Der Wald kann vieles sein: Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Arbeitsplatz, Wirtschaftsraum und Erholungsort. Das Ökosystem muss gepflegt werden, wird immer wieder bedroht, oft durch Menschen selbst. In einer Serie stellt die Badische Zeitung den lokalen Wald mit seinen Facetten vor. Heute geht es um die vielen Facetten das Waldes als Naherholungsraum.

Fernblick vom Eigenturm

Der Blick schweift über das Tal, in der Ferne ist das Schweizer Bergland zu sehen. Eine herrliche Aussicht lässt sich vom Eigenturm genießen, der bei 523 Meter auf der höchsten Erhebung der Rheinfelder Gemarkung steht. Eine Panorama-Tafel erläutert die Namen der Berge des Jura und Hotzenwaldes am Horizont. Der knapp zehn Meter hohe Turm wurde von Hertener und Degerfelder Vereinen errichtet. An seinem Fuß lädt eine Raststelle zum Verweilen ein, dort kann man sich von dem Aufstieg erholen kann. Dieser ist von Herten her leichter zu bewältigen, von Degerfelden her ist er ziemlich steil. Durch den Wald führen beide Wege.

Großes Wanderwegnetz, Grillplätze und Ausflugsziele

Der Rheinfelder Wald erfüllt mit seinem großen Wanderwegnetz, Grillplätzen und Ausflugszielen einen wichtigen Zweck als Naherholungsraum. Im oder am Wald gibt es beliebte Grill- und Rastplätze, etwa an der Krailochhütte, der Hütte am Mättlekreuz, der Bettlerkuchi oder dem Altreb. Klassische Ziele für Spaziergänge und Ausflüge sind das Teufelsloch im Karsauer und der römische Gutshof im Nollinger Wald. Die Fliehburg im Degerfelder Forst ist dagegen fast noch ein Geheimtipp, meint Corinna Steinkopf von der Tourist-Info. „Allein, wenn man die Freizeitkarte anschaut, sieht man, dass wir eine größere Rodungsinsel auf dem Dinkelberg mit landwirtschaftlicher Nutzung haben, aber im Osten und Westen eher bewaldet sind“, erklärt Tourismusleiterin Gabriele Zissel. Gerade für Wanderer sei der Wechsel von offener Landschaft und Wald attraktiv, da so immer wieder eine Aussicht genossen werden könne. „Der Hertener Wald ist ein Inbegriff für einen guten und schönen Laubmischwald, der zu allen Jahreszeiten einen wunderbaren Erholungscharakter hat“, sagt Zissel, aber auch in Karsau und Nollingen bezaubern Laubmischbestände durch das jahreszeitliche Farbenspiel. „Der Karsauer Wald ist besonders kühl wegen der Bäche, die ihn durchfließen.“

Auch eine Tour mit dem E-Bike ist spannend

Bequem lässt sich der Wald mit dem E-Bike erkunden. Die Tourist-Info bietet vier zum Verleih an und beim Landgasthof Maien in Eichsel ist ebenfalls eins stationiert. „Die laufen bei schönem Wetter ganz gut, da könnten wir mehr brauchen. Für die Leute ist es interessant, ein E-Bike zu testen und dabei die eigene Region zu erkunden“, so Zissel. Für Menschen, die den Wald gemächlicher erkunden wollen, weist die Tourist-Info in den Ortsteilen mit Wandertafeln auf verschiedene Rundwege hin. Zissel schätzt, dass es auf der Gemarkung mindestens 30 Touren sind, und Steinkopf ergänzt, dass über die Website der Tourist-Info ein Tourenportal heruntergeladen werden kann. „Wir haben noch viele Möglichkeiten, wie wir das Naherholungs- und Tourismusangebot ausbauen können.“

Unterwegs mit dem Schwarzwaldverein

Wanderangebote für Gruppen macht der Schwarzwaldverein Rheinfelden, der auf der Gemarkung das Wanderwegenetz unterhält. „80 Kilometer Wanderwege sind schon viel für eine Ortschaft wie Rheinfelden, die nicht 1000 Wandertouristen hat“, sagt Vorsitzender Christian Schulz. Der Verein hat über 50 Touren in seinem Jahresprogramm, von denen ein Viertel über die Gemarkung führt. „Natürlich ist der Eigenturm nicht das Ziel, das ich ausschreiben würde, aber da kommt man vorbei oder an Naturschutzgebieten, die erwähnenswert sind, oder wir integrieren die Mauritiuskapelle mit dem Nordschwabener Skulpturenweg“, so Schulz. Große Verbesserungen, den Wald als Naherholungsraum zu erschließen, braucht es seiner Meinung nach nicht. Aber es gebe noch Wege, die schön zum Ausbauen wären. „Es ist schade, dass es die Rundwanderwege der einzelnen Ortsteile nicht mehr so wie früher gibt.“

Der Grillplatz Lebküchle ist ein Hotspot

Ein absoluter Hotspot ist der Grillplatz Lebküchle im Nollinger Wald. Dort nutzen nicht nur Sportvereine den Trimm-Dich-Pfad, weiß Dieter Wild, Vorsitzender des Stadtsportausschusses (SSA). „Er liegt nah und ist gut zu erreichen, die Kinder können herumtollen und die Fitnessgeräte mitnutzen.“ Der SSA unterhält den Trimm-Dich-Pfad, und im Zuge der Pflege und Erneuerung der Sportgeräte war Wild schon ganze Tage vor Ort und weiß daher: „Am Lebküchle ist viel los, da sind die Leute. Aber etwas weiter weg trifft man dann wirklich keine Menschenseele. Unser Wald ist nicht überbevölkert“, sagt Wild abschließend.