Bilder auf der grünen Wiese, viele Mitmach-Aktionen und Workshops, eine Freilichtgalerie, Ballett und Popmusik unterm Kuppeldach: Der vom Kulturamt veranstaltete Kunstsonntag im Tutti-Kiesi-Areal hatte jede Menge Attraktionen zu bieten. Bei angenehmen Temperaturen füllte sich das Gelände zusehends im Laufe des späteren Nachmittags.

Die Besucher, darunter viele Familien, flanierten über das Gras, genossen auf Bänken oder in Liegestühlen unter einem großen Sonnenschirm entspannt das schöne Wetter, die lockere Atmosphäre und Leckereien vom Foodtruck wie Süßkartoffel-Pommes und Vegi-Burger.

Selbst kreativ werden, war die Devise. Gleich am Eingang konnte man am Stand der Kunstschule Nicola Quici lernen, wie man Linoleumdrucke macht. Da entstanden schöne Drucke von Rheinfelder Motiven wie dem Wasserturm. Wer wollte, konnte auch Figuren aus Gasbeton anfertigen. Ein paar Schritte weiter ermunterten Christina Kuhn und Emma Hartmann von der Kunstküche des St. Josefshauses die Besucher dazu, bunte Karten mit Nagellackfarben, Wasser und Marmoriertechnik zu bemalen. Auch Seifen konnten selbst gemacht werden.

Mitten auf der Wiese leiteten Jakob Zwigart und Christian Ostariz in einem Workshop der Kaltenbach-Stiftung die Besucher an, aus Bambusstäben etwa die Kuppel des Vacono-Domes nachzubauen. Unterm Zeltdach übten sich Zirkusfans im Jonglieren und mit Schwebetellern und Diabolos. Daniel Schenk hatte nicht nur allerhand Körbe aufgebaut, sondern demonstrierte auch das Korbflechten und hatte Weiden dabei, mit denen Interessierte selbst Körbe anfertigen konnten.

Für Farbtupfer im Grünen sorgten kleine Werkschauen Rheinfelder Künstler im Freien. So zeigte Wilhelm Schmieder eine Wand voller Landschaften, Naturimpressionen und Stillleben. Von Loni Eichmann sah man Figuratives, von Michaela Dold ein buntes Spektrum an Porträts und anderen Sujets, von Gregor Schmitz symbolisch-abstrakte mystische Arbeiten, von Lorena Rios Saez Pflanzenmotive aus recyceltem Material.

Mit leuchtend roten Mohnblumen-Bildern und expressiven Malereien hatten Philippe Bordonnet und Vladimir Frenkel eine auffallende Installation auf dem Rasen aufgebaut. Auch die Bürgerstiftung nutzte den Anlass, um Bilder Rheinfelder Künstler aus ihrem Besitz auszustellen. „Da fällt die Auswahl schwer“, meinte Bürgermeisterin Diana Stöcker. Willi Raiber stellte neben abstrahiert-farbigen Köpfen auch seine neuesten Sagen-Comic „Das Kreuz auf Wildenstein“ vor.

Bilder auf der grünen Wiese, hier die Installation von Phillippe Bordonnet und Vladimir Frenkel.
Bilder auf der grünen Wiese, hier die Installation von Phillippe Bordonnet und Vladimir Frenkel. | Bild: Roswitha Frey

Voll besetzt waren die Bänke unter der Kuppel bei den Aufführungen der Ballettkurse der VHS unter Leitung von Kateryna Pavlova. Entzückend und anmutig waren die Ensembletänze und Soli der jugendlichen und erwachsenen Ballettschülerinnen in Tüll und Tutus. Herzallerliebst tanzten schon die Drei- bis Fünfjährigen. Mitreißend war zum Schluss die Tango-Choreografie der Tänzerinnen. Danach hieß es Bühne frei für Talente der Musikschule: Lea Anhorn sang zur Gitarre Cover-Songs aus Pop und Rock, und die „Band ohne Namen“ rockte den Dome mit Schlagzeug- und Gitarrensound.

Am Nachmittag wurden die Skulpturen der internationalen Bildhauer präsentiert, die beim dreitägigen Workshop entstanden sind: ein Kopf im Profil aus Kalkstein von Ralf Rosa, eine Doppelfigur aus Douglasie von Olaf Jung, eine abstrakte Skulptur von Maurizio Perron, eine Stele mit ausdrucksstarkem Kopf aus Sandstein von Uwe Bürkle und fünf rostfarbene Wiesengeister aus Stahlblech von Bernhard Witsch.