Rheinfelden Nierli mit fernöstlicher Note beim Fasnachtsauftakt der Narrenzunft - mit Bildergalerie!

Die Narrenzunft ist am 11.11. um 11.11 Uhr in die Fasnacht gestartet.

Fröhlich und frech haben die Narren die Fasnachtssaison mit dem traditionellen Nierli-Essen eröffnet – und mit noch trockenen Füßen. Das änderte sich am Abend, als die Narren vom Wasserturm in den Bürgersaal zogen, um dort den Latschari zu wecken.

Das Nierli-Essen

Zum Auftakt der Fasnachtssaison mit dem Nierli-Essen der Narrenzunft im Hotel Danner waren zahlreiche Narren und Ehrengäste gekommen. In Richtung Stadtverwaltung kündigte Oberzunftmeister Michael Birlin an, dass die Narren einen genauen Blick auf die Stadt hätten: „In de Innestadt – ma chas fascht nü meh sehn – macht e Gschäft zu, chasch d‘ bald ins US-Nails gehn.“ Birlin stellte die Fasnachts-Plakette 2018 vor, die einen Warmbacher Wasserfalldämonen zeigt. Die zweitjüngste Clique war vergangenes Jahr in die Zunft aufgenommen worden. „D‘Rhyfälder sin guet druff, denn – s‘isch wieder uff“, verkündeten Birlin und Rentmeisterin Silvia Führes das Fasnachtsmotto. Dieses nimmt die lange, sich mehrfach verzögernde Sperrung der Warmbacher Straße aufs Korn, deren Ende vom Innenstadthandel sogar mit einem Aktionstag gefeiert wurde.

Alfred Winkler isst seine Nierli mit Stäbchen.
Alfred Winkler isst seine Nierli mit Stäbchen. | Bild: Juliane Schlichter

„Um eine schlechte Nachricht komm’ ich nicht umhin: Ich hör’ die Narrenzunft schon leise fluchen, müssen für den 11.11. nach neuen Räumen suchen, denn im Atrium feiert man demnächst Pinyuin“, reimte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Pinyuin ist das chinesische Mondfest, womit der Oberbürgermeister auf den Verkauf des Hotel Danners und die anschließende Ausrichtung als chinesisches Restaurant anspielte.

Auch Helmut Augsten von der Höllhooge Bruet beklagte in einem selbstgeschriebenen Lied, dass der Saal den Narren künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Neben dem Nierli-Essen haben auch verschiedene Narrenbälle ihre Heimstätte verloren. Zur Unterstützung der Narren schlug Augsten in Richtung OB eine Narrensteuer vor.

Sabine Schütz-Baumgartner mit dem neuen Froschenkönig Lukas I.
Sabine Schütz-Baumgartner mit dem neuen Froschenkönig Lukas I. | Bild: Juliane Schlichter

Ozume Birlin heftete nicht nur Eberhardt und der Bürgermeisterin Diana Stöcker die goldene Fasnachts-Plakette an, sondern zur Ehrung auch Olaf Hesse und Rita Baumgartner, die jahrelang beim Nierli-Essen in der Küche und im Saal die Narren bekocht und umsorgt hatten. Für das letzte Nierli-Essen im Hotel Danner waren die beiden noch einmal eingesprungen.

Die Latschari spielten ein weiteres Mal auf, bevor die sauren Nierli mit Rösti und Gemüsebeilage serviert wurde. Wie es sich in einem chinesischen Restaurant gehört, versuchten Ehrengäste und Zunfträte die Nierli mit Stäbchen zu essen. Allerdings mussten sich die Narren mit dem Essen beeilen, denn um 14 Uhr fuhr bereits der Bus nach Laufenburg ab, wo sie am Konvent der fünf Waldstädte teilnahmen.

Die Wasserfalldämonen zieren die Goldene Plakette.
Die Wasserfalldämonen zieren die Goldene Plakette. | Bild: Juliane Schlichter

Das Latschari-Wecken

„Der Regen hat uns regelrecht in den Bürgersaal gespült“, meinte Oberzunftmeister Michael Birlin trocken. Die Umzugsstrecke vom Wasserturm bis zum Rathaus wurde von Narren und Guggenmusiken wesentlich schneller als in früheren Jahren bewältigt.

Im durchweichten, nassen Häs, mit nassen Strohschuhen an den Füßen, mit einem Schirm, der wenig half, aber mit viel närrischer Freude warteten die Cliquen am Wasserturm auf den Marsch ins Rathaus. Die Polizei sicherte den Zug, verlangte aber vier Ordner, die die Querstraßen wie Hardtstraße und Kronenstraße absicherten. Mit viel Getöse und Gebimmel setzten sich die Narren mit ihren Fans durch die Pfützen in Bewegung, die Ordner machten ihre Aufgabe mit Bravour und alles verlief reibungslos.

Nachdem der Latschari seinen Schlaf beendet hatte, scharrte der Ozume im Bürgersaal Abordnungen von jeder Clique um sich.
Nachdem der Latschari seinen Schlaf beendet hatte, scharrte der Ozume im Bürgersaal Abordnungen von jeder Clique um sich. | Bild: Danielle Hirschberger

Im Bürgersaal warteten schon viele Besucher auf das Wecken der Fasnacht. Mitglieder der Guggenmusik Guggis 81 arbeiteten hinter den Theken, versorgten die Feiernden mit Essen und Getränken und schufteten an der sehr belagerten Bar.

Die Kinder warteten schon, sie wussten, jetzt müssen sie laut schreien. Ozume Birlin heizte sie ordentlich dazu an – und schließlich hob sich sachte der Deckel des Weidenkorbs. Langsam kam der Latschari (Maximilian Fritsche) daraus hervor, er rieb sich die Augen und schaute um sich: Die Fasnacht 2018 ist aufgeweckt! Nun rief Birlin Abordnungen aller im Stadtgebiet beheimateten Cliquen von A bis Z zu sich auf die Bühne, das sind derzeit 36. Das Publikum antwortete dem Ozume bei seiner Vorstellungsrunde mit passenden Kommentaren und viel Applaus.

Gruppenbild mit Wasserfalldämonen (von links). OB Klaus Eberhardt, Bürgermeisterin Diana Stöcker und Ozume Michael Birlin.
Gruppenbild mit Wasserfalldämonen (von links). OB Klaus Eberhardt, Bürgermeisterin Diana Stöcker und Ozume Michael Birlin. | Bild: Juliane Schlichter

Sax & Key, zwei Vollblutmusiker aus Schopfheim, unterhielten die Narren mit Keyboard und Saxophon. Jürgen Hässler und Jürgen Fochler spielten Party-Hits, Stimmungslieder und bekannte Schlager, unten vor der Bühne durfte auch getanzt werden. Wieder einmal zeigte sich, dass selbst ein widerliches Wetter und damit verbundenes nasses Häs wahre Narren nicht vom Feiern abhalten kann.

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