Kadett, Baujahr 1977, fährt er aber keine Rennen. Bei dem Auto handelt es sich um den letzten kompakten Opel mit Hinterradantrieb. Der Wagen ist für Bergrennen ausgelegt und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. „Dafür kommt er in den Kurven sehr sportlich raus“, meint Bähler.

Das Treffen

Bis zur Mittagszeit präsentierte der OKCCS wieder 45 Fahrzeuge bei seinem 3. Internationalen Offenen Young- & Oldtimer Treffen in Herten. Dabei beschränkt sich das Treffen nicht nur auf Opel oder gar C-Kadetts, sondern bietet eine breite Palette von Fahrzeugen vom Auto über Laster und Traktoren bis hin zu Motorrädern und Mopeds. Der Vereinsvorsitzende Harald Baumgartner erklärt, dass es auf den Treffen immer ein Kommen und Gehen der Fahrzeughalter gibt. „Da kommen später noch andere“, meint er. Angesichts des trüben Wetters ist er mit der Zahl der Fahrzeuge und der Besucher zufrieden.

Der Volksporsche

Der absolute Hingucker und ein echtes Unikat ist der Volksporsche von 1971, von dem nur fünf oder sechs Stück gebaut wurden, erklärt der Rheinfelder Daniel Mellinger, der den Wagen zum Young- und Oldtimer-Treffen gefahren hat. Der Eigentümer möchte namentlich nicht genannt werden und das Nummernschild montiert Mellinger vor dem Fotografieren ab. Mit dem Volksporsche wurden in den 70ern mit Erfolg Rennen gefahren, auch auf berühmten Strecken wie in Monte Carlo, erzählt Mellinger. Dann war das Fahrzeug für mehr als ein Jahrzehnt verschollen, bis es in Italien wieder auftauchte. „Der Zustand der Karosserie war gut, aber technisch haben wir es neu aufgebaut, also Motor und Elektrik“, erzählt Mellinger.

Andreas Bähler in seinem C-Kadett.
Andreas Bähler in seinem C-Kadett. | Bild: Horatio Gollin

Zweiräder

Die Mehrzahl der Young- und Oldtimer machen Autos aus, aber auch ein gutes Dutzend Zweiräder kann bestaunt werden. Die Schwalbe von Simson ist früher auf den Straßen der ehemaligen DDR gefahren. Seit dreieinhalb Jahren fährt Kolja Schnellbacher eine KR511K von 1974, an der er gerne in seiner Freizeit herumschraubt. „Er hat mich damit infiziert“, verweist er auf Alexander Schubert, der ein tiefergelegtes Modell von 1979 fährt. Schnellbacher erklärt, dass im Einigungsvertrag zwischen der BRD und der DDR festgehalten wurde, dass Mopeds der Firma Schwalbe nicht nur 45 km/h wie andere Mopeds, sondern 60 km/h fahren dürfen. „Da wir beide keinen Motorradführerschein haben, haben wir das zum Hobby gemacht“, meint Schnellbacher.

Der Jaguar

Um die Mittagszeit dürften die ältesten Fahrzeuge zwei Jaguar von 1954 und 1955 gewesen sein. Ronald Egli aus Lax in der Schweiz fährt das Modell von 1954 mit der Farbe British Racing Green. „Ich habe das Fahrzeug erst einen Tag“, erzählt er begeistert. Egli besitzt acht Oldtimer, mit denen er auch Oldtimer-Rennen fährt, allerdings nicht mit dem neuen Jaguar. „Das Flaggschiff meiner Oldtimer“, sagt Egli. Von dem Fahrzeug wurden nur 1000 Stück produziert. Das Fahrzeug war eine Ruine und wurde in einem Hertener Autohaus über eineinhalb Jahre fachmännisch restauriert. Beim Rundgang über das Young- und Oldtimer-Treffen lassen sich echte Raritäten entdecken.