Bürgerschaftliches Engagement sei wie Schmieröl für die Gesellschaft, sagte Bürgermeisterin Diana Stöcker zur Eröffnung zum „Marktplatz des Ehrenamtes“ am Samstagmorgen auf dem Oberrheinplatz, denn nur mit ihm würde alles funktionieren. Mit rund 20 Teilnehmern beteiligten sich deutlich mehr Vereine und Organisationen als bei der ersten Veranstaltung, was „die Vielfalt des Ehrenamtes sichtbar mache“, so Stöcker.

Und über diese Vielfalt konnten sich die Besucher an den Ständen ausführlich informieren, was auch rege genutzt wurde. „Ich wusste gar nicht, dass man das auch ehrenamtlich machen kann“, sagte beispielsweise eine junge Mutter, als sie den Stand der Bewährungs- und Gerichtshilfe entdeckte und so ging es nicht nur ihr, denn die meisten Besucher fanden es interessant, welche Auswahl an Organisationen zu finden waren.

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„Die Vereine und Institutionen haben hier die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht auch neue ehrenamtliche Helfer zu gewinnen“, so Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur und Mitorganisatorin. Den Erfolg der Veranstaltung zu messen, sei schwer, räumt Bürgermeisterin Stöcker ein. Erfolg zeige sich nicht allein in der Summe der Besucher, sondern zeige sich erst in den nächsten Wochen. „Wenn sich hier gute Gespräche ergeben haben und zum Beispiel eine Kooperation zweier Organisationen zu einem Projekt dabei herauskommt, dann ist das doch auch schon ein Erfolg.“

Ein Spiegel zeigte den Besuchern, wer als Engagierter gesucht sei.
Ein Spiegel zeigte den Besuchern, wer als Engagierter gesucht sei. | Bild: Leony Stabla

Messbar war der Erfolg für den Freundeskreis Asyl, denn die Mitglieder hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sieben „Asyl-Stühle“, die im April für eine landesweite Groß-Installation in Stuttgart gestaltet wurden, kamen auf spektakuläre Weise unter den Hammer. Diana Stöcker, die Gemeinderäte Hannelore Nuß und Felix Rogge, der Leiter des Jugendreferats Andreas Kramer, Caritas Hochrhein Geschäftsführer Rolf Steinegger, Pfarrerin Beatrix Firsching, Pfarrer Joachim Kruse und Pastoralreferentin Simone Zimmermann konkurrierten gleich in doppelter Weise. Sie mussten mit den Stühlen „Reise nach Jerusalem“ spielen und nach jeder Runde der Verlierer den zuvor entfernten Stuhl versteigern. Dabei wetteiferten sie zusätzlich darum, den höchsten Auktionspreis zu erzielen.

Nach anfänglich zaghafter Beteiligung des Publikums steigerten sich Versteigerer und Bieter kontinuierlich im Eifer. Während Bürgermeisterin Stöcker den ersten Stuhl für nur 40 Euro verkaufte, sahnte Rolf Steinegger sagenhafte 107 Euro für den letzten ab und bekam einen Gutschein für einen Privatauftritt der Gruppe „No Limits“ aus Herten. Pfarrer Joachim Kruse siegte bei der „Reise nach Jerusalem“und musste seinen Sitzplatz nicht versteigern, sondern durfte ihn mit nach Hause nehmen. Die Einnahmen kommen dem Freundeskreis Asyl zugute.

Allen Vereinen und Institutionen zugutekommen soll das neue Lastenfahrrad „Rhesi“, das am Marktplatz des Ehrenamts öffentlich präsentiert wurde. Als Ergebnis einer Arbeitsgruppe soll das Engagement-Velo als Werbeplattform und als klimaneutrale Transportmöglichkeit für ehrenamtliche Gruppen, Initiativen und Vereine dienen. Diese können sich das Rad kostenlos über die Freiwilligenagentur ausleihen. Für Privatpersonen ist die Nutzung kostenpflichtig.