Adelhausen – Es lief rund – obwohl Abschiedsstimmung in der Luft lag. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, der mit Ringerlegende Adolf Seger den letzten Startschuss gab, sieht es so: „Schade, aber so läuft es im Leben. Ich bedaure, dass der Benefizlauf rund um Adelhausen, der eine Kultveranstaltung im Rheinfelder Sport ist, aufhört, aber vielleicht gibt es doch wieder Initiativen dieser Veranstaltung.“

Minusgrade und wenig Sonnenschein

Gestern, bei Minusgraden und wenig Sonnenschein, wurden um die 300 Läuferinnen und Läufer „losgelassen“. Losgelassen am Start und vom traditionellen Benefizlauf. Die Rundstrecke gehörte den Sportlern. Fans und Schaulustige feuerten sie vor allem im Startbereich Kegelplatz kräftig an. Der Hauptlauf der Männer ging über 10,4 Kilometer, die Jüngsten legten 300 Meter zurück. „Ich laufe mit, weil es heute das letzte Mal ist, und weil es eine so tolle Leistung ist, so viel Geld für den guten Zweck zusammenbekommen zu haben“, freute sich Jörg Nömer, der sonst lieber in die Pedale tritt. Seit 30 Jahren ist Jürgen Schairer mit dem Benefizlauf verwurzelt: „Die ersten zehn Jahre bin ich mitgelaufen, seit zwei Jahrzehnten bin ich Streckenpostenhelfer.“ Es waren viele „Wiederholungstäter“, wie LCM-Vorsitzender Jürgen Schäfer, die an den Start gingen. Bei allen stand der gute Zweck im Vordergrund.

Organisation klappt wie am Schnürchen

Die Organisation von Laufclub Marathon (LCM) Rheinfelden und TuS Adelhausen klappte wie am Schnürchen. Kein Wunder, das Team ist seit drei Jahrzehnten eingespielt. Feuerwehrmänner der Adelhausener Abteilung kümmerten sich um die Absperrungen und eine entspannte Parksituation, Bürger stellten ihre Hofplätze zum Parken zur Verfügung.

Ein quirliges Kommen und Gehen in der Halle

Weiter ging es in der Dinkelberghalle, wo von Anfang an ein quirliges Kommen und Gehen herrschte. Einige Besucher kamen extra wegen der legendären Kuchentheke und nahmen süße Stückchen mit nach Hause. Aus diesem Grunde, so Heidi Kuder, die seit 30 Jahren die Theke organisiert: „Heute geben wir ausschließlich fünf Kuchenstücke mit, schließlich soll auch noch was für die Sportler und Gäste zur Auswahl stehen.“ Um die 100 Kuchen und Torten werden jedes Jahr gespendet, einmal waren es sogar 128.

Dank und Lob vom OB für die Macher

Es war ein schönes, letztes Fest des Sports und der Geselligkeit. Bei der Tombola gab es attraktive Preise zu gewinnen. Den Hauptpreis, ein Fahrrad, stiftete wie bei der Premiere und allen folgenden Jahren der ehemaligen TuS-Vorsitzende Thomas Brugger. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt richtete ein großes Dankeschön der Stadt Rheinfelden an die Verantwortlichen des Benefizlaufs, Hannelore Steinebrunner und Thomas Brugger. Sie waren von Beginn an, im Jahr 1989, federführend mit dabei.

Ein Aushängeschild im Süden

Claus Geppert ist der Leiter des Familienzentrums in Freiburg und gehört dem Förderverein für krebskranke Kinder an, auch er war beim letzten Benefizlauf mit dabei und betonte die Wichtigkeit der Veranstaltung: „Adelhausen hat zum Jahresablauf gehört, die erste Veranstaltung im neuen Jahr war stets der Besuch, der Kontakt mit Adelhausen. Dieser Benefizlauf war ein fester Pfeiler, auch finanziell, und das Aushängeschild hier im Süden.“

Ein Raum im Elternhaus heißt "Adelhausen"

Geppert sprach von einer enorm menschlichen Verbindung zu LCM und TuS. Von der Kinderklinik in der Breisgaumetropole berichtete er, dass der Neubau angelaufen ist, und der Bezug auf Ende 2022, Anfang 2023 terminiert ist. Bis dahin werde auch das Elternhaus neu erbaut werden. Gepperts Fazit: „Der Benefizlauf rund um Adelhausen war eine tolle Geschichte die wir nie vergessen werden. Das geht schon deshalb nicht, weil ein Raum im Elternhaus seit 20 Jahren „Adelhausen“ heißt. Mit diesem letzten Benefizlauf auf dem Dinkelberg sind über 200 000 Euro an den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg geflossen.

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