Gustav Fischer forderte ein Standortmarketing ein, das die Attraktivität weiter befördert und ein Arbeiten am Märkte- und Zentrenkonzept. OB Klaus Eberhardt kündigte an, nicht locker zu lassen, um die städtebauliche Entwicklung voranzutreiben und der Gewerbeentwicklung Zukunft zu geben. Bei Rückblende und Ausblick machte Fischer vor rund 50 Teilnehmern aus Handel, Gewerbe, Dienstleistung und Kommunalpolitik deutlich, das Rheinfelden kräftig aufgeholt hat. Auch das Zusammenwirken von „grüner Wiese“ und Stadtzentrum mache Fortschritte. Die verkaufsoffenen Sonntage haben sich bewährt, Cityfeste und Märkte zusammen mit der Süma Maier GmbH veranstaltet, werden als Magneten wahrgenommen mit einer „festen Stammkundschaft“, womit die Veranstaltungen ins Umland ausstrahlen. Der Einsatz lohne sich. Nicht gelungen ist es allerdings, dem Handwerk bei „Märkte“ eine Plattform zu geben. Der Einsatz für eine Ausstellung sei für die Betriebe nicht leistbar.

Fischer fordert eine aktive Standortpolitik

Bei der Kaufkraft hat Rheinfelden nach den Zahlen von MB Research zugelegt. Bei einem Bevölkerungsanteil von knapp unter 32 000 Einwohnern lag der Kaufkraftindex 2014 bei 105,5 und die Umsatzkennziffer, die besagt, wie viel Geld in der Stadt gelassen wird, bei 114,9. Im vergangenen Jahr legte bei 32 245 Einwohnern der Kaufkraftindex auf 107,9 zu und die Umsatzkennziffer auf 119,1. Fischer ordnete die „erfreuliche Entwicklung“ guter Beschäftigungslage zu, wirtschaftlichen Strukturmaßnahmen, Bevölkerungszuwachs und der Grenzlage zur Schweiz.

Das Geld, das in der Stadt bleibe, sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze, Mieten, Investitionen und Steuern. Eine Bagatellgrenze bei der Rückerstattung der Mehrwertsteuer lehnte Fischer ab, weil dann die benachteiligt werden, „deren Geldbeutel es nicht zulässt, für mehr als 50 Euro einzukaufen“. Für notwendig hält Fischer, dass das Zentrenkonzept von 2010 fortgeschrieben wird, um den Einzelhandel als „tragende Säule innerstädtischen Lebens“ zu erhalten. Dabei werden Erwartungen in die städtebauliche Entwicklung durch Bauforum und Masterplan gesetzt. „Ohne eine aktive Standortpolitik“, so Fischer, wird „der Strukturwandel im Einzelhandel zu einem Verlust der Innovationskraft der Betriebe der Innenstadt führen.“ Fischer setzt auf Verzahnung mit Stadt und Verwaltung und kündigte an, dass sich der Gewerbeverein im Frühjahr mit dem Thema befassen wird, denn kommunale Wirtschaftspolitik stelle eine Querschnittsaufgabe dar.

Deutliche Worte fand der Vorsitzende zur unbefriedigenden Alltagssituation in der Fußgängerzone, die nach kontrollierter Ordnung verlange, „um das derzeitige Tohuwabohu“ zu beenden. Es könne nicht so bleiben, dass Taxis und Privatautos die „Herrschaft zwischen Oberrhein-, Kirchplatz und Friedrichplatz“ übernehmen. Auch der Zuliefererverkehr müsse besser geregelt werden. Fischer wörtlich: „Die Verhaltenskrise in manchen Hirnen darf nicht zu einer Krise der Innenstadt werden.“ Einen erneuten Vorstoß der Grünen für eine autofreie Kapuzinerstraße wies Fischer zurück, solange nicht Ersatzparkplätze geschaffen sind.

Neue Herausforderungen

OB Klaus Eberhardt ermunterte die Gewerbetreibenden, sich weiter leidenschaftlich zu engagieren und sagte zu, dass die Verwaltung dies auch mache. Als Arbeitsschwerpunkte im Rathaus nannte er mehrere Maßnahmen und Projekte, vorneweg Vermarktung und Erschließung des Gewerbegebiets Einhäge. Das Marketing bemühe sich zudem, weitere Betriebe hinzuzugewinnen. Bewegung ist angesagt für die Sanierung des Bahnhofsbereichs, um „geschäftliche Interessen zu stimulieren“. Bereits im ersten Vierteljahr soll es nächste Schritte geben. Eberhardt sprach sich für eine „Wiederbelebung von Geschäftslagen“ aus, damit keine Leerstände auftreten. Das Märktekonzept stehe auf der Agenda, um „Angebotslücken herauszufinden“ und den Herausforderungen durchs Internet gewachsen zu sein. Dem Gewerbe sprach er die Rolle als „fast wichtigste Triebfeder für das Wohlergehen der Stadt“ zu.