Die Caritas Tagespflege in der Adolf-Sänger-Straße reagiert auf den gesellschaftlichen Wandel und bietet künftig acht Plätze mehr an. Damit steigt das Angebot von 17 auf 24 Plätze. Dieser Entscheidung gingen monatelange Abstimmungen und Prüfungen voraus, Mitarbeiter von Krankenkassen und Sozialministerium waren mehrfach vor Ort. Umso erfreuter sind Leiterin Inge Thoma und Rolf Steinegger, Geschäftsführer der Caritas Hochrhein, dass es nun soweit ist. Für sie die Aufstockung ein längst überfälliger Schritt.

Von 17 auf 24 Plätze

Denn wäre es nach den beiden gegangen, hätte die Tagespflegeeinrichtung bereits bei ihrer Eröffnung vor rund sieben Jahren 24 Plätze gehabt. Damals sei der Landkreis, der die Planungshoheit über die Pflegeeinrichtungen und -dienste hat, jedoch dagegen gewesen, erläutert Steinegger. Also bot die Tagespflege zunächst 17 Plätze an. Raum für mehr war aber von Anfang an vorhanden, da die Wohnbau, der das Gebäude gehört, vorausschauend geplant hat. Dementsprechend sind nun keine baulichen Veränderungen wegen der Aufstockung nötig. Bis die acht neuen Plätze genehmigt wurden, war es ein längerer Prozess.

Obwohl die Caritas die Aufstockung schon vor etwa eineinhalb Jahren beantragt hatte, kam die Genehmigung erst vor ein paar Wochen. „Wir mussten uns mit dem Landkreis, den Krankenkassen und dem Sozialministerium in Stuttgart abstimmen“, erläutert Thoma. Mitarbeiter des Sozialministeriums und der Krankenkassen haben die Einrichtung zudem mehrfach vor Ort überprüft. Steinegger: „Wir waren uns nicht sicher, ob es klappen würde und sind umso erfreuter, dass es nun soweit ist.“

Baulich muss nichts erweitert werden

Obwohl die Tagespflege „nur“ acht Plätze mehr zur Verfügung stellt, können damit jedoch effektiv 21 Personen mehr aufgenommen werden. Das liegt daran, dass viele der Gäste – so nennen die Tagespflege-Mitarbeiter ihre Besucher – nicht täglich kommen, sondern nur an bestimmten Tagen. „Insgesamt haben wir rund 70 unterschiedliche Gäste“, erläutert Steinegger. Natürlich hätten diese nach der Aufstockung etwas weniger Platz als zuvor, aber mit 17,6 Quadratmetern pro Person liegt die Tagesstätte im Mittelfeld der rechtlich geforderten Fläche. Das Alter der Gäste ist relativ weit gefächert, derzeit liegt es laut Thoma zwischen 57 und 99 Jahren.

Frage nach neuen Mitarbeitern

Die neuen Gäste sollen jedoch nicht alle auf einmal kommen, sondern nach und nach aufgenommen werden. Denn natürlich muss die Tagespflege nun auch mehr Mitarbeiter einstellen. „Derzeit haben wir zehn Mitarbeiter und zehn ehrenamtliche Fahrer“, so Thoma. Wie viele neue Mitarbeiter eingestellt werden, werde aktuell mit der Pflegekasse verhandelt. Steinegger ist aber zuversichtlich, schnell neues und gutes Personal zu bekommen. „Wir haben eine sehr gute und enge Kooperation mit der angrenzenden Sozialstation und denken auch daran, unter anderem Flüchtlinge auszubilden“, so Steinegger.

Die Mitarbeiter in der Tagespflege sind etwa gelernte Krankenschwestern, Alten- und Heilerziehungspfleger oder Hauswirtschafterinnen. Auch Nicht-Fachkräfte werden eingestellt, gerade bei ihnen werde jedoch sehr großen Wert auf Weiterbildungen gelegt, so Thoma. So gibt es etwa einmal jährlich eine spezielle Demenzschulung. Auch die ehrenamtlichen Fahrer haben die Möglichkeit, an Schulungen mit der Polizei auf dem Verkehrssicherheitsplatz teilzunehmen. Abseits der Ausbildung ist für jeden, der in der Tagespflege arbeiten möchte, eines besonders wichtig: „Man muss ein Hänchen für alte Menschen haben“, so Thoma