In der Fußgängerzone könnte es in näherer Zukunft Veränderungen geben. Ein örtlicher Investor plant, auf den Grundstücken der Karl-Fürstenbergstraße 3 und 5 zwei Wohn- und Ladengebäude abzureißen und ein neues, großes Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Dieses Vorhaben war Thema im jüngsten Bau- und Umweltausschuss, da es bisher nicht genehmigungsfähig ist. Nötig wäre eine Änderung des Bebauungsplans. Viele Räte äußerten Bedenken, dass die Fußgängerzone durch den Neubau an Charme verliere könnte.

Die Planungen sind noch nicht konkret

Bei den Gebäuden, die abgerissen werden sollen, handelt es sich um das Teelädele, das in Kürze dauerhaft geschlossen wird (wir berichteten) sowie die danebenliegende Modeboutique Look. Der Investor, laut dem Teeladenbesitzer Manfred Lützelschwab ist dies Rolf Brugger von Hochrhein-Invest, plant nach Angaben der Verwaltung an dieser Stelle statt zweier kleiner Gebäude, ein großes zu bauen. Da die Planungen noch nicht konkret sind, gibt es noch keine Details über das mögliche Aussehen dieses Gebäudes.

Balkone ragen ein Stück über die Fußgängerzone

Laut Verwaltungsvorlage orientiere es sich bei der Anzahl der Geschosse an der Umgebung und schließe die blockrandartige Bebauung der Karl-Fürstenbergstraße ab. Geplant sind unter anderem Balkone, die ein Stück über die Fußgängerzone ragen werden. „Wir finden, dass sich das Gebäude in die Stadtplanung einfügt und begrüßen auch die Schließung der Lücke an dieser Stelle“, so Christiane Ripka von der Stadtplanungs- und Umweltabteilung in der Sitzung.

Räte bedenken: Der Charme geht verloren

Die anschließende Diskussion war gekennzeichnet durch Bedenken, der Fußgängerzone an dieser Stelle ihren Charme zu rauben, auf der einen, und wirtschaftlichen Erwägungen auf der anderen Seite. „Es wir immer schwieriger, in der Fußgängerzone Geschäfte anzusiedeln, da die Läden zu klein sind“, gab Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zu bedenken. Dies führe dazu, dass sich bestimmte Anbieter gar nicht mehr ansiedelten, dafür jedoch andere zuhauf, zum Beispiel Nagelstudios.

Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt

„Das Angebot des Investors wäre viel größer und daher wirtschaftlich sinnvoll und könnte dazu beitragen, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken“, so Eberhardt. Zugleich betonte er aber, dass die Entscheidung keine einfache sei, da die Gebäude, die abgerissen werden sollen, einen gewissen Charme hätten, der verloren ginge.

Geschlossene Fläche ist logisch

Diese Sorge teilten die meisten der Räte. Er könne den wirtschaftlichen Erwägungen zwar folgen, sagte etwa Uwe Wenk (SPD), fragte aber, ob es nicht dennoch sinnvoller sei, die jetzigen Strukturen – auch mit Blick auf die Durchlüftung der Fußgängerzone – zu erhalten. Er riet dazu, dass der Bauherr „etwas kleiner und schöner“ bauen solle, sodass auch keine Änderung des Bebauungsplans nötig wäre. Dieter Meier (CDU) teilt die Bedenken des OB wegen zu kleiner Ladenflächen und nannte es logisch, an der Stelle eine geschlossene Fläche zu schaffen. Er fragte aber im gleichen Atemzug, wo denn dann noch der „Gründercharme“ von Rheinfelden erhalten bleibe.

Es ist keine Tiefgarage geplant

Karin Paulsen-Zenke (SPD) sagte, dass sie sich eher in der Friedrichstraße große Geschäfte wünsche anstatt in der Karl-Friedrichstraße. Zudem finde sie es problematisch, dass die Balkone des geplanten Neubaus in die Fußgängerzone ragen sollen. Ob an dieser Stelle eine Tiefgarage geplant sei, fragte Ralf Glück (Freie Wähler). Ripka verneinte dies und wies darauf hin, dass für ein solches Vorhaben jedoch eine gewisse Anzahl an Stellplätzen geschaffen werden müsse.

Gebäudeproportionen besonders betrachten

So geht es weiter: Noch hatten die Räte nicht darüber zu entscheiden, ob das Vorhaben realisiert wird oder nicht. Zunächst ging es darum, die Planungen zur Kenntnis zu nehmen und eine Änderungen des Bebauungsplans vorzubereiten. Dem stimmte das Gremium nach der Diskussion einhellig zu. Zur Bedingung machten die Mitglieder jedoch, dass Fragen nach den Gebäudeproportionen und der Begründung der Veränderung in dieser Lage in der weiteren Planung besonders betrachtet werden sollen.