Modellbau und die Liebe zu Modelleisenbahnen oder -autos liegen nach wie vor im Trend. Doch entgegen früheren Zeiten sind es heutzutage überwiegend ältere, männliche Semester, die diesem Hobby frönen, das vielfältig und interessant bleibt, auch in Zeiten, in denen die Digitalisierung und die Computertechnik nahezu alle Lebensbereiche umfasst und die reine Mechanik ins Hintertreffen zu geraten schien.

Vor diesem Hintergrund war die kleine aber hoch interessante Börse im Bürgersaal am Samstag ein willkommener Anlass, um ein altes Hobby mit modernster Technik wiederzuentdecken oder neu für sich zu gewinnen. 

Die Initialzündung für die erste Modelleisenbahn- und Modellauto-Börse gab Peter Heller aus Kolbingen. Er ist leidenschaftlicher Tüftler und baut in noch so kleine Autos naturgetreue Beleuchtungen ein, um anderen Modellbauern auf deren Anlagen ein noch besseres Bild der Wirklichkeit zu vermitteln. Er schreibt pro Jahr drei bis vier Börsen aus und sammelt Gleichgesinnte um sich, die bei den Börsen mitmachen.

In Rheinfelden fanden sich einige Sammler zusammen, die ihre überschüssigen Autos oder Eisenbahnen, darunter viele Lokomotiven zu günstigen Preisen anboten. So gab es auch ein Sammelsurium an Zubehör. Daneben war mit Wolfgang Keser aus Schwörstadt auch ein leidenschaftlicher Modellbauer vertreten, der sein Hobby seit Kindheit pflegt und bei dem man auch Modell-Lokomotiven reparieren und warten lassen kann. Rein zufällig beteiligten sich daneben auch zwei Urlauber vom Niederrhein, die ihren Urlaub nutzen, um ihre Modelle feilzubieten.

Für viele Aussteller und Besucher bieten solche Börsen seit Jahren einen guten Ersatz für Spielzeugläden als Fachgeschäfte, die es nach Angaben des Veranstalters Peter Heller so nicht mehr gibt. In den Spielwarenabteilungen der Kaufhäuser erhalte man jedoch weder die fachliche Beratung noch das Zubehör ältere Modelleisenbahn- oder Modellautos. Dies sei mittlerweile fast nur noch über das Internet oder über solche Börsen möglich. Darüber hinaus würde diese Art von Börsen auch die Möglichkeit bieten, um Netzwerke unter den Modellbauern entstehen zu lassen.

Im Mittelpunkt standen Eisenbahnen der unterschiedlichsten Spurweiten mitsamt Schienenmaterial, Signalen, Modellhäuschen, ganze Züge, die vom Modell-ICE bis hin zu Tender-Loks oder anderen Schnellzug-Lokomotiven reichten. Und wem dies nicht genügte, der konnte bei Klassikern wie Märklin oder Fleischmann sowie anderen namhaften Herstellern, die es teilweise auch gar nicht mehr gibt, das entsprechende Wagenangebot neu oder gut erhalten erstehen.

Modelleisenbahn- und Modellauto-Börsen lohnen sich auf alle Fälle, fanden viele Besucher. Vor allem für diejenigen, die über alte Spielzeugeisenbahnen, aber auch über Modellautobahnen verfügen, sind diese Veranstaltungen von Bedeutung, denn nirgendwo sonst, außer über das Internet, sind noch Ersatzteile oder alte Sammlerstücke erhältlich. Erfreulich war für alle Beteiligten gleichermaßen, dass die Preise für die Modelle zwar angeschrieben waren, man über den tatsächlichen Preis auch sprechen konnte.

Erfreut zeigte sich am Ende auch Peter Heller. Er war überrascht über den großen Zuspruch, sodass er zur Überzeugung gelangte, in Rheinfelden erneut eine solche Modellbörse veranstalten zu wollen.