Frau Behringer, wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Nachtsport?

Ich bin da im Prinzip selbst Neuling, wo ich vorher gearbeitet habe, gab es das nicht. Ich stehe aber im Erfahrungsaustausch mit Kollegen und kann von dem Erfahrungsschatz, der hier besteht, profitieren. Im Bereich Sport kenne ich mich auch gut aus, und wir haben ein kompetentes Team an Honorarkräften. Es ist wichtig, die einzubeziehen und auf ihre Erfahrungen zurückzugreifen.

Wie ist das Sportangebot strukturiert?

Der Nachtsport ist ein Projekt des Jugendreferats, und organisatorisch bin ich die Projektleiterin. Wir haben zehn Honorarkräfte, die im wechselnden Dienstplan den Nachtsport begleiten. Es gibt eine Abendleitung, die die Hauptverantwortung trägt, und mit mir den direkten Kontakt hält. Die Leitung wird durch Coaches unterstützt, die die Jugendlichen motivieren, sich sportlich zu betätigen. Und schließlich gibt es noch Junior-Coaches, das sind Jugendliche unter 18 Jahren, die herangezogen werden, um später in dieser Struktur aufsteigen zu können.

Wie viele Jugendliche nehmen das Angebot in Anspruch?

Beim Nachtsport Kids bis 14 Jahren in der Halle der Gewerbeschule kommen um die 30 Kinder. Das läuft seit Jahren sehr gut. Beim Nachtsport ab 14 Jahren in der Halle der Goetheschule kommen auch so zwischen 20 bis 30 Teilnehmer. Beides wird sehr rege genutzt. Wir hatten in der zweiten Jahreshälfte ein paar Krankheitsausfälle, aber die Jugendlichen haben sich zusammengetan und darauf bestanden, dass der Nachtsport wieder regelmäßig stattfindet. Das ist auch unser Ziel, da die Kontinuität für das Projekt sehr wichtig ist.

Wie ist die Infrastruktur der Hallen?

Von der Größe und der Ausstattung her sind die Hallen optimal. Wir haben aber auch eine Nachtsport-Materialkiste mit speziellen Bällen, Boxhandschuhen oder Springseilen. Auch die Kommunikation mit den Schulen läuft sehr gut, da besteht ein guter Austausch. Und wir sind dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit haben, regelmäßig die Hallen nutzen zu dürfen.

Das Angebot ist auch ein Präventionsprojekt. Was ist die Zielsetzung dabei?

Der Nachtsport ist ein Präventionsprojekt zur Gesundheitsförderung, um Jugendliche zu animieren, Sport zu machen. Es dient aber auch der Alkohol- und Drogenprävention, indem den Jugendlichen eine sinnvolle Abendmöglichkeit angeboten wird, eine Alternative zum Feiern. Ein Ziel des Nachtsports ist, dass wir aus den Jugendlichen einen Pool an engagierten Honorarkräften nachziehen, deswegen auch die Struktur, in der man lernt, Verantwortung zu übernehmen. Der Nachtsport kann nur funktionieren, wenn die jungen Leute mitmachen. Alleine können wir das nicht stemmen.

Gibt es Stellen an denen man nachbessern muss?

Momentan wünschen sich die Jugendlichen, dass die Halle der Eichendorffschule wieder für den Fußball geöffnet wird. Das konnten wir aber noch nicht leisten, weil wir zum Großteil ein neues Team haben, das erst noch Routine entwickeln muss. Eine weitere Halle bedeutet, dass wir mehr Personal brauchen, dafür suchen wir noch mehr sportbegeisterte Jugendliche.

Gibt es auch neue Ideen?

Wir wollen unsere Honorarkräfte schulen, indem wir vor Ort einen Kompaktkurs der Jugendleiter-Card durchführen, wo sie auch pädagogische und rechtliche Grundelemente vermittelt bekommen, etwa wie man so einen Abend aufbaut, Rituale oder deeskalierendes Wirken. Wir bieten jährlich einen Erste-Hilfe-Kurs an und wollen auch eine Weiterbildung zur Konfliktlösung mit ihnen machen. Eine neue Idee ist auch, dass wir die Teamentwicklung verstärken und ein neues Logo entwerfen. Das Team soll T-Shirts bekommen, um die Identifikation mit dem Nachtsport zu steigern. Zeitnah wollen wir die Eichendorffhalle auch wieder für den Nachtsport öffnen.

Fragen: Horatio Gollin

Termine: Nachtsport-Kids bis 14 Jahren findet immer freitags (außer in den Schulferien), 20 bis 22 Uhr, in der Halle der Gewerbeschule statt. Die Nachtsportaktion ab 14 Jahren findet jeden Freitag, 21 bis 24 Uhr, in der Halle der Goetheschule statt.