Ein erneut abwechslungsreiches und genussvolles Open-Air-Konzert bot der Musikverein Karsau am Samstagabend beim Spielplatz Chrotteweiher. Auch zur fünften Auflage dieses wettermäßig risikoreichen Events konnte die Vorsitzende Edith Brodbeck wieder eine fast voll besetzte Festwiese willkommen heißen. Ihre Vorsichtsmaßnahme, in halber Taucherausrüstung zu erscheinen, erwies sich aber als unbegründet: Petrus hatte mit den Karsauer Musikfreunden ein Einsehen und hielt trotz bedeckten Himmels seine Schleusen während des etwa zweistündigen Konzertes geschlossen.

Unter der Leitung des taktstocksicheren Dirigenten Markus Tannenholz legten die einheimischen Intrumentalisten mit „Brick House“ auch gleich so richtig los. Im ersten Block standen dann mit „In the Mood“ und dem „St. Louis Blues March“ auch Titel des legendären Glenn Miller mit auf dem Programm. Auch hier, wie in anderen Genres der Musikgeschichte, sorgten instrumentale Soli für große Begeisterung unter den Besuchern. Die Musiker spielten sich unter der Leitung ihres versierten Dirigenten regelrecht in die Herzen der Zuhörer. Kenntnisreich angesagt wurden die Musiktitel von den aktiven Musikerinnen Joana Lutz und Patrizia Schmidt.

Fernab des üblichen Blasmusik-Sounds starten nach einer kleinen Pause die Musiker zusammen mit dem Jugendorchester mit Samba-Rhythmen vom Karneval in Rio und dem „Crocodile Rock“ den zweiten Musikblock. Hier zeigten die zehn- bis 14-jährigen Nachwuchsmusiker ihr beachtliches Können. Und es zeichnete sich auch deutlich ab, dass bei diesem Konzert für jeden Musikgeschmack etwas dabei war – wie Folk, Rock, Pop oder Swing.

Stürmischen Beifall erntete anschließend Sängerin Isabel Morgenstern mit drei Liedeinlagen. Die langjährige, ehemalige Saxophonistin im heimischen Musikverein, seit ihrem Wegzug von Karsau Mitglied in einem regionalen Big-Sound-Orchester, glänzte besonders mit „On the sunny side of the street“ und „It's so quiet“. Mal samtig weich, mal klangvoll kräftig – sie war ein echter gesanglicher Musikgenuss.

Musikalisch besonders abwechselnd war auch der dritte Block mit den Bereichen Folklore, Funk und Hard-Rock, wie „Devil went down to Georgia“. Hier glänzte auch Dirigent Markus Tannenholz mit einer stimmlich rauchigen Gesangseinlage, für die er ebenfalls stürmischen Beifall bekam. Nach dem alpenländischen aber rhythmusvollen „More Cowbell“ war klar, dass die Musiker nicht ohne Zugaben abtreten durften. Die Zuhörer lauschten den Musikern auf dem inzwischen dunkel werdenden und mit bunten Lichterketten stimmungsvoll beleuchteten Festplatz bis zum Schluss.