Alle waren gekommen: Schüler, Lehrer, Eltern, Vertreter der Stadt und Ehrengäste drängten sich im Lichthof des Georg-Büchner-Gymnasiums (GBG). Gespannt verfolgten sie die Aufnahme in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt von Pate Samuel Koch.

Gemeinsam wollen sie einschreiten

Schulleiter Volker Habermaier eröffnete mit einer kurzen Rede, in der er allen Beteiligten dankte, die dem Goerg-Büchner-Gymnasium zur Aufnahme in das Netzwerk verholfen hatten. Bereits im Winter hatte sich die überwältigende Mehrheit der am Schulleben Beteiligten durch Unterschrift zu den Werten von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekannt. Das bedeutet, gemeinsam einzuschreiten, sobald die Diskriminierung von Menschen mit anderen Überzeugungen, anderer Abstammung oder anderer sexueller Orientierung spürbar wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Die stellvertretenden Schülersprecher Finja Buchholz, Lara Ehrenreich und Daniel Bojti veranschaulichten, was dieses Bekenntnis konkret heißt. Sie zeigten einen Ausschnitt aus dem Theaterstück, das sie im Frühjahr geschrieben und allen Mitschülern sowie dem Kollegium vorgeführt hatten.

Jährlich eine Aktion gegen Diskriminierung

Danach verlieh Landeskoordinator Markus Schädle dem Gymnasium offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Um Teil des Netzwerks zu bleiben, muss das GBG jährlich eine Aktion gegen Diskriminierung veranstalten und diese gegenüber der Landeskoordination dokumentieren.

Samuel Koch berührt die Zuhörer

Dann war es endlich so weit: Samuel Koch hielt Einzug. Wegen eines Staus auf der Autobahn waren er und seine Mutter etwas verspätet eingetroffen. Frenetischer Jubel und donnernder Applaus empfingen den Schauspieler, als er im Lichthof eintraf. Mit berührenden Worten wandte er sich an die Schüler, die ihn zwei Wochen zuvor mit großer Mehrheit zu ihrem Projektpaten gewählt hatten. Koch betonte die Bedeutung des Netzwerks. Jeder Mensch sei wertvoll, völlig unabhängig von äußeren Merkmalen, teilt er mit. Dazu fand er ein treffendes Beispiel aus der eigenen Schulzeit.

Das könnte Sie auch interessieren

In der Grundschule sei er ein guter Schüler gewesen, aber auf dem Gymnasium in Weil am Rhein habe er schnell die erste Fünf in Englisch erhalten. Daraufhin habe sein Vater ihm einen Jojo geschenkt und gesagt: „Für mich bist du immer eine Einsplus.“

Koch betonte die stets liebevolle Zuwendung, die er erfahren habe, unter anderem von seinem ehemaligen Deutschlehrer Hubert Wischnewski. Der war, als ehemaliger Schulleiter des GBG, unter den Ehrengästen und nickte gerührt. Koch und die Schüler des Gymnasiums haben gemeinsam viel vor in den nächsten Jahren. Im Gespräch nach Veranstaltungsende schlug der Pate den Schülern vor, ihn am 9. November nach Berlin zu einer Kranzniederlegung am Holocaust-Mahnmal zu begleiten. Die Schüler des GBG waren begeistert und auch Schulleiter Volker Habermaier zögerte nicht lange: „Die mündliche Zustimmung ist hiermit erteilt, die schriftliche wird folgen.“