Die historischen Fahrzeuge lockten trotz schlechten Wetters zahlreiche Interessierte aus der ganzen Region an.

John Vogel, der sich seit 25 Jahren für Oldtimer interessiert, war aus Bad Säckingen gekommen. Er geht mehrmals im Jahr auf Oldtimer-Treffen, besitzt aber selbst keinen. „Mir haben es besonders die Autos aus den 50ern, 60ern und frühen 70ern angetan, weil ich die aus meiner Kindheit kenne und damit viele Erinnerungen verbinde. Auch von der Form her sagen die mir mehr zu als modernere Modelle“, erklärte der Oldtimer-Begeisterte.

Heike Saub und Dietmar Stremlow waren sogar aus Waldshut-Tiengen angereist. „Was man sieht, ist sehr interessant. Schöne Fahrzeuge, ganz unterschiedliche Typen“, sind sich die beiden einig. Und Lutz Martin aus Rheinfelden fand: „Es ist super, dass bei so einem Wetter so viele Leute da sind.“ Er wollte ebenfalls mal wieder Autos aus seiner Kindheit sehen. „Der B-Kadett oder der Käfer, das sind Autos, wie sie zu meiner Jugend auf den Straßen unterwegs waren“, sagte Martin.

Den Opel Kadett B von 1968 nennt Thomas Schlub aus dem schweizerischen Rheinfelden sein Eigen. „Den hab ich mit 26 als mein Jugendauto gekauft“, erzählte Schlub. „Der wurde noch in der Schweiz zusammengeschraubt. Als wir eine Familie gegründet haben, hab’ ich ihn als Oldtimer angemeldet.“ Er hat daheim noch einen zweiten Oldtimer stehen, einen Citroën 5HP von 1925. Von dem Oldtimer-Treffen im Tutti-Kiesi zeigte er sich begeistert und meinte, dass er es begrüße, wenn es regelmäßig in Rheinfelden veranstaltet werde. Um die 90 Old- und Youngtimer konnte man über den Tag hinweg sehen.

Manche Eigentümer waren nur morgens da, andere fuhren mit ihrem Schmuckstück erst nachmittags ein. Die veranstaltende Wisem GmbH hatte vor allem in den sozialen Netzwerken und speziellen Internet-Foren wie Traktorfreunde Dinkelberg und Badische Oldtimer Freunde für die Veranstaltung geworben. „Wir haben Oldtimer ab den 30ern da und das geht hoch bis zu Youngtimern aus den 90ern“, erklärte Jürgen Noller von Wisem. Nollers Frau Yvonne war mit dem Mercedes 280 SE aus den 60ern gekommen und er zeigte seinen Peugeot 203 von 1956. „Den hab ich irgendwann mal erblickt. Der stand unter einer Autobahnbrücke bei Murg-Niederhof völlig eingestaubt mit rotem Sand“, erzählte Noller. Er fragte sich durch und erfuhr von einer älteren Frau, die ihn da abgestellt hatte. Er machte sie ausfindig und kaufte ihr den Peugeot kurzerhand ab.

Mit dem Besucherzuspruch war Noller zufrieden. „Bei gutem Wetter wären doppelt so viele gekommen“, ist er sich sicher. Vorbereitet waren die Veranstalter jedenfalls: Es gab zwei Grillstände, die die Gäste mit heißen Bratwürsten versorgten und über die „Theke“ eines alten VW-Busses heraus wurden Crêpes verkauft. Es gab eine Kuchentheke und einen Getränkebrunnen. Das regnerische Wetter verhinderte allerdings den Aufbau der Hüpfburg für die Kinder und auch die Auftritte der Boogie-Woogie-Girls mussten immer wieder hinaus geschoben werden. Actionreiche Unterhaltung fanden die Kinder und Jugendliche am Formel-1-Simulator. Das Fazit der Veranstalter fällt trotzdem positiv aus: Das Oldtimer-Treffen möchte Noller als Veranstaltung in Rheinfelden etablieren und nächstes Jahr wieder anbieten.