Trubel, Spaß und heitere Verwicklungen verspricht das neue Stück der VHS-Theatergruppe Querfeldrhein. Aufgeführt wird die Komödie „Die Dienstmädchen“ von Carlo Goldoni, die in der Zeit des Karnevals in Venedig spielt. Premiere des vergnüglichen Stücks in Regie von Wolfgang Dreiser ist heute, Freitag, im Campus.

Das Stück des italienischen Komödienautors hat Dreiser gereizt, weil er den Humor und Witz von Goldoni sehr schätzt. In diesem Lustspiel von 1755 steht einmal nicht die vornehme Gesellschaft im Mittelpunkt, sondern das einfache Volk, verkörpert durch die Dienstmädchen. Es war eine typisch venezianische Gepflogenheit, dass die Dienstboten von ihren Herrschaften zum Karneval einen Tag frei bekamen. Da die Dienstmädchen in dem Stück aber kein Geld haben, um sich an ihrem freien Tag zu amüsieren, müssen sie sich alles Mögliche einfallen lassen.

Die gewitzte Zanetta hat einen Nachbarn, den reichen Signor Raimondo, der ein Auge auf ihre Herrin Signora Dorotea geworfen hat. Als sie ihrer Herrin den Ring überreichen soll, verkauft sie stattdessen klammheimlich das Schmuckstück. Die eifersüchtige Gattin des Nachbarn wird misstrauisch, was die „nichtsnutzigen“ Dienstmädchen da aushecken.

Dann gibt noch zwei alte, am Stock humpelnde Signore, die von den lebenslustigen Dienstmädchen nach Strich und Faden ausgenommen werden. Die beiden Alten sind Figuren, die noch der Commedia dell‘Arte nahe stehen. Das turbulente Geschehen gipfelt in den Szenen, wenn sich die Dienstmädchen und die feine Gesellschaft in Kostümen und Masken ins karnevalistische Treiben stürzen und sich beim prächtigen Korso treffen. „Das Stück wird sehr lustig“, erzählt Regisseur Dreiser, „es hat uns schon beim Proben riesigen Spaß gemacht“.

Täuschung, Eifersucht, Betrug und ein wahrer Kostümrausch machen die Inszenierung zu einem unbeschwerten Theatervergnügen. Regisseur Dreiser hat die Komödie aus dem 18. Jahrhundert etwas bearbeitet, aktualisiert und den Schluss abgeändert. Im Original geben die frechen, abenteuerlustigen Dienstmädchen klein bei und kehren reumütig zu ihren Herrschaften zurück. In der Inszenierung von Dreiser gibt es eine überraschende Wendung. „Wir hatten keine Probleme, die Rollen zu besetzen“, freut sich der Theaterleiter.

Fünf Darstellerinnen schlüpfen in die Rollen der Dienstmädchen. Barbara Fleck gibt die pfiffige, freche Zanetta, die den Ring verkauft, Erika Hansmann die aufgetakelte Rosega, die so gern einen Mann hätte und sich jedem Herrn an den Hals wirft, Maria Lo Voi die verführerische, gerissene Gnese, Martina Sporer die reizende naive Meneghina und Janine Lentz die mädchenhafte Titta, die Jüngste im Kreis der Dienstmädchen.

Matthias Lentz und Rudi Oberscheidt mimen die beiden alten Kavaliere. Martin Fleck spielt den noblen Signor Raimondo, Marianne Grundler seine eifersüchtige Gattin. Martina Rauscher ist die umschwärmte Signora Dorotea. Als flinker agiler Bäckerbursche, der etwas von Arlechino hat, ist Thomas Wolf zu erleben.

Viel Aufwand betreibt die Theatergruppe bei den Kostümen und Maskierungen. Die Damen bezaubern in prächtiger Aufmachung mit traumhaft schönen Kleidern mit Reifröcken, Perücken, Fächern, Federn und Masken, die Herren tragen Kniehosen, barocke Gehröcke und von einem venezianischen Schneider extra für den Karneval gefertigte Mäntel. Maria Lo Voi hat aus Venedig originale venezianische Gesichtsmasken mitgebracht. Und zu den Schreittänzen erklingt stilvoll Renaissancemusik.

Termine: Premiere heute, Freitag, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen am 17., 18., 23., 24. und 25. März, 20 Uhr, sonntags 17 Uhr. Vorverkauf Buchhandlung Merkel und VHS.