Die Kirche St. Urban war zur feierlichen Verabschiedung von Pfarrer Albin Blümmel so voll wie sonst nur an Weihnachten. Nach 46 Jahren Wirken in Herten zieht der Geistliche an die Badische Bergstraße, nach Dossenheim. Alle wollten in Respekt und Freundschaft etwas zum Abschied beitragen, es wurden bewegende Stunden, in denen manch Träne vergossen wurde. Blümmel sagte selbst, er sei ein schwankender Mensch an Abbruch und Aufbruch.

Das Gotteshaus war herrlich geschmückt mit gelben und weißen Blüten, der katholische Kirchenchor unter der Leitung von Herbert Winkler sang das Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei aus verschiedenen Messen. Sänger des evangelischen Kirchenchores und vom Jona Chor verstärkten den wunderbaren Gesang, begleitet von einem Orchester. Günter Hässler beeindruckte mit einem brillanten Solo. 45 Ministranten, die Geistlichen Pfarrer Babulski, Pater Franziskus Knoll und Pater Albrecht Wick gestalteten die feierliche Messe mit. Blümmel sagte, es seien so viele Hostien vorbereitet worden wie noch nie. Trotzdem reichten sie nicht, es mussten Gläubige ohne Kommunion weg geschickt werden.

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Im Mittelpunkt seines langen Wirkens stand immer eine lebendige Beziehung zu Christus, über ihn vermittelte er Freude, Hoffnung, Zukunft. Ortsvorsteherin Sabine Hartmann-Müller sagte beim anschließenden Empfang im Pfarrgarten, Blümmel habe den Geist und die Liebe Gottes inhaltsreich zum Ausdruck gebracht und viele neue Wege angestoßen.

Wie segensreich dieses Wirken war, lässt sich auch an Hand derjenigen zeigen, die in seiner Zeit die Berufung zum geistlichen Stand gefunden hatten. Gertrud Heggenberger las deren Namen vor, es waren drei Nonnen, sechs Patres und ein Diakon. Schwester Maria Johanna, Dominikanerin, Pfarrer Albrecht Wick, Konstanz, Pater Hubert Vogt, Bonn und der Dominikaner Franziskus Knoll waren zur Verabschiedung angereist. Im Orchester spielten fünf Streicher, die ebenfalls aus der eigenen Gemeinde stammen.

Der Musikverein Herten unter der Leitung von Karl-Frieder Jülle erfreute das große Publikum unter den schattigen Bäumen des Pfarrgartens mit feierlichen Werken. Auch der Chor stellte sich wieder auf und trug die Ode an die Freude, Gabriellas Song und das Lied „Herten, geliebtes Land“ vor. Dazu gab es Erfrischungsgetränke und allerlei Fingerfood, das Mitglieder der Gemeinde mitgebracht hatten.

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Pfarrer Blümmel wurden zum Abschied Geschenke überreicht, er schüttelte viele Hände, es gab Umarmungen und wehmütige Tränen. Seit zehn Jahren war Pfarrhaushälterin Brigitte Schmied segensreich an seiner Seite tätig. Auch sie wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Rote Luftballons mit der Aufschrift „Sie werden uns fehlen“ wurden in den Himmel entlassen mit dem Wissen um eine ungewisse Zukunft in der großen Seelsorgeeinheit Rheinfelden.