Die kleinen Hände der sieben- bis neunjährigen Jugendspieler strecken sich erwartungsvoll bei jedem Spieler des SC Freiburg, der entweder vom Aufwärmen zurück in die Kabine oder später kurz vor dem Anpfiff des Freundschaftsspiels gegen den FC Aarau zur offiziellen Einweihung des sanierten Europastadiums am Donnerstag von der Kabine zurück aufs Feld läuft.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie stehen einige Minuten vor dem Anpfiff Spalier

Die meisten Spieler des SC laufen mit den Gedanken irgendwo anders an den Einlaufkindern der SG Karsau-Minseln vorbei und heben die Hand achtlos in Richtung der Einlaufkinder, die schon einige Minuten vor dem Anpfiff Spalier stehen. Doch die Buben und Mädchen haben eine Riesenfreude, wenn sie die Finger ihrer Idole berühren und feixen miteinander, wem es besser gelingt. Die Buben des SV Herten-Degerfelden und des SV Nollingen haben das Nachsehen: Sie dürfen „nur“ mit den Spielern des Schweizer Zweitligisten FC Aarau einlaufen. Doch sie zeigen sich später, als sie über dem Geländer der Tribüne hängen und das Spiel verfolgen, keineswegs enttäuscht, auch wenn sie keinen der Spieler kennen. „Es wurde dem Zufall überlassen, wer auf unserer Seite einlaufen wird“, erklärt ein junger Nollinger. Und sein Teamkamerad fügt aufgeregt hinzu: „Sie haben uns allen Autogramme versprochen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Die Sympathien gelten klar den Breisgauern

Es ist offensichtlich, bei welcher Mannschaft die Sympathie der 1800 Zuschauer im Europastadion liegt, obwohl auffällig wenig Zuschauer rote Trikots tragen. Auch als die Freiburger in der 23. Minute das erste Tor nach Elfmeter schießen, lässt sich die Tribüne zwar akustisch vernehmen und klatscht begeistert: Für richtige Euphorie fehlt aber wohl selbst bei einem so hochkarätigen Freundschaftsspiel der Nervenkitzel. Selbst Manuel Maier, Trainer der E-Junioren der SG Dinkelberg von Eichsel bis Karsau, kennt keinen der gegnerischen Spieler mit Namen. „Der FC Basel als Gegner des SC wäre natürlich schicker und hätte sicher mehr Zuschauer hergelockt“, findet er.

Alle sind von der Stimmung begeistert

Aber er schätzt die Situation realistisch ein und fügt deshalb gleich hinzu: „Wir sind ja froh, dass überhaupt eine große Mannschaft nach Rheinfelden kommt.“ Auch Julika Baier aus Eichsel, die als einer der rund 100 Ordner und Helfer der neun Rheinfelder Fußballvereine vor Ort ist, ist von der Stimmung begeistert: „So etwas sollte jedes Jahr stattfinden. Die Vereine wären sicher bereit, zu helfen.“ Baier erinnert sich an das Spiel des VfB Stuttgart in Rheinfelden vor etwa 20 Jahren: Damals war ihre Tochter stolzes Einlaufkind.

Den Derbyklassiker Freiburg gegen Basel gab es tatsächlich vor zehn Jahren im Europastadion. Dieter Wild, Präsident des Stadtsportausschusses, hatte auch diesmal bei beiden Vereinen angefragt, aber nur aus Freiburg eine Zusage erhalten. Den Gegner, den sie schließlich 4:2 besiegten, wählten die Freiburger allerdings selbst aus.