Der Tierschutzverein Rheinfelden und Umgebung soll mehr Unterstützung von der Stadt bekommen. Statt wie bisher 0,34 Euro pro Einwohner, sollen künftig 0,50 Euro pro Einwohner und Jahr an den Verein als Zuschuss gegeben werden. Letztlich handelt es sich um eine Erhöhung von knapp 5000 Euro. Der Verein, dessen größtenteils ehrenamtliche Mitglieder mit hohem persönlichen Einsatz das Tierheim betreiben und auch bei allen Notfällen ums Tier zu nahezu jeder Tag- und Nachtzeit ausrücken, bleibt trotzdem weiter auf Spenden angewiesen.

Tierärztliche Behandlung geht ins Geld

Seit einem Beschluss des Gemeinderats von 2017 bekam der Verein 0,34 Euro pro Einwohner und Jahr als Zuschuss. 2018 ergab das einen Betrag in Höhe von 12 000 Euro. In diesem Jahr wurden alleine im Tierheim 29 Fundhunde und 50 Fundkatzen versorgt, wobei alleine die tierärztliche Behandlung in manchen Fällen sehr teuer sein kann.

Hannelore Nuß ist die Vorsitzende des Vereins. Sie wandte sich mit einem Schreiben an die Stadt, um wegen der angespannten personellen Situation des Vereins, der auch Dienstleister für städtische Aufgaben ist, um Hilfe zu bitten. Durch den Tod der langjährigen Tierheimleiterin und kurz darauf auch ihres Ehemannes war noch mehr Arbeit auf die vorhandenen Schultern zu verteilen. Nuß hat die Leitung des Tierheims übernommen und wickelt den gesamten Außendienst in Personalunion ab.

Eine weitere Vollzeitstelle nötig

Ansonsten gibt es eine Voll- und eine 50-Prozent-Teilzeitstelle im Tierheim sowie zwei geringfügig beschäftigte Kräfte. Nuß schrieb an die Verwaltung, dass eine Personalaufstockung um eine Vollzeitstelle nötig sei. Die dafür vorgesehene Person solle den Außendienst und hausmeisterliche Tätigkeiten im Tierheim übernehmen. Um so jemanden zu verpflichten, fehlten aber die finanziellen Mittel. Die Anfrage, den Zuschuss um 0,16 Euro pro Einwohner und Jahr auf dann 0,50 Euro zu erhöhen, wurde auch an die Gemeinden Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt gestellt.

Neben Zuschüssen auch Spenden

Zur Sicherung sowie zur Würdigung und Unterstützung der gesellschaftlich wichtigen Arbeit des Tierschutzvereins hatte die Verwaltung im Beschlussvorschlag formuliert, der Bitte auf Zuschusserhöhung Folge zu leisten. Bei einer aktuellen Bevölkerungszahl von 33.074 Einwohnern würde der Verein von der Stadt ab 2020 16.537 Euro erhalten. Das ist zum bisherigen Modell eine Steigerung um 4505 Euro pro Jahr. Der Tierschutzverein finanziert sich ansonsten durch Spenden.

Platz für Tiere oft ausgebucht

Das Tierheim hat Platz für zwölf bis 15 Hunde und 30 Katzen. Meist sind alle Plätze ausgebucht. Für Notfälle wird ein Notplatz vorgehalten. Neben Hunden und Katzen spielen auch alle möglichen anderen Tiere eine Rolle: Vögel, Igel, Schwäne, aber auch Rinder, Pferde und Schafe und viele mehr. Für Hasen, Kaninchen, Degus und Igel gibt es private Pflegestellen. Der Tierschutzverein arbeitet auch mit dem Gnadenhof Schindler zusammen.

Vielfältiges Arbeitsspektrum

Die Arbeit beschränkt sich nicht nur auf Tierrettung. Es sind auch Stellungnahmen zu verfassen, es gibt Vorkontrollen, Nachkontrollen, Gespräche wegen Tierhaltung oder Schlichtgespräche zugunsten eines Tieres. Zum Wohl der Tiere arbeiten die Mitarbeiter des Tierschutzvereins eng zusammen mit Ordnungsämtern, Veterinäramt, Polizei, Sozialamt, Jugendamt, der städtischen Wohnbau, den Tierärzten und vielen weiteren Stellen.

Stimmen aus dem Rat

Von Seiten der Fraktionen gab es zu dem Beschlussvorschlag keine Gegenstimmen. „50 Cent pro Einwohner sind bestimmt nicht überzogen“, wertete etwa Karin Reichert-Moser (Freie Wähler). Heiner Lohmann (Grüne) betonte, dass die Erhöhung auch eine Würdigung des außerordentlichen Einsatzes der Vorsitzenden sein müsse. Die Mitglieder des Hauptausschusses stimmten geschlossen für die Erhöhung.