Mit Temperatur-Datenloggern optimiert die evangelische Kirche den Energieverbrauch in ihren Gebäuden. Diese Maßnahme hat die Stadt ausgezeichnet. Die Geräte sollen später anderen öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Erster Preis als Kooperationsprojekt

„Wir haben uns natürlich außerordentlich gefreut, dass wir beim Ideenwettbewerb so erfolgreich abgeschlossen haben“, meint Pfarrer Joachim Kruse von der Christusgemeinde. „Das ist eine schöne Ermutigung, weiter motiviert an dem Thema zu arbeiten.“ Anfang des Monats war die evangelische Kirche mit dem ersten Preis in der Kategorie Kooperationsprojekte beim Ideenwettbewerb 2018 ausgezeichnet worden.

Geräte stehen anderen Einrichtungen zur Verfügung

Mit Temperatur-Datenloggern soll 2019 der Energie- und Heizungsverbrauch in den Gebäuden optimiert werden. Ab 2020 stehen die Geräte dann auch anderen Einrichtungen wie katholischen oder städtischen Kindertagesstätten (Kitas) zur Verfügung. Schon länger war ein Datenlogger mit vier Messgeräten im Einsatz, und vergangenes Jahr wurde ein weiterer mit acht Messgeräten angeschafft, erklärt Callum MacKerracher vom Umweltteam "Grüner Gockel". Das Zentralgerät könne bis zu acht Messgeräte bedienen, die Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit messen. Die Benutzung ist einfach und nutzerfreundlich, wie er vorführt. Die Messgeräte sind durchnummeriert und am Datenlogger lässt sich das Gerät einfach auswählen.

Über Bluetooth am Computer auslesen

Für das Café Wolke 7 in der Christuskirche werden 16,9 Grad und 41 Prozent Feuchtigkeit angegeben. Über Bluetooth lässt sich das Zentralgerät auch am Computer auslesen. „Der Vorteil der Datenlogger ist, dass man über einen längeren Zeitraum Daten aufzeichnet“, so MacKerracher. Die Logger speichern auch den Zeitpunkt der Erfassung, und die Daten lassen sich als Kurvendiagramm darstellen. „Wir erstellen dann Steckbriefe, an denen wir den Trend erkennen können, und ob wir Handlungsbedarf haben“, erklärt er.

Potenzial im Heiz- und Lüftverhalten

Das Umweltteam zeichnet im Rahmen des Energiemanagements zwar schon länger Daten in Kirchen, Pfarrhäusern, Gemeindesälen und Kitas auf, aber nicht so detailliert wie es mit Loggern möglich ist. „Das ist eine neue Technologie, die wir erst seit ein paar Monaten einsetzen.“, sagt MacKerracher. Er meint, dass es sich gerade in den Kitas bewährt. Kruse ergänzt: „Da haben wir ein großes Potenzial im Heiz- und Lüftverhalten identifiziert.“

Gutes Energiemanagement lohnt

Da die evangelische Kirche in Rheinfelden zwei Kirchen, vier Kitas, drei Gemeindezentren und zwei Pfarrhäuser unterhält, lohnt sich ein gutes Energiemanagement im Sinne des Klimaschutzes – auch finanziell. „Die Christuskirche ist bei der Heizung der größte Energiefresser. Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich“, stellt Kruse fest. „Wir versuchen letztlich, eine punktgenaue Steuerung, müssen aber Auflagen einhalten, etwa dass die Temperatur wegen der Orgel nicht unter 14 Grad fallen darf.“

19 Grad – mehr geht nicht in der Kirche

Bei Veranstaltungen wird die Kirche auf 19 Grad geheizt. Für höhere Temperaturen sei die Heizung nicht gebaut, meint Kruse. „Normalerweise sitzen die Leute im Mantel in der Kirche. Da gibt es dieses Thema, dass die Leute es als kalt empfinden, weil die Heizung unter den Fußbänken ist. Da die Wärme nach oben steigt, fühlt es sich an, als ob es zieht.“

Preisgeld für weitere Geräte verwendet

Mittels Auswertung kann vor allem die Steuerung präziser eingestellt werde, um nicht zu früh oder zu spät zu heizen. Auch das Lüftverhalten kann optimiert werden. Nicht zuletzt geben die Daten Rückschlüsse über die Entwicklung des Verbrauchs über längere Zeiträume. Auf einem Aussteller werden die Steckbriefe ausgestellt, um das auch den Gemeindemitgliedern zu verdeutlichen. „Je präziser die Erfassung ist, und je klarer die Darstellung, desto leichter können wir das rüber bringen“, meint Kruse. Er hofft, dass die Klimaschutzbemühungen der Kirche auf die Gemeindemitglieder abfärben. MacKerracher: „Das Preisgeld von 500 Euro wird in weitere Geräte investiert.“