Wenn am Samstag der Herbstrummel auf dem Festplatz im Tutti Kiesi startet, liegen hinter Benni Buhmann und seiner Familie sechs Tage Aufbau und sechs Monate Tour quer durchs Land. Auf Rheinfelden freut sich der Schausteller immer ganz besonders, denn über die Jahre haben sich viele gute Bekanntschaften entwickelt. Wie lange die Buhmanns aus Freiburg schon in die Stadt kommen, weiß der 31-Jährige gar nicht genau. „Seit Ewigkeiten“, sagt er.

Zu Beginn war der Rummel noch auf der Richterwiese, was für die Schausteller eine besondere Herausforderung war. „Um ein Fahrgeschäft zu stellen, waren dann schon mal zwei oder drei Lkw nötig“, erinnert sich Buhmann. Wenn eines im matschigen Untergrund steckenblieb, wurde auch schon mal ein Unimok gerufen. Da hat sich ausgezahlt, dass die Schaustellerfamilie in der Stadt viele Kontakte knüpfen konnte. Auf dem Festplatz finden Buhmanns und die anderen ideale Bedingungen vor.

Elf Tage lang, von Samstag bis zum Tag der deutschen Einheit, werden die Schausteller die Besucher mit Fahrgeschäften und jeder Menge Imbissbuden unterhalten. An denen kommt auch Buhmann nicht vorbei. „Ich mag vor allen Dingen Eis“, sagt er lachend und deutet auf den Wagen von Familie Gierens. „Da gibt es dänisches Softeis, das möchte ich auf jeden Fall probieren.“ Und auch sonst wissen Buhmann und seine Kollegen – darunter im Übrigen auch viele Familienmitglieder – sich zu unterhalten, wenn aufgrund von schlechtem Wetter mal weniger Zulauf herrscht. „Wir spielen dann schon mal ne Runde Büchsen werfen, irgendwie muss man sich die Zeit ja vertreiben.“

Wie viele Gäste auf den Rummel kommen, hat Buhmann noch nie erhoben. „Wir sind da nicht so modern und setzen ein Zählwerk ein oder so.“ Dass bei gutem Wetter mehr Menschen kommen, versteht sich von selbst. Die Prognose für die kommenden Tage hat Buhmann aber noch nicht gecheckt, dafür fehlte ihm schlicht die Zeit. Denn seit acht Monaten ist er stolzer Vater von Zwillingen. „Die Racker halten einen ziemlich auf Trab.“

Seine Frau und Kinder sind mit ihm auf Tour, weshalb er viel Zeit mit ihnen verbringen kann. „Das ist schon ein ganz tolles Leben.“ Schwieriger wird es, wenn die Kinder ins schulpflichtige Alter kommen. Buhmann selbst lebte in dieser Zeit bei einer Großtante, seine Eltern waren beide im Internat. Es gibt aber auch Kinder, die jeweils die Schulen am Ort besuchen, an denen ihre Familie gerade arbeitet. „Das ist nicht das Gelbe vom Ei, aber natürlich besser, als gar kein Schulbesuch“, findet Buhmann. Wie er und seine Frau das einmal mit seinen Kindern handhaben werden, wissen sie noch nicht. „Da haben wir ja noch Zeit.“

Herbstrummel: Samstag, 23. September, bis Dienstag, 3. Oktober, auf dem Festplatz beim Tutti Kiesi.