• Hanspeter Scholer, Vorsitzender der IG Pro Steg, sagt: „Mit Bedauern nehmen die Befürworter des Zusatzkredites das Abstimmungsresultat zur Kenntnis.“ Es sei den Befürwortern leider nicht gelungen, einer Mehrheit der Stimmenden die Vorteile eines neuen Rheinüberganges aufzuzeigen. „Offenbar überzeugt die finanzielle Kurzsichtigkeit“, sagt er und bedauert eine verpasste Entwicklungschance. „Wo kein Wille ist, ist auch kein Steg.“
  • Benno Mülhaupt ist Sprecher der grenzüberschreitend agierenden Initiative „Nein zum Rheinsteg“ auf deutscher Seite. „Die Freude ist groß auf unserer Seite“, sagt er. Für Rheinfelden sei das Abstimmungsverhalten des Schweizerischen Stimmvolks „ein Glücksfall“. Jetzt könne das Geld, das in den Steg fließen sollte, stattdessen der Verwirklichung wichtigerer Themen zuströmen.
  • Karin Reichert-Moser sieht das anders: „Es wurde schon während der Diskussionen immer gesagt, dass andere Projekte mit dem Geld finanziert werden könnten, aber dem ist nicht so.“ Die Sprecherin der Fraktion der Freien Wähler findet, man müsse das Ergebnis respektieren. „Aufgrund der Kostenentwicklung ist eine Aufwertung für beide Städte wohl nicht mehr gesehen worden“, bedauert sie persönlich den Entscheid.
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  • Anette Lohmann von der Grünen-Fraktion, die nach finanziellen Gesichtspunkten und aus Gründen des Umweltschutzes eine Gegnerin des Projekts war, hat das Ergebnis erhofft, aber nicht erwartet. „Wir als Grüne wünschen, dass das frei werdende Geld in kommunale Projekte für den Klimaschutz fließt“, sagt sie. Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet.
  • Paul Renz, der Sprecher der CDU-Fraktion, findet es schade, dass „dieses sehr nachhaltige Projekt vom Tisch ist“, auch wenn er zugibt, dass die Mehrheit seiner Fraktion dem Steg nach den unvorhergesehenen Kostensteigerungen kritisch gegenüberstand. Die deutsche Seite habe den großen Vorteil der Zweidrittel-Förderung gehabt, während auf Schweizer Seite ein größerer Anteil der Kosten kommunal zu schultern war. Man habe eine Chance vertan, meint er, blickt aber in die Zukunft: Jetzt solle man sich Gedanken um Alternativen machen. Zum Beispiel sollte man Anstrengungen unternehmen, den Rundweg über das neue Kraftwerk so zu gestalten, dass ihn auch Menschen mit Einschränkungen bewältigen könnten. „Oder man könnte dort, wo der Steg geplant war, von Frühjahr bis Herbst eine Fährverbindung einrichten“, überlegt er im Gespräch. Die Entscheidung der Schweiz müsse man respektieren.
  • Alfred Winkler ist am Sonntag für die SPD für eine Stellungnahme zu erreichen. „Ja, ich bin enttäuscht“, sagt er. Zwar sei zu erwarten gewesen, dass das Ergebnis knapp ausgeht. Die Schweizer hätten aufgrund eines höheren kommunal zu tragenden Anteils der Kosten die schwierigere Abstimmung gehabt. Jetzt brauche es ein oder zwei Generationen in Kommunalpolitik und Bürgerschaft, bevor man über ein solches Projekt wieder nachdenken könne. Das Problem an dem Projekt Steg sei gewesen, dass die Brücke nicht wegen eines direkten, akuten Problems hätte gebaut werden sollen, sondern zunächst nur Chancen auf die Zukunft geboten habe.
  • Bea Bieber von der GLP und Dimitrios Papadopoulos von der SVP hatten in der Schweiz das Referendum angestrebt und mit Mitstreitern die dafür erforderlichen Unterschriften gesammelt. Papadopoulos zeigt sich im Gespräch „heiter und erfreut“, dass die Schweizer Rheinfelder sich nicht von unrealistischen Vorstellungen der Befürworter hätten ködern lassen. Es sei ein Zeichen, dass auch künftig eine vernünftige Finanzpolitik in der Zähringerstadt möglich sei. Bea Bieber sah persönlich im Ergebnis des Referendums die Bestätigung, dass es richtig gewesen sei, die Abstimmung vor die ganze Bevölkerung zu bringen. Ihrer Partei sei es vornehmlich darum gegangen, dass alle zu dem emotionalen Thema mit ihrer Stimme beitragen konnten. „Unsere Argumente konnten überzeugen“, sagt sie.