Rheinfelden Rheinfelder Neujahrsempfang: Blitzlichtgewitter empfängt 600 Gäste

Der gemeinsame Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden Stadtoberhäupter im Bürgersaal wird zum großen Schaulaufen der Gäste. Die Stadtoberhäupter Klaus Eberhardt und Franco Mazzi geben einen Ausblick auf 2015.

Wie Promis fühlten sich die rund 600 Gäste beim Neujahrsempfang im Bürgersaal. Einige reagierten zögerlich angesichts des Blitzlichtgewitters der Fotografen, das sie im Rathausfoyer empfing. „Kommen Sie nur, wir beißen nicht“, sagte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt lachend, der zusammen mit seiner Frau Monika und Stadtammann Franco Mazzi und dessen Gattin Corinne jedem einzelnen Gast vor einer blauen Papierwand, ähnlich wie sie bei Filmpremieren verwendet wird, die Hand schüttelte.

Zu den Menschen, die der Einladung der beiden Rheinfelder Stadtoberhäupter gefolgt waren, zählten neben Vertretern aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Kirchen und Vereinen auch Landrätin Marion Dammann, der neue Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Grenzach-Wyhlen, Tobias Benz, der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster aus Weil am Rhein sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Hidir Gürakar aus Bad Säckingen. Dessen Waldshuter CDU-Kollege Felix Schreiner hatte sich entschuldigt: „Er befindet sich in den Flitterwochen“, wusste der OB.

In ihren jeweiligen Ansprachen betonten sowohl Eberhardt als auch Mazzi die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit ihrer Städte, die sich – angefangen beim Neujahrsempfang über den Fasnachtsumzug und gemeinsame Kulturveranstaltungen – durch den Jahreskalender zieht. Ermutigt von der Goldmedaille beim bundesweiten Gartenwettbewerb „Entente Florale“ im vergangenen Jahr, streben beide Rheinfelden nun nach höheren Zielen: einem Erfolg beim europaweiten Wettbewerb. „Das ist eine Art Grünraum-Champions-League“, scherzte Franco Mazzi und fügte hinzu: „Wir freuen uns auf die Herausforderung.“ Damit die Aussaat erfolgreich aufgeht, verteilten Azubis der Stadtverwaltung unter den Gästen Blumensamen.

Trotz vieler Lacher und heiterer Momente kamen nachdenkliche Worte bei der Veranstaltung nicht zu kurz: Mit dem Satz „Nous sommes Charlie“ (Wir sind Charlie) gedachte Klaus Eberhardt der Opfer des Terroranschlags in Paris, wofür ihm die Zuhörer lange anhaltendem Beifall spendeten. Beim anschließenden Apéro hatten die Gäste Gelegenheit, auf das neue Jahr anzustoßen und ins Gespräch zu kommen.

Wie die Schweizer beim deutschen WM-Sieg halfen

Stadtammann Franco Mazzi beeindruckte beim gemeinsamen Neujahrsempfang mit großem fußballerischen und geschichtlichen Wissen.

Fußball-WM: Wem haben die Deutschen ihren Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 zu verdanken? Natürlich den Schweizern! Das ist jedenfalls die Überzeugung von Stadtammann Franco Mazzi. „Wir Schweizer haben die Messis und Co. im Achtelfinale müde gespielt und zermürbt.“ Außerdem habe es Glück gebracht, dass er beim vergangenen Neujahrsempfang auf Schweizer Boden seinem deutschen Amtskollegen Klaus Eberhardt den offiziellen WM-Ball Brazuca geschenkte hatte. Franco Mazzi gönnt jedoch den Nachbarn den Erfolg vom ganzen Herzen: „Wir trösten uns mit dem FC Basel und seiner Teilnahme an der Champions League.“

Konzil-Jubiläum: Unter demMotto „Die Eidgenossen kommen, einfach nicht bis zu uns“, für das Mazzi im Saal viele Lacher erntete, feiert Rheinfelden/Schweiz 2015 das Konzil von Konstanz vor 600 Jahren. Die Versammlung der Kirchenoberhäupter am Bodensee hatte „für unsere Stadt und den Kanton Aargau größte Konsequenzen“, erklärte Mazzi. Während die Eidgenossen damals in einen Großteil des Gebiets der Habsburger einfielen und sich aneigneten, blieb Rheinfelden österreichisch und wurde zur freien Reichsstadt. Mazzi: „Das war eine Art Lotto-Sechser für eine Stadt zur damaligen Zeit“ und brachte großen Aufschwung. Aus diesem Grund beteiligt sich Rheinfelden/Schweiz am Jubiläumsjahr. (jsc)
 

Die wichtigsten Ziele im Jahr 2015

OB Klaus Eberhardt zählte beim Neujahrsempfang zehn Aufgaben im Pflichtenheft der Stadt auf.

1 Wohnraum soll am Adelberg, in der Goethestraße und in den Ortsteilen geschaffen werden.
2 Gewerbeflächen: Das Gewerbegebiet Einhäge soll erschlossen werden und mit der Evonik arbeitet die Stadt ein Flächenkonzept aus.
3 Innenstadt: Priorität habe für Eberhardt die „Mobilisierung von geeigneten Grundstücksflächen“ in der Innenstadt vor dem Bau einer Fußgängerzone in der Kapuzinerstraße und einer Tiefgarage.
4 Bildungsstandort: Der Oberbürgermeister will auch 2015 weiter in die Schulen der Stadt investieren.
5 Sportförderung: Der Bau eines Kunstrasenplatzes im Europastadion und im Ortsteil Herten soll auf den Weg gebracht werden.
6 Energiestadt: Die Schaffung von Wärmenetzen und einer Solaranlage auf der ehemaligen Deponie in Herten sind weitere Ziele.
7 Verkehr: Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke und die Weiterführung der A 98 Richtung Schwörstadt – „mit Überdeckelung zwischen Kasau und Minseln, versteht sich“, so der OB – bleiben Dauerthemen.
8 Schnelles Internet: Die Leistung des Internets in manchen Orts- und Stadtteilen bezeichnet Eberhardt als „lausig“. Für die Breitbandversorgung stehen deshalb 170 000 Euro im Haushalt bereit.
9 Kultur: Die erfolgreiche Kulturarbeit soll 2015 fortgesetzt werden.
10 Flüchtlinge sollen „menschenwürdiger in unserer Stadt untergebracht werden“, betonte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. (jsc)

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