Rund 160 Schüler verschiedener Schulen aus Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen versammelten sich am Mittwoch im Bürgersaal des Rathauses. Sie alle wollen sich politisch im Rahmen des Achterrats engagieren. Das für das Schuljahr 2018/19 geplante Projekt soll eine neue politische Beteiligungsform für alle Schüler der achten Klassen sein und ihnen ermöglichen, jugendrelevante Themen zur Entwicklung Rheinfeldens vorzubringen.

Beteiligt an dem Projekt sind die Gemeinschaftsschule, das Georg-Büchner-Gymnasium, die Karl-Rolfus-Schule und die Gertrud-Luckner-Realschule (GLRS). Beim Jugendrathaus in den Sommerferien wurde den damals noch Siebtklässlern die Aufgaben der verschiedenen Ämter im Rathaus vorgestellt. Anfang November wurden gemeinsam mit Udo Wenzl, Kommunalberater, den Mitarbeitern des Jugendreferats und des Hauptamtes sowie den Klassenlehrern, Themenfelder bearbeitet. Diese stehen auch an diesem Mittwoch im Fokus. In mehreren kleinen, thematisch geordneten Diskussionsrunden können die Schüler ihre Ideen an die Mitglieder des Gemeinderates und an die Verwaltung herantragen.

  • Jugendpolitische Themen: Die 14 erarbeiteten Themen drehen sich um Dinge, die die Jugendlichen für wichtig empfinden. Vor allem die Sport- und Freizeitaktivitäten sind vertreten. So finden sich in dieser Kategorie noch extra Themengruppen für einen Skatepark, einen Kunstrasenplatz, einer Rennstrecke für Modellautos, einer Trampolinhalle und auch den Treffpunktmöglichkeiten. Doch nicht nur Freizeitthemen scheinen für die Achtklässler wichtig zu sein. Im Bereich Bildung geht es auch um die Wahlfächer an Schulen, schulübergreifende Angebote und die Sporthalle der GLRS. Auch Themen wie Digitalisierung, Sicherheit in Rheinfelden und Cyber-Mobbing haben ihren Platz bei den jungen Politikinteressierten gefunden.
  • Zuhören und Beraten: Wenzl übernahm die offizielle Eröffnung. Er sprach von einer „Mischung aus Bildung und Jugendbeteiligung“, die hier im Bürgersaal stattfinde. Die Mitglieder des Gemeinderats und des Rathauses hätten damit nicht nur die Aufgabe, die Vorschläge der Jugendlichen anzuhören, sondern auch zu beraten und Tipps zu geben, wie die Schüler ihr Thema erfolgreich in die Politik bringen können. Bei einer kurzen Vorstellungsrunde werden auch die erwachsenen Teilnehmer der Runde vorgestellt. Vom Gemeinderat sind Vertreter der SPD, Freien Wähler und CDU anwesend. Auch sie sind über so viel Beteiligung und Engagement der Jugend begeistert. „Bei so vielen Jugendlichen mache ich mir um die Politik in Rheinfelden keine Sorgen“, freut sich Karin Paulsen-Zenke (SPD).

Unter den Vertretern des Rathauses finden sich auch Bürgermeisterin Diana Stöcker und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Für die anschließenden Themendiskussionen sollten sich die jeweiligen Vertreter zu den Gruppen der für sie relevanten Themen begeben. Die Regel lautete: Für jede Gruppe mindestens ein Erwachsener.

  • Manchmal fehlt noch Struktur: Nach einer knappen Stunde war die Diskussionsrunde auch schon vorbei. Bei einer abschließenden Rückmeldung der anwesenden Vertreter wurden vor allem die vielen Ideen der Schüler und die teilweise sehr konkreten Vorstellungen gelobt. Trotzdem wurde manchen Gruppen eine noch bessere Strukturierung der Themen nahe gelegt sowie eine ständige Vernetzung der Gruppenmitglieder untereinander. Auch Oberbürgermeister Eberhardt sagte, dass die Runde im Bürgersaal von „richtig coolen Themen“ geprägt war. Er selbst erlebte die Schüler sehr „diszipliniert, sachorientiert und kreativ“.

Schon diese Woche soll laut Wenzl ein Termin für die nächste Achterrat Sitzung gefunden werden. Im Frühjahr sollen die finalen Themen dann vor dem Gemeinderat präsentiert werden.