„Es war ein sehr schönes Projekt, und wir sind glücklich und zufrieden über die Resonanz“, sagte Bürgermeisterin Diana Stöcker zum Abschluss der Doppelausstellung über Fritz und Arnold Schneider im Haus Salmegg, die mehr als 500 Besucher verzeichnete. Zur Finissage erschienen nochmals zahlreiche Interessierte, um einen Rundgang mit Ausstellungsgestalterin Elisabeth Veith zu unternehmen und persönliche Erinnerungen von zwei Zeitzeugen zu hören.

Familiengeschichte von Vater und Sohn bewegt

Auch Familienangehörige der beiden Künstler hatten sich eingefunden. Viele Besucher waren von den Werken, Lebenswegen und der Familiengeschichte von Vater und Sohn Schneider bewegt, weil es auch ein typisches Schicksal einer Familie in der Zeitenwende 1918/19 war. Um den letzten Ausstellungstag spannender zu gestalten, erzählten zwei Zeitzeugen von ihren persönlichen Bezügen zu den Künstlern.

Josef Hulin ist stolz auf sein Gemälde

So hatte Josef Hulin eine Rheinfelder Ansicht von Fritz Schneider aus dem Jahr 1948 mitgebracht und erklärte, wie er zu diesem Bild gekommen ist. Das 70 Jahre alte Gemälde hatte den Eltern eines früheren Arbeitskollegen gehört, die damals in der Siedlung gewohnt hatten. Nun befindet es sich im Besitz von Hulin, der in der Nähe des Hauses wohnt, wo früher Fritz Schneider sein Malergeschäft hatte. Hulin hat den Maler zwar nicht persönlich gekannt, aber der Malerladen sei ihm ein Begriff gewesen. Als er in den 1960er Jahren die Berufsschule besuchte, habe er dort einen Kollegen getroffen, der einst eine Malerlehre im Geschäft von Fritz Schneider gemacht hatte. Die naturalistisch gemalte Ortsansicht, die einen Blick auf Rheinfelden mit den markanten Kirchtürmen zeigt, gefällt Hulin außerordentlich gut. „Ich geb‘s nicht mehr her“, sagte er lächelnd.

Arnold Schneider war ein Freund der Fasnacht

Als zweiter Zeitzeuge erzählte Heinrich Honsel, Mitbegründer und Ehrenpräsident der Guggenmusik D‘Maximale, über seine lange und enge Zusammenarbeit mit Arnold Schneider. Anschaulich erinnerte sich Honsel daran, wie vor mehr als 50 Jahren bei fasnächtlichen Aktivitäten die Idee entstanden ist, inspiriert durch die Nähe von Basel, eine Guggenmusik in Rheinfelden zu gründen. Als es darum ging, ein fantasievolles Kostüm für die neue Clique zu finden, schlug einer der Cliquenmitglieder seinen früheren Gewerbeschullehrer Arnold Schneider vor. "Es war bekannt, dass Arnold Schneider viel für die Fasnacht übrig hatte“, hatte der Maler und Bildhauer doch die Latschari-Figur, Masken und Kostüme für das Ahnennest Nollingen entworfen.

Er gibt der Guggenmusik ihren Namen: D'Maximale

Also ließen sich die Guggenmusiker einen Termin bei dem Künstler geben. „Was gar nicht einfach war. Als Arnold Schneider seinen Kostümentwurf vorlegte, waren wir hellauf begeistert." Honsel erzählte auch, wie Schneider auf den einprägsamen Namen „Maximale“ gekommen ist. Der Künstler sei relativ oft in der Clique zu Gast gewesen, habe sogar beim Wagenbau geholfen. „Da hat er selbst den Pinsel angelegt und mit uns an den Wagen herumgebastelt“, erinnerte sich Honsel. Außerdem habe Schneider für den Maximale-Marsch, der als Erkennungsmelodie der Clique aus der Taufe gehoben wurde, 1969 den Text verfasst. „Er hat sehr viel für die Clique getan“, so Honsel.

Spuren im Kulturleben und Stadtbild von Rheinfelden

Dass Arnold Schneider im Kulturleben und Stadtbild von Rheinfelden wichtige Spuren hinterlassen hat, darauf wies Elisabeth Veith bei der Führung hin. Sie legte ein Augenmerk auf das, was von Arnold Schneider in der Stadt erhalten geblieben und noch in Erinnerung ist. Über das handwerkliche Geschäft hinaus seien Fritz Schneider und sein Sohn Arnold immer wieder in den Ort, in die Landschaft hinausgezogen und hätten Bilder aus der Umgebung gemalt.

In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs hat Arnold Schneider das Plakat für die erste Gewerbeschau 1951 gestaltet. In den 1950er Jahren habe er im Auftrag der Wohnbau Wandgemälde an fünf Neubauten angefertigt, die aber 2009/10 überdeckt wurden und nur noch in Kopien zu sehen sind. Veith verwies auch auf die von Schneider geschaffene Pieta aus Muschelkalk auf dem Grab der Eltern, auf ein Wandbild in der Friedhofskapelle in Nollingen, auf die Skulptur „Knabe mit Ball“ auf dem Schulhof des damaligen Gymnasiums, die Brunnenfigur „Frau mit Krug“ vor dem Bürgerheim oder den etwas verwitterten Märchenbrunnen im Hof der Goetheschule.

Unter den Gästen war auch Fotograf Erwin Wehinger, ein weitere Zeitzeuge, mit dem die Besucher Erinnerungen an die Künstlerfamilie austauschten.