Bürgerstiftung, Wirtschaftsförderung und Volkshochschule starten Hand in Hand in eine neue Veranstaltungsreihe. Sie soll Menschen die Möglichkeit bieten, kleine Betriebe und große Unternehmen vor Ort direkt kennenzulernen. Das soll zu einem „Wir-Gefühl“ im Gemeinwesen beitragen und damit zur Identifikation mit der Stadt. Der erste Blick hinter die Kulissen findet im neuen und sich noch entwickelnden Gewerbegebiet „Einhäge“ in Warmbach im März statt.

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Die Federführung für das Projekt liegt bei der Bürgerstiftung. Gaby Dolabdjian (Vorstandsmitglied) stellte die Idee dahinter vor und das Interesse der Bürgerstiftung, damit einen weiteren Beitrag in Sinne der Integration zu leisten. Mit Elmar Wendland (WST) und Stephanie Krenze (VHS) hat Gaby Dolabdjian ebenso begeisterte Mitwirkende.

Was ist die Idee?

Dolabdjian und Wendland beschäftigen sich schon seit 2018 mit dem Thema, Firmen mit Sitz Rheinfelden auch für „Normalsterbliche“ zu einem Begriff zu machen und den Wirtschaftsstandort stärker ins Gespräch und öffentliche Bewusstsein zu bringen. Dolabdjian hat dazu auch von den verschiedenen Wirtschaftsgesprächen der Stadt in den vergangenen Jahren die Erfahrung mitgenommen, dass oft nur Namen von Betrieben bekannt sind, aber nicht, was sie leisten, herstellen oder in Umlauf setzen, zum Teil in die ganze Welt. Der Vorstand der Bürgerstiftung „ist sehr angetan von der Idee“, stellt Dolabdjian fest.

Das sind aber auch die Betriebe, die bisher angesprochen wurden. Von keinem habe es eine Absage gegeben, freut sich Wendland. Bei rund 1000 Betrieben vor Ort mit zwei bis über 1000 Beschäftigten könnten sich mehrere Jahre mit Besuchen füllen lassen. Zunächst wird die Aktion auf vier Firmenbesuche pro Jahr beschränkt. Gedacht ist an einen Wechsel von produzierendem Gewerbe, Dienstleistern, Handwerk und Industrie. Gegenseitiges Verständnis zu fördern, gehört zu den weiteren Aspekten, die die Bürgerstiftung damit verfolgt. Wenn sich die Reihe etabliert „ist es ein Selbstläufer“, zeigt sich Wendland überzeugt.

Worin besteht die Kooperation?

Die Rollen für die Reihe „Rheinfelder Betriebe stellen sich vor“ sind klar verteilt. Die Wirtschaftsförderung fungiert dabei als Türöffner bei den Unternehmen, weil sie ohnehin die Kontakte zur Wirtschaft hält. Die Volkshochschule mit ihrem umfassenden Bildungsanspruch erfüllt mit ihrer Aufnahme ins Programm laut Dolabdjian auch den Anspruch zur gesellschaftlichen Integration.

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Die ehemalige VHS-Leitern weiß, von was sie spricht und sieht der Einrichtung auch keine Kosten entstehen. Der einzige Aufwand für die VHS als Multiplikator besteht darin, die Anmeldungen entgegenzunehmen. Das Angebot im aktuellen Programm läuft als Kurs 201-109030. VHS-Leiterin Krenze freut sich dass der Kurs unter dem VHS-Dach stattfindet, damit seien „offene Türen eingerannt“ worden.

Warum die „Einhäge“?

Das im Wachsen begriffene Gewerbegebiet an der B 34 gegenüber Grieshaber ist noch recht unbekannt. Drei Firmen haben dort aber bereits eröffnet: Zerfas – Schankanlagen, Fortext-Kurierdienst und Spedition und Alp-Wohnmanufaktur. Alle drei Unternehmern haben laut Wendland „sofortige Zusage gegeben“. Sie erkennen auch, dass sie damit eine Plattform bieten, um sich bekannt zu machen, auch um Fachkräfte zu finden. Dass sich in der „Einhäge“ in diesem Jahr noch einiges bewegen wird und die Bagger anrollen, davon geht die Wirtschaftsförderung aus.

Das Gewerbegebiet „Einhäge“ vor Warmbach mit den firmen Alp-Wohnmanufaktur, Fortex und Zerfass öffnet sich für Besucher.
Das Gewerbegebiet „Einhäge“ vor Warmbach mit den firmen Alp-Wohnmanufaktur, Fortex und Zerfass öffnet sich für Besucher. | Bild: Ingrid Böhm

Das Gebiet entwickelt sich seit 2017. Vor allem produzierendes Gewerbe und Handwerk siedeln sich dort an. Reiner Einzelhandel, Vergnügungsstätten und Wohnen sind ausgeschlossen. Die meisten der rund 13 Grundstücke sind bereits verkauft. Vor Ort lernen die Teilnehmer den Betrieb mit Besichtigung und Vorführungen in etwa eineinhalb Stunden kennen. Zum Abschluss findet ein Gespräch zum Austausch statt.