Zur Erinnerung: 2016 hat der Ortsverein den Bürgerbus im Gemeinderat zur Diskussion gestellt. Vorsitzende Eveline Klein will sich mit dem Ergebnis „Das sei nicht nötig“ aber nicht abfinden. Sie möchte einen Umdenkungsprozess im Gemeinderat erreichen, der den Bürgerbus noch als Konkurrenz zum Linienbus betrachte. Die SPD sieht eine Unterversorgung in den Ortsteilen samt Siedlung.

Auf Einladung des Ortsvereins nahmen am Mittwochabend Vertreter der Bürgerbusse Murg und Efringen-Kirchen teil. Sie stellten ihre gut funktionierenden Modelle vor. Einstimmig hat die Mitgliederversammlung deshalb beschlossen, die Stadtverwaltung aufzufordern, sich weiter mit dem Thema Bürgerbus oder Bürgermobil zu befassen. Im ersten Schritt sollen Referenten eingeladen werden, die das Thema im Gemeinderat vorstellen. „Der Bedarf ist da, gerade auf dem Dinkelberg. Wir dürfen den Bürgerbus nicht als Konkurrenz zum Linienverkehr sehen, er soll eine Ergänzung sein und Lücken ausfüllen, die noch nicht abgedeckt sind“, verdeutlichte Klein.

So läuft es in Murg

Monika Duttlinger und Dominik Moosmann von der Bürgerinitiative „Murg im Wandel“ sitzen selber hinterm Lenkrad des Bürgerbusses, der seit fast vier Jahren Menschen der 7000-Einwohner-Gemeinde kostenlos transportiert. Anfangs waren die Fahrer – darunter ein pensionierter Busfahrer – mit dem Geschäftsauto der Gemeinde mit Elektroantrieb unterwegs. Die SBG nahm den vertakteten Wochenend-Fahrdienst mit in ihren Fahrplan auf. Waren es zu Beginn überwiegend ganz junge Menschen, die mitgefahren sind, so kamen Erwachsene hinzu, auch waren Leute innerhalb der vier Ortsteile unterwegs. Der Bürgerbus wurde so gut frequentiert, dass Zusatzfahrten erfolgten. Der Bürgermeister hat 2015 veranlasst, dass Geld für ein größeres Fahrzeug eingestellt wurde. Mit dem Gewinn des Faktor-5 Sun 21-Preises in Basel erfuhr das Projekt die erste überregionale Anerkennung und ein Preisgeld über 5000 Franken. Seit 2016 wird mit einem Sieben-Sitzer-Elektro Nissan gefahren, und zwar von Montag bis Samstag. Der Kauf konnte zu 80 Prozent durch Fördermittel und Sponsorenunterstützung finanziert werden. Bis Ende April wurden 13 580 Fahrgäste klimaneutral befördert.

So läuft es in Efringen-Kirchen

„Unser Bürgerbus fährt seit einem Jahr und er läuft sehr gut“, resümierte Christiane Breuer vom „9er Bürgerbus Efringen-Kirchen“, der immer dienstags und freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr in der Hauptgemeinde und den neun Ortsteilen fährt. Die Fahrgäste werden zuhause abgeholt und heimgebracht, es gibt keinen Fahrpreis, es gibt eine Spendekasse. „Die Leute sind sehr dankbar und spenden gerne. Dieses Geld verwenden wir für unsere Zusammenkünfte“, so Breuer, die von rund 100 Stammfahrgästen spricht. Der Bus gehört der Gemeinde, die 40 000 Euro für das Fahrzeug zur Verfügung gestellt hat, es wurde ein Sponsoring mit 3500 Euro jährlich eingebaut.

Auf die Frage von Margarete Hundorf: „Haben Sie Tipps, wie man die Stadtverwaltung und den Oberbürgermeister für den Bürgerbus motivieren kann?“, antwortete Christiane Breuer: „Wir kommen und berichten.“

„Der Bedarf ist da, gerade auf dem Dinkelberg. Wir dürfen den Bürgerbus nicht als Konkurrenz zum Linienverkehr sehen, er soll eine Ergänzung sein und Lücken ausfüllen, die noch nicht abgedeckt sind.“

Eveline Klein, Vorsitzende