Spaziert man die Straße Am Talweg entlang, so kommt man geradewegs an Arnolds Haus vorbei und muss einfach innehalten, um all die Kunst rundherum zu betrachten: Kühe in Bikinis oder Korsagen, bunte Buddhas, Sukkulenten in alten Schöpfkellen und Figuren aus Spiegelfliesen, um nur einige Exponate zu nennen.

Geboren und groß geworden in Grenzach-Wyhlen, interessierte sich der heute 58-jährige schon immer für Kunst, Kultur und Musik. Nachdem seine zwei Söhne das heimische Nest verließen, blieb dem Hobbykünstler wieder mehr Zeit, sich seiner Leidenschaft zu widmen und kreativ zu werden.

Beim Besuch eines Basler Museums zog ihn die ausgestellte Skulptur eines fliegenden Fisches so sehr in den Bann, dass er die Konstruktion und Fertigung von Pappmaché-Figuren selbst ausprobieren wollte. Sein erstes Werk war ein Frauenkörper ohne Kopf im Stil des Barockmalers Peter Paul Rubens.

Aber Arnold scheute sich, seine Rubensfiguren im Garten auf- und auszustellen. „Es sind wunderschöne Frauen mit Figur, die ich da geschaffen habe. Aber vielleicht finden Spaziergänger gerade das ,too much’ oder im schlimmsten Fall sexistisch?“ Darüber hatte er lange gegrübelt. Die Lösung des Problems fand er schließlich nur einen Steinwurf von seinem Haus entfernt. Inspiriert von den weidenden Kühen des gegenüberliegenden Milchviehbetriebs, entwarf Arnold seine ganz eigene Interpretation einer Kuh-Kunstfigur.

„Ich mache Kühe mit Brust – keine Frauen mit Kuhköpfen.“ Die wohl Berühmteste unter ihnen ist „Olga“. Olga spielt Violine und ist das auffällige Maskottchen des lokalen Ensembles „Klassikanderswo“. Auch viele andere Werke fanden ihren Weg in die Öffentlichkeit. So stellte Arnold dem St. Josephs Haus in Herten sowie dem Seniorenzentrum Emilienpark in Grenzach-Wyhlen Kuhmodelle zur Verfügung, die er mit den Bewohnern zusammen farblich gestaltete.

Auf die Frage hin, was an dem doch recht simplen Material aus Papier, Wasser und Kleister so faszinierend sei, lächelte der Künstler: „Eben gerade das Simple daran. Ich bekomme das Material als Zeitungs-Abonnent ja quasi täglich nach Hause geliefert. Außerdem ist es enorm flexibel. Pappmaché kann ich auftragen und abschleifen so oft ich möchte, bis das Endergebnis passt.“ Diese Art von Arbeit erfordert Handeinsatz und genau das sei ihm wichtig.

Um seine Kreativität ausleben zu können, verbringt Arnold viel Zeit in seinem zur Werkstatt umgebauten Schopf. Hier kann er abschalten, Frank Zappa aufdrehen und den Dingen ihren ganz eigenen Lauf geben. Kühe sind dabei nicht seine einzige Passion. Auch kleine schrullige Damen mit Bollenhüten entwirft der Künstler. „Das sind Schutzengel“, erklärt er. „Aber nicht die Gattung der kleinen putzigen Flügelelfchen. Diese hier haben Berufserfahrung. Die wissen, was zu tun ist.“

Ideen für seine Werke entwickelt er aus Alltäglichem. „Man muss nur mit offenen Augen durchs Dorf oder über Flohmärkte gehen. Da sieht man viel, was einen inspiriert und antreibt.“ Arnolds Kunst ist bunt, teils schrill aber mit viel Herzblut gemacht. Umso mehr freut sich der Künstler, wenn seine Figuren den Betrachtern ein Schmunzeln entlocken.

Weitere Informationen rund um Künstler Heiko Arnold im Internet: www.schopf-art.de