Für die Premiere am Montag haben sie sich zusammen mit ihren Lehrern deshalb ins Zeug gelegt. Als Susanne Eisenmann eintraf, ging sie mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, OB Klaus Eberhardt und Schulamtsleiter Helmut Rüdlin durch ein vielstimmiges Spalier. Mit dem selbstkomponierten Rap-Song „Wir sind die Goetheschule“, landete die größte Grundschule im Landkreis einen gelungenen Überraschungscoup.

Erstmals in ihrer Besuchsreihe „Klassentreffen – unterwegs in Sachen Bildung“ ist die CDU-Politikerin in den südwestlichen Schulamtsbezirk gekommen. Mit der Goetheschule erlebte sie eine besondere Bildungseinrichtung. Sie nahm dabei Kostproben aus dem Unterricht mit, die zeigen, wie die Herausforderung, eine große Zahl von Schülern mit ausländischen Wurzeln sprachlich zu integrieren und zu unterrichten, gelingt. 208 von 460 Schülern in den 21 Klassen bringen einen Migrationshintergrund mit. Das bedeutet für die 30 Lehrer, besondere pädagogische Lösungen für Problemstellungen zu finden. Wie dies geschieht, war eindrücklich zu sehen, etwa in einer Vorbereitungsklasse von Erst- und Zweitklässlern. Da saßen die Jungs und Mädchen mit Flüchtlingsschicksal mit ihrer Lehrerin auf dem Fußboden, um die Bestandteile einer Pflanze auf Deutsch durch Begreifen zu lernen. Sogar das schwierige Wort „Wurzel“ haben die Kinder aber schnell verinnerlicht, denn ihre Lehrerin arbeitete mit bildhaften Elementen.

Wie mit Figuren und Wortbildern in eine Integrationsklasse mit 21 Schülern gearbeitet wird, beeindruckte die Ministerin ebenso wie das Aha-Erlebnis, dass in einer ersten Klasse der Schulhund Paula zum täglichen Unterrichtsprogramm gehört. Die Kinder machten interessiert mit und zeigten keine Berührungsängste mit den Bildungsbesuchern. Immer wieder war von Susanne Eisenmann als Kommentar „das ist ja super“ zu hören.

Dass hinter den Kulissen im Schulalltag dennoch nicht immer alles so rund abläuft, kam beim Besuch der Ministerin mit Schulamtsleitung und Regierungspräsidium als Oberschulamt aber auch zur Sprache. Thema Nummer ein, das auch durch die Schulleitung Carmen Kromer, OB Klaus Eberhardt und Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler vorgebracht wurde, bildete die Lehrerversorgung. Angesichts der vielfältigen Förderleistungen für einen Unterricht, der den Grundschülern auf unterschiedlichem Lernniveau durch Sprachförderung und in der Inklusion gerecht wird, wirke sich Mangel als gravierend aus, erklärt auch Hanspeter Schuler als für das Schulwesen Zuständiger bei der Stadtverwaltung. In der Grenzecke zur Schweiz verschärfe Lehrermangel sogar das Kernproblem.

Die Kultusministerin bestätigte nach dem Schulrundgang in einem Statement, dass die Lehrerversorgung schwierig sei für die 2500 Grundschulen in Baden-Württemberg und deshalb an einem Lehrergewinnungskonzept gearbeitet werde. Das Problem sei erkannt und auch nachvollziehbar, dass die Situation „für die Eltern unbefriedigend“ sei. Den Besuch nutzten abschließend auch 50 Schülervertreter aus dem gesamten Landkreis, um ihre Schulerfahrungen direkt mitzuteilen.

Die Goetheschule wird Susanne Eisenmann sicher in Erinnerung bleiben. Sie lobte den Unterricht und sprach von „einer schönen Schule“ beim Ortstermin. Die große Ruhe, die sie zu Unterrichtzeiten erlebte, wertete sie ebenso positiv wie die „wohltuende Atmosphäre“. Zum Abschluss des Rheinfelder Besuchs trug sich die Ministerin ins Goldene Buch der Stadt ein.