Bei Haymen ist Musik noch Handarbeit. Das Trio um Jürgen Heubüschl, Wolfgang Ganter und Andreas Stamer spielt neben Rockklassikern auch mal Jazz und Countrymusik. Bei ihren Auftritten kommt es ihnen vor allem darauf an, die Coverstücke authentisch rüberzubringen und das Publikum mitzureißen. Dafür feilen sie mit viel Herzblut an ihrem Sound.

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Das Trio probt in Nollingen

Wer in Nollingen die Ohren spitzt, kann sie ab und an hören, und Kenner werden sie gleich erkennen: Die rockigen Gitarrenklänge des „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash. Dann ist Probeabend des Trios Haymen. Mit Frontmann und Gitarrist Jürgen Heubüschl am Mikrofon, Wolfgang Ganter am Bass und Andreas Stamer am Schlagzeug bietet die Band ein breites Musikprogramm von Rock, Rock‘n‘Roll und Rockabilly über Blues, Jazz und Countrymusik. Der Architekt Heubüschl hatte die Band im Jahr 2010 gegründet, seit zwei Jahren besteht sie nun in der Formation mit Wolfgang Ganter. Vor vier Monaten kam Schlagzeuger Andreas Stamer dazu – übrigens über eine Annonce.

Frontmann Jürgen Heubüschel.
Frontmann Jürgen Heubüschel. | Bild: Jasmin Radel

Mit viel Fingerspitzengefühl

Zusammen „klampfen“ und rocken die Drei, frotzeln und lachen, und vor allem teilen sie ihre große gemeinsame Leidenschaft, die Musik. Bei ihren gemeinsamen Proben studieren sie ein Repertoire ein, das neben Klassikern von altbekannten Rock‘n‘Rollern wie Johnny Cash und Elvis Presley auch Hits von den Rolling Stones, Prince und Eric Clapton umfasst. Das Besondere daran: Die Lieder sind meist für mehr als drei Musiker ausgelegt, werden aber von Haymen unverkennbar wiedergegeben. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl und auch Herzblut.

Nicht einfach bloß nachsingen

„Wir erarbeiten uns die Songs und holen die Quintessenz raus“, erklärt Jürgen Heubüschl. „Enorm wichtig ist dabei, dass die Cover echt und authentisch rüberkommen und nicht einfach bloß nachgesungen sind.“ Am wichtigsten ist der Sound. Dieser muss stimmen, um die Seele der Musikstücke wiederzugeben, ohne etwas zu verzerren oder gar zu übertönen. Geprobt wird bei Haymen noch richtig klassisch – Saiten ölen, Instrumente stimmen und aufeinander abstimmen, rocken und nach einer Stunde Musikschliff gibt‘s ein kühles Bier.

Nichts kommt vom Band

Haymen kennt man von Auftritten auf dem Lichterfest oder dem Slow-up Open-Air. Bevorzugt treten sie aber in Kneipen auf. Dabei ist der Band wichtig, dass die Gäste wegen der Musik kommen und diese nicht nur als schallende Begleiterscheinung für den Abend wahrnehmen. „Nichts ist frustrierender, als vor Publikum zu spielen, das sich gar nicht für einen interessiert, sondern mehr für den Ausschank.“ Da sind sich alle drei Musiker einig. Wertschätzung ist hier ein passendes Wort. Denn Haymens Musik ist Handarbeit, da kommt nichts vom Band. Die ausgewählten Stücke müssen geprobt, eingestimmt und gut umgesetzt werden, um das Publikum zu animieren und mitzureißen. Das ist das Ziel der Band und auch ihr Anspruch.

Die gute alte Hutsammlung

Außerdem wünschen sich die Drei eine angemessene Gage. „Oft sind wir auf die gute, alte Hutsammlung angewiesen, bei der jeder einen für ihn passenden Betrag in den durchs Publikum wandernden Hut wirft“, erzählt Wolfgang Ganter. Während ein eingekaufter DJ schon auch ein Umsatzgarant sei, mache ein Wirt mit einer engagierten Band nur dann Einnahmen, „wenn die Hütte voll ist“. Da es dafür aber eine große Fangemeinde von Rock und Rock‘n‘Roll bedürfe, die die Kneipe füllt, würden solche Abende leider immer weniger, erklären die drei Musiker.

Sie haben einige Ideen

Events wie spezielle Kneipenabende mit verschiedenen Bands an verschiedenen Locations im Städtchen könnten ein guter Anfang sein, um vielleicht auch neue und zukünftige Fans von guter Musik anzulocken, finden sie. Neben ihren Auftritten bieten Haymen auch die Möglichkeit von kleinen, aber feinen Sessions mit anderen Musikern, um sich im Spiel auszutauschen und auch um Netzwerke zu knüpfen. Und auch sonst haben sie einige Ideen. So wächst derzeit etwa der Ableger „Haymen Jazz“, bei dem zur Gitarre noch Piano und Saxophon hinzukommen.

Kontakt: Jürgen Heubüschl, Telefon 07623/623 93.

Informationen im Internert:
http://www.haymen.eu