Die Ruhe, die dieser Tage herrscht, ist für das Gelände des St. Josefshauses in Herten sehr ungewöhnlich. Vor dem Hauptgebäude, dem Küchen- und Versorgungsgebäude und auf allen Verbindungswegen ist so gut wie nichts los. Sonst beleben Bewohner und Mitarbeiter von morgens bis abends das Areal, doch nun tun auch hier die Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona ihr Übriges. Dennoch läuft das Leben in allen Gebäuden weiterhin geordnet ab, auch wenn die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.

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Bereits bevor die Landesregierung ihre strengen Vorschriften zur Einschränkung von Besuchen in Krankenhäusern und Heimen erlassen hat, hatte das St. Josefshaus seine Türen geschlossen. Zum Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter wurden alle Besuche unterbunden. Auch alle Schulen sowie die Werkstatt für Menschen mit Einschränkungen wurden geschlossen, ebenso das Café und die Mehrzweckhalle. Da für das St. Josefshaus vor allem die Gefahr besteht, dass die Infektion von außen eindringt, wurden alle Mitarbeiter, die zuvor in Risikogebieten waren, aufgefordert, das St. Josefshaus für 14 Tage nicht zu betreten.

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Bereits seit Beginn dieses Monats beobachtet eine Arbeitsgruppe Pandemie die Entwicklungen im Haus sowie in der Umgebung. Für die alltägliche Arbeit wurden spezielle Festlegungen getroffen, zunächst die Hygienevorschriften verschärft. Ebenso sollen sich Mitarbeiter bei allen Arbeitsabläufen noch häufiger und gründlicher als sonst desinfizieren. Dafür wurden auch die Vorräte an Materialien und Hilfsmitteln weiter aufgebaut. Über alle Maßnahmen werden die Mitarbeiter per Intranet informiert.

Krisenstab eingerichtet

Die Bewohner bleiben derzeit auch tagsüber in den Wohngruppen, dort erhalten sie auch alle Mahlzeiten. Dennoch trifft der eingerichtete Krisenstab Vorkehrungen für eine mögliche weitere Verschärfung der Lage. So wird für den Fall der Infizierung einzelner Bereiche deren Trennung von anderen Teilen des Hauses vorbereitet. Ebenso werden Einsatzpläne der Mitarbeiter so aufgestellt, dass diese ebenfalls in begrenzten Bereichen tätig sein können und so eine Übertragung der Infektion vermieden wird. Die Beschäftigten aus den derzeit geschlossenen Bereichen werden für andere Aufgaben eingeteilt, überwiegend in der Pflege und Betreuung.

Neue Angebote im Blick

Eine Verschärfung der Lage könnte auch drastische Änderungen im betrieblichen Ablauf erfordern. Die Leitung des St. Josefshauses geht davon aus, dass bei einer komplizierten Lage sehr schnell weitere Hilfen von außen erforderlich werden. Deshalb werden ehemalige Mitarbeiter und Menschen, die bereits das St. Josefshaus kennen und helfen möchten gebeten, sich für diesen Fall zu melden. „Die jetzige Situation ist für unsere Bewohner nicht nur wegen der Störung vieler Abläufe kompliziert, sondern vor allem auch wegen des Verlustes vieler sozialen Kontakte“, sagte Andreas Graeff, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im St. Josefshaus. „Gerade dafür entwickeln wir zur Zeit neue Angebote.“

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So wurde erst vor wenigen Tagen das Patronatsfest gefeiert, diesmal in den Gruppen. Zudem werden die Voraussetzungen geschaffen, dass auch per Intranet Gottesdienste gefeiert werden können. Wichtigste Aufgabe bleibt für alle Mitarbeiter, den Kernbetrieb, nämlich die Pflege und Betreuung der Bewohner, unter allen Umständen zu gewährleisten.

Kontakt: Wer im Ernstfall helfen möchte, kann sich per E-Mail (helfen@sankt-josefshaus.de) melden.