Wer langfristig geschäftlichen Erfolg haben will, muss mit der Zeit gehen. Das gilt für große Unternehmen genauso wie die Kunsthandwerker, die beim Töpfermarkt rund um das Schloss Beuggen ihre Werke präsentieren. „Strengt euch an, kreativ zu sein“, rät Jürgen Blank deshalb seinen Ausstellern, von denen er rund 150 für die 22. Auflage des Töpfer- und Kunsthandwerkermarkts vom 28. April bis 1. Mai nach Beuggen holt. Seine Erfahrung lautet: Wer sich dem Wandel nicht stellt und immer das Gleiche anbietet, hat weniger Umsatz.

Umso mehr freut sich Blank, dass ein Viertel der Teilnehmer in diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist. Als Beispiel nennt er beim Pressegespräch einen jungen, aus Afrika stammenden und in Freiburg lebenden Drechsler, den er vor einem Jahr auf einem Markt in Hinterzarten entdeckt hat. „Er macht hauchdünne, gedrechselte Schalen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich ihn zum Töpfermarkt eingeladen habe“, erzählt Blank. Wer glaubt, dass der Töpfermarkt nur Gefäße anbietet, irrt: Mehrere Aussteller, darunter eine junge Frau aus Hasel, haben selbstgemachte Sachen wie Taschen und Kleidung im Gepäck. „Ich bin gespannt auf den frischen Wind. Das ist Kunsthandwerk auf hohem Niveau“, ist auch Schlossbesitzer Kai Flender überzeugt.

Freuen sich auf den Töpfermarkt in Beuggen (von links): Hotelpächter Christian Herzog, Veranstalter Jürgen Blank und Schlossbesitzer Kai Flender.
Freuen sich auf den Töpfermarkt in Beuggen (von links): Hotelpächter Christian Herzog, Veranstalter Jürgen Blank und Schlossbesitzer Kai Flender. | Bild: Juliane Schlichter

Die Aussteller, die seit mehr als 20 Jahren dem Töpfermarkt die Treue halten, schätzt Jürgen Blank natürlich trotzdem. So wie die Töpferfamilie Busse aus der Nähe von Ravensburg, die Keramik mit Glas kombiniert. „Die Besucher wollen ‚ihre’ Kunsthandwerker sehen und welche Entwicklung sie durchmachen“, sagt der Marktveranstalter über die Stammkunden, deren Anteil sehr hoch sei. Dass die Veranstaltung auch bei schlimmen Wetterkapriolen wie vor einigen Jahren, als es an allen drei Tagen nur regnete, tausende Besucher anlockt, liege an jenen Stammkunden. „Sie freuen sich das ganze Jahr darauf“, weiß Blank.

Von einem „Leuchtturmprojekt für die Region“ spricht Kai Flender, der zum zweiten Mal den Töpfermarkt als Schlossherr erlebt. „Ich finde es spannend, dass sich hier Europa trifft“, sagt er angesichts der Aussteller aus Deutschland, Polen, Litauen, Italien, Ungarn, Frankreich und der Schweiz. Bis vor kurzem seien er und sein Team damit beschäftigt gewesen, die Schäden des Orkantiefs Burglind, das Anfang Januar über die Region zog, zu beseitigen. „Uns sind die Fensterläden um die Ohren geflogen und eine 150 Jahre Linde ist umgefallen“, erzählt Flender.

Der Töpfermarkt am übernächsten Wochenende bleibt hoffentlich von einem Sturm verschont. „Am liebsten wären mir 20 Grad und kein Regen“, sagt Blank, denn zu heiß sollte es auch nicht sein. Christian Herzog checkt bereits das Wetter auf seinem Smartphone. Erfrischung beim Töpfermarkt bietet erstmals ein Weinbrunnen, kündigt der Pächter des Schlosshotels an.

So kommen Sie an Gratiskarten für den Töpfermarkt

Zum 22. Mal findet von Samstag, 28. April, bis Dienstag, 1. Mai, der Töpfer- und Künstlermarkt auf dem Gelände von Schloss Beuggen statt. Der SÜDKURIER stellt seinen Lesern sechs Mal zwei Karten zur Verfügung. Wer zwei Karten möchte, kann am morgigen Freitag, 20. April, zwischen 11 und 12 Uhr in der SÜDKURIER-Geschäftsstelle in der Kapuzinerstraße 6 vorbei kommen und die Karten abholen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Wissenswertes zum Töpfermarkt in Beuggen

  • Wann und wo? Der Töpfermarkt findet von Samstag bis Montag, 28. bis 30. April, jeweils von 11 bis 20 Uhr und am Dienstag, 1. Mai, von 11 bis 18 Uhr rund ums Schloss in Beuggen statt.
  • Was? Rund 150 Kunsthandwerker bieten ihre Waren an. Außerdem treten Musiker auf dem Gelände auf. Für den Gaumen gibt es ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken.
  • Wie viel? Der Eintritt kostet sieben Euro für Erwachsene, Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zahlen drei Euro, Kinder unter 14 Jahren sind frei.
  • Wo parken? Platz für rund 400 Autos ist auf der großen Fischerwiese hinter dem Schloss. Weitere 250 Stellplätze gibt es südlich der Bundesstraße 34. Außer am Montag, 30. April, stehen zusätzlich die Parkplätze der Aluminium Rheinfelden zur Verfügung.