Herr Loch, zunächst vielen Dank für Ihre Hilfe vor zwei Monaten mit meinem Radio und der Kameratasche. Beide Reparaturen bewähren sich bis heute tadellos. Wo ist denn die Grenze des Machbaren?

Von der Größe der Objekte her gibt es die Beschränkung, dass diese ohne Transporthilfsmittel in die Cafeteria getragen werden können, damit wir prüfen und beurteilen können, ob das Gerät noch zu reparieren ist oder besser entsorgt wird. Von der technischen Seite her hört es auf, wenn wir kompliziertere Messgeräte brauchen, gerade im Bereich Elektronik. Reparaturen, bei denen Schweißverfahren notwendig werden, entfallen ebenfalls. Bei Fahrzeugen sind Fahrräder und Pedelecs machbar sowie kleinere Fortbewegungsmittel. Mofas, Motorrädern und Autos sind nicht in unserem Leistungsumfang.

Was bringen die Besucher selten mit?

Zu Beginn hatten wir noch die Idee, auch Holz- oder Textilreparaturen anzubieten. Aber die Nachfrage war sehr gering. Anfangs war dafür auch eine fachkundige Dame im Team. Die Arme war aber wenig ausgelastet und hat sich zurückgezogen. Fahrradbeleuchtungen reparieren und Ketten, Schaltungen oder Bremsen einstellen, war da mehr gefragt. Dieses Geschäftsfeld ist auch deutlich ruhiger geworden. Der Hauptanteil liegt heute bei Elektrik- und Elektronikgeräten.

Übernimmt das Repair-Café eine Gewährleistung?

Nein, beim Ausfüllen der Beschreibung des Defekts durch den Kunden ist ein zweites Blatt beigelegt, auf dem die Kunden unterschreiben, dass vom Repair-Café keine Gewährleistung übernommen wird, wenn Geräte nach der Zerlegung nicht mehr funktionstüchtig sind oder entsorgt werden müssen. Wir sind nur ein Organ zur Beurteilung, ob die Geräte reparabel sind oder entsorgt werden sollten.

Wie kommt es zu Ihrem Engagement im Repair-Café?

Die Leiterin der VHS hatte mich vor einigen Jahren angesprochen, ob ich gewillt wäre, in einem Repair-Café aktiv mitzuwirken. Es werden Freiwillige gesucht, die auf ehrenamtlicher Basis, einmal im Monat für vier Stunden kleinere Reparaturen jeglicher Art übernehmen. Gesucht werden Bastler, am besten versierte Rentner, die auf den Gebieten Mechanik, Elektrik, Elektronik und Holzbearbeitung schon tätig waren oder beruflich in dieser Richtung aktiv waren.

Wo liegt Ihre Stärke?

Meine Stärken liegen im Bereich der Mechanik und der Elektrik. Alle anderen Fachkräfte des Teams sind zusätzlich mit der Elektronik vertraut. Beim Start des Repair-Cafès hatte ich gesagt, dass ich bereit bin, mitzumachen, bis sich ein festes Team gebildet hat. Jetzt haben wir ein kompetentes, fachkundiges Team beieinander, so dass ich mich beruhigt nach vier Jahren langsam zurückziehen werde.

Wie gut ist das Repair-Café besucht?

Die Frequentierung ist zum einen abhängig von den Jahreszeiten, dem Wetter und zum anderen, ob an diesem Samstag interessante Ereignisse oder sportliche Veranstaltungen stattfinden. In 80 Prozent der Fälle sind wir voll ausgelastet, bezogen auf die Anzahl der Reparateure. Es kommt auch vor, dass wir nicht Punkt 17 Uhr unsere Tätigkeiten einstellen, sondern bei Bedarf Überstunden machen. Es ist kein kontinuierlicher Ablauf im Besucheraufkommen, sondern es gibt je nach Uhrzeit einen Besucheransturm oder auch mal eine Flaute.

Und wer kommt ins Repair-Café?

Das Klientel ist im Durchschnitt älter als 60 und hauptsächlich weiblich. Vermutlich, weil die jungen Leute Sachen, die schadhaft sind, entsorgen und neu kaufen. Die Älteren hängen an ihren liebgewordenen Hilfsmitteln im Haushalt. Manche kommen sicher auch, um soziale Kontakte zu pflegen. Wir sind alle nette Reparateure, die gerne Erklärungen geben oder um Mithilfe bei einer Reparatur bitten. Eine nette VHS-Mitarbeiterin kümmert sich um das leibliche Wohl der Kunden und versorgt diese bei Wartezeiten mit Kaffee und Gebäck. Gleichzeitig ist die Dame auch für die organisatorischen Abläufe zuständig.

Was war denn die größte Herausforderung bisher?

Diese großen Fernseher, die mit zwei Personen herein getragen werden, sind schon ungewöhnliche Sachen. Da kommen wir auch an unsere Grenzen. Zum Glück kommt das nicht so oft vor. Die Entfernung eines blockierten Akkus in einem Pedelec war nur mit viel Geduld, sanfter Gewalt und in Teamarbeit möglich. Nach 20 bis 30 Minuten hatten wir es nach einigen Fehlversuchen geschafft.

Fragen: Horatio Gollin

Termin: Das nächste Repair-Café findet am 17. November, 10 bis 14 Uhr, im roten Haus in Rheinfelden/Schweiz statt. Der nächste Termin in der VHS in Rheinfelden (Baden) ist am 15. Dezember, 13 bis 17 Uhr.