Mit dem zehn Hektar Grundstück zwischen Römer- und Müßmattstraße komme die Feuerwehr gut zu Recht, schickt Stadtkommandant Dietmar Müller dem Planungswettbewerb für die zentrale Feuerwache voraus, der auf dem Raumbuch der Arbeitsgruppen der Wehr aufbaut. „Wir erwarten eine Funktionalität der Abläufe“, skizziert er den grundsätzlichen Anspruch an das Großprojekt, das bis in zweieinhalb Jahren die neue Heimat für die vier Abteilungen Kernstadt, Nollingen, Warmbach und Karsau bilden soll.

Wache liegt im Einfallstor der Stadt

Dass die Wache nicht nur eine sinnvolle Konzeption bieten muss , sondern auch ein gutes Aussehen erhält, da sie am Einfallstor zur Stadt steht, erwartet Müller von den Architektenmodellen ebenso. Für die Freiwillige Feuerwehr, die nach gesetzlichen Vorgaben in weniger als zehn Minuten im Ernstfall am Einsatzort sein soll, eigne sich der Standort jedenfalls gut, für den die Stadt inzwischen den Grunderwerb getätigt hat. Müller sieht es als gewährleistet, dass alle Ausfallstraßen über den Kreisel gut bedient werden, auch über die Autobahn ein Anschluss besteht. Am weitesten entfernt liegt Nordschwaben auf dem Dinkelberg, aber auch nach Herten im Westen muss ein weiter Weg zurückgelegt werden.

Fahrzeiten vom Standort werden noch getestet

Die echten Fahrzeiten vom Standort der künftigen Wache werden noch getestet. Allein schon wegen der Entfernung der Ortsteile auf der Gemarkung können aus Müllers Sicht, nicht alle Außenorte der Feuerwehr gestrichen werden. Es werde aber auch daran gedacht, grenzüberschreitende Einsatzfunktionen zu installieren, wenn es darauf ankomme.

Bauform spielt in den Überlegungen keine Rolle

In welcher Bauform die größte Funktionalität sich an dem Standort herstellen lässt, dazu mache die Feuerwehr keine Vorgaben, weil das Gelände den Ausschlag gebe. Von der I-Form bis zum L-Bau und U-Körper sei alles denkbar. Für die vier Abteilungen die heute schon zwei Drittel der Feuerwehreinsätze auf der Gemarkung leisten, erwartet sich Müller mit dem Dienstleistungszentrum einen Quantensprung für die Arbeit. Am Stadtrand sieht er bei bis zu 300 Einsätzen im Jahr den bestmöglichen Aktionsradius.

Wehr dankt für Wohlwollen der Verwaltung

Der Feuerwehrkommandant sieht sich bei diesem Großprojekt von einem „sehr großen Wohlwollen der Verwaltung und des Gemeinderats“ begleitet und weist als „ Ziel“ der Feuerwehr darauf hin, „auf dem Boden“ zu bleiben und „nie zu übertreiben“, sondern mit Argumenten zu arbeiten. Müller erscheint trotz steigender Baupreise wichtig, dass dem Steuerzahler „eine Punktlandung präsentiert“ wird und kein Bau mit exorbitanter Kostensteigerung.

Vor diesem Hintergrund wird die Wehr auch in Detailfragen mit sich reden lassen, falls Einsparmöglichkeiten gesucht werden müssten. Was jetzt mit einer Nutzfläche von 3080 Quadratmetern in den Architektenwettbewerb geht, betrachtet Müller als in Größe und Lage mit dem Gemeinderat abgesprochen. Die Feuerwehr habe bei ihren Vorstellungen schon „Federn gelassen“.

Parallel zur Planung geht Müller den inneren Prozess der Feuerwehr an. Eine große Herausforderung bestehe darin, vier Abteilungen zur Zusammenarbeit in zwei Löschzügen zu motivieren. Gemeinsame Übungen können da Gutes leisten, so Müller.