Für die Sicherheit der Bevölkerung sind mehrere Institutionen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, DLRG und THW sind im Ernstfall zur Stelle. Viele Bürger aber haben nur geringe Vorstellung davon, was die Organisationen leisten und wer für was zuständig ist.

Mit einem Blaulichttag wollen sie deshalb im Juli der Öffentlichkeit Einblick geben und die Aufgabengebiete vorstellen, dabei auch Interesse wecken am Dienst im Ehrenamt und an den Berufsbildern. Die Initiative für den großen Aktionstag liegt beim THW-Ortsverband, der 65 Jahre wird.

Zivilschutzorganisation der Bundesrepublik

Im Domizil in der Römerstraße reihen sich in den Garagen die blau-weißen THW-Fahrzeuge, die mit vielfältigem technischen Gerät beladen sind. Was viele nicht wissen: Der Gebäudekomplex gehört dem Bund. „Wir sind eine Zivilschutzorganisation der Bundesrepublik“, erklärt der stellvertretende Ortsbeauftragte Kevin Kaiser.

Der 33-Jährige hat seine THW-Laufbahn bei der Jugend 1996 aus Interesse an der Technik und am Helfen begonnen. Mit 18 Jahren wechselte er zu den Aktiven und hat sich als Wehrdienstverweigerer auf sechs Jahre fürs THW verpflichtet.

Ortsverband ist auf Beleuchtung spezialisiert

Der Ortsverband ist auf Beleuchtung aller Art spezialisiert. Die Ortsgruppe Lörrach ist bei Wassergefahren gefordert, Bad Säckingen übernimmt Gas-, Wasser- und Stromversorgung als Infrastrukturaufgaben. Zurzeit zählt der Ortsverband Rheinfelden 25 Mitglieder in drei Gruppen, es waren früher bis zu 40 Helfer. Mehr Ehrenamtliche würde sich Kaiser für die Zukunft wünschen, denn an Aufgaben mangelt es nicht.

THW agiert oft in der zweiten Reihe

Das Technische Hilfswerk agiert oft in der zweiten Reihe und operiert nicht wie Polizei, Freiwillige Feuerwehr und das DRK zum Beispiel im Rettungsfall im Vordergrund. Weil die Einsatzaufgaben unterschiedlich sind, stelle das THW laut Kaiser auch keine Konkurrenz dar. Geht es um öffentliche Sicherheit, unterstützt es.

Grundsätzlich kann jeder die Hilfe des THW anfordern

Grundsätzlich kann im Schadensfall jeder technische Hilfeleistung beim THW anfordern. Private tun das aber in der Regel nicht. Dafür leistet der Ortsverband viele geplante Einsätze. In einer Woche zum Beispiel stellt es die Notstromversorgung und Beleuchtung für das Wochenendspektakel Rheingaudi mit Unterhaltungsprogramm im Tutti Kiesi. Beim Nachtradrennen des RSV durch die Innenstadt am 14. Juli leuchten die THW-Leute die Strecke mit Halogen und LED aus.

Beim Trottoirfest stellt das THW die Infrastruktur

Auch beim Trottoirfest ist die Organisation für die Infrastruktur im Einsatz und wenn an der Zollanlage am Hörnle Grenzach nachts gearbeitet wird, leuchtet sie die Baustelle aus. Vorerst letzter Auftrag laut Kalender heißt, die Hütten am Weihnachtsmarkt zu verkabeln. Bis zu 15 Aufträge kommen im Jahr zusammen, dazu Einsätze zur Flüchtlingsunterbringung. Im Vorjahr hat das THW für Gäste aus Fécamp Feldbetten transportiert. Der Fuhrpark umfasst drei Lastkraftwagen mit Technik, Transporter und Anhänger mit Lichtmasten.

Bundesinnenminister ist der oberste Chef

Bundesinnenminister Seehofer ist oberster Chef, wenn es aber um den Unterhalt der Organisation geht, muss sich das THW auch selbst helfen und deshalb jeden Einsatz abrechnen. „Wir machen keinen Gewinn, sondern decken nur die Unterhaltskosten ab“, erklärt Kaiser. Die Helferstunde ist mit fünf Euro veranschlagt, Geräte werden extra berechnet, eine Halogen-Notleuchte kostet etwa zwölf Euro.

Blaulichttag am 22. Juli in der Fußgängerzone

Voneinander mehr erfahren und lernen können die Besucher am ersten großen Blaulichttag. Er wird am Sonntag, 22. Juli, ab 11 Uhr in der Fußgängerzone im Abschnitt Kastanienpark und Karlstraße ausgerichtet. Das Aktionsprogramm befindet sich bei den teilnehmenden Organisationen noch in der Ausarbeitung. Aber fest steht schon jetzt: Es dreht sich alles um das Thema Sicherheit und wie sie garantiert wird. Das Polizeirevier Rheinfelden bringt sich, wie der stellvertretende Revierleiter Bernhard Weis sagte, dabei mit Fahrzeugen und Motorrädern ein und wird auch einen Gurtschlitten vorstellen.

Verkehrssicherheit spielt eine wichtige Rolle

Das Thema Verkehrssicherheit spielt eine wichtige Rolle. Auch die Polizei möchte mit ihrer Teilnahme Interesse an ihrer Arbeit wecken. Nicht nur im ehrenamtlichen Bereich wird dringend Verstärkung gesucht, sondern auch im Beruflichen. Weis kündigt als Teilnehmer auch die Schweizer Polizei an. Informationsstände und Demons­trationen bieten außerdem das DRK, die Freiwillige Feuerwehr, die den Umgang mit Fettexplosionen und explodierenden Spraydosen zeigt, und die DLRG.

Wie eine Betonkettensäge funktioniert

Das THW demonstriert, wie es Gerüstsysteme einsetzt, wie mit der Betonkettensäge gearbeitet wird und was der Plasmaschneider leistet, wenn er Zugänge zu verschütteten Personen herstellt. Das THW wird das Neueste in Sachen Multikopter (Drohne) und schweres Gerät zur Rettung und Bergung vorstellen.

Der Blaulichttag findet am Sonntag, 22. Juli, von 11 bis etwa 17 Uhr in der Fußgängerzone statt.