Rheinfelden Rheinfelden: Bepflanzung in den Startlöchern

Die Rheinfelder Stadtgärtnerei stellt die Weichen für die nächste Saison. Bei der Verschönerung des Stadtbilds ist auch viel Kreativität gefragt.

Ein Hauch von Frühling Ende Januar, Schnee und eisige Kälte zum meteorologischen Frühlingsanfang – die Wetterkapriolen Anfang des Jahres stellten manch einen vor besondere Herausforderungen. Eher gelassen regierte das Team der Stadtgärtnerei, wo man sich infolge der Klimawandels schon seit einigen Jahren auf solche Extreme eingestellt hat.

„Das ist das Los des Gärtners, wir müssen mit den Gegebenheiten leben und vor allem flexibel sein“, betonen Leiter Hans-Georg Bruttel und Lehrlingsbeauftragter Martin Knoll, der sich noch gut an den Februar 2006 erinnerte, als ein halber Meter Schnee gelegen habe. Aber auch dann steht in der Stadt jede Menge Arbeit an: Gehölze müssen gestutzt oder solche Bäume entfernt werden, deren Vitalität oder Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, erklärt Bruttel. Unterdessen pikieren die Lehrlinge Viktor Gerstenlauer und Nils Humbel im wohltemperierten Gewächshaus bereits die blühenden Boten des Sommers wie unter anderem Begoniensetzlinge oder andere zarte Pflänzchen, die dann nebeneinander in langen Reihen wachsen und gedeihen sollen. Das kräftige Sonnenlicht während der Kälte habe die Gewächshäuser ordentlich aufgeheizt, „dann wachsen sie auch gut“, sagt Knoll. Von diesen idealen Bedingungen profitieren auch Alpenveilchen, Primeln oder „Wintergäste“ wie Agaven und Sukkulenten fürs Kakteenbeet im Salmeggpark, Palmen für den Friedrichsplatz oder andere Gewächse, die später ergänzt mit Wechselflor in verschiedenen Anlagen verteilt werden. Im Gewächshaus daneben werden bei kühleren Temperaturen unzählige Stiefmütterchen „frostfrei abgehärtet“. Sie gehören zu den typischen Frühjahrsblühern, die zusammen mit Ranunkeln, Bellis oder Vergissmeinnicht als erste den geschützten Raum verlassen, um die Stadt wieder bunter zu machen. Manche hätten zwar gelitten, aber man sei sicher, „dass sie wieder neu austreiben“, so die Experten. Unterdessen werden draußen große Menge Jungpflanzen angeliefert, darunter Petunien, Weihrauch oder die seit ein paar Jahren erprobten und bewährten eindrucksvollen Wasserfallpflanzen, die bei der Pergola am Oberrheinplatz einen schönen Anblick bieten.

Laut Bruttel ist es wirtschaftlicher, Jungpflanzen einzukaufen. Zum Selbstziehen müsste man die Gewächshäuser den ganzen Winter beheizen. Optimaler Zeitpunkt für den Umzug nach draußen sei früher nach den Eisheiligen gewesen, „doch sei ein paar Jahren, können wir diese Pflanzen eher ins Freie bringen, ohne große Verluste und mit dem Vorteil dass sie rechtzeitig vor der großen Sommerhitze besser einwurzeln können und wir eventuell Wasser sparen“. So wie bei den dem sonnigen Standort angepassten Stauden auf dem Salmegg-Park oder am Adelberg. Sie profitieren von einem speziellen Pflanzsubstrat und dadurch von einer besseren Durchlüftung, können das Wasser besser zurückhalten und Grunddünger ist vorhanden. Dies würde nicht zuletzt ein großes Maß an Arbeitserleichterung mit sich bringen. Man müsse weniger jäten und bewässern und habe keine unerwünschten Beikräuter in den Beeten. Beikräuter in den Blumenwiesen, so Bruttel, „haben wir allerdings gerne wegen der Insekten, weil der ökologische Gedanke immer mehr um sich greift, diesbezüglich müssen wir als Kommune eine Vorbildfunktion haben“.

Mit Stolz verweisen die Gärtnermeister auf ihre vier kreativen Kolleginnen, deren Aufgabe es ist, das Stadtbild ansehnlich zu präsentieren. Sie können dies selber ganz spontan gestalten. Ergänzt durch vielfältige Deko-Elemente und Naturmaterialien und mit der Unterstützung der Schlosser und Schreiner des Werkhofs gelingt dies auch immer wieder aufs Neue (zum Beispiel am Arag-Kreisel, weiße Bank im Salmegg-Park, bepflanzter Einkaufskorb in der Fußgängerzone). Neue Ideen gibt es bereits. Beim Kreisel an der Müssmattstraße hingegen, bietet die Stauden-Dauerpflanzung „Tanz der Gräser“ einen reizvollen Anblick.

Als neues Projekt nimmt der umgestaltete Eingangsbereich beim Schwimmbad Gestalt an. Kleinstauden und Sträucher wie leuchtend gelber Ginster oder Blauraute und andere Sommerblüher „sollen die Leute genauso erfreuen, wie wenn sie an den Strand gehen“, wünschen sich die Stadtgärtner. Alles in allem freuen sie sich, dass die Leute ihre Bemühungen respektieren. Es gebe regelmäßig ein sehr gutes Feedback. Für beide ein Zeichen, „dass wir wahrgenommen werden“.

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