Rheinfelden Jugendhaus ist bei den Jugendlichen der große Renner

Die Besucherzahlen im Tutti-Kiesi sind sehr erfreulich. Großes Lob gab es im Sozialausschuss für die Arbeit des Jugendreferat.

Die Arbeit des Jugendreferats stellt sich als engagiert, vielseitig und vernetzt in Projekten und in der offenen Arbeit im Jugendhaus im Tutti-Kiesi dar. Einen leistungsstarken Eindruck vermittelten Leiter Andreas Kramer und die Verantwortliche im Tutti-Kiesi, Anna Hinnah, in ihrer Bilanz nach der Neustrukturierung vor über einem Jahr. An Zuspruch der Jugend im Tutti-Kiesi fehlt es nicht. Die Mitarbeiter aber stoßen dort an Leistungsgrenzen, da ein halbes Jahr eine 100-Prozent-Stelle nicht besetzt ist. Dennoch setzen Kramer und Hinnah alles daran, den Treff bis April an vier Tagen pro Woche am Laufen zu halten.

Das Jugendhaus

Im März 2018 wird die Einrichtung fünf Jahre alt. Anna Hinnah schilderte dem Sozialausschuss Betrieb und sozialpädagogischen Anspruch der Mitarbeiter anhand eindrucksvoller Zahlen. Seit Januar 2016 wurden an 296 Öffnungstagen 9386 Jugendliche gezählt nach den Besucherlisten. Der Mädchenanteil von 2128 Jugendlichen macht zwar nur ein Viertel aus, liege aber laut Hinnah deutlich über dem anderer Einrichtungen. Der Jugendtreff erweise sich als verlässliches Angebot, das jeder besuchen kann. „Es ist nur Positives zu berichten“, freute sich Hinnah in der Sitzung.

Sie machte deutlich, dass für sie und die anderen Mitwirkenden die Aufgabe darin bestehe, die Jugendlichen professionell anzuleiten, „um in der Gesellschaft zu bestehen“. Offenheit und Vertrauen bilden eine wesentliche Grundlage, damit das Zentrum als Anlaufstelle funktioniert, und sich Zwölf- bis 21-Jährige auf freiwilliger Basis entfalten können. Es wird aber auch aktive Teilnahme gefordert, damit Jugendliche lernen, mitzugestalten und Verantwortung zu leben. Dabei spielt Beziehungsarbeit eine zentrale Rolle. „Erfolge sieht man relativ spät“, betonte Hinnah, die Zeit, Geduld, aber auch klare Ansage als Erfolgsfaktoren ausmacht.

Bürgermeisterin Diana Stöcker und der Sozialausschuss konnten Hinnahs Einschätzung nur bestätigen: „Das Jugendhaus war eine lohnende Investition.“ Allerdings herrscht dort keineswegs nur Party. Es werden auch Partnerschaftskrisen, Sucht- oder Probleme mit der Polizei besprochen. Außerdem gaben sich im vergangenen Jahr 507 Mal Nutzergruppen, darunter auch viele Schulklassen die Klinke in die Hand. Die Besucherzahlen sind laut Hinnah im Vergleich mit anderen Häusern „Spitze“ im Schnitt 31,7 am Tag, am Wochenende oft bis zu 100. Weil das Haus voll ist, zeichnen sich schon erste Probleme ab, alle Veranstaltungen unter einem Dach zu koordinieren.

Das Jugendreferat

Diana Stöcker konnte sich auch nach dem Bericht von Andres Kramer nur wiederholen: „Es ist eine tolle Arbeit, die geleistet wird.“ Dass Jugendliche in ihrer Lebenswelt abgeholt werden, lobte auch Regina Wessely (SPD) ausdrücklich. Das Feld der kommunalen Fachstelle für Kinder- und Jugendarbeit ist weit. Es umfasst Stadtteilarbeit Oberrheinfelden, Präventionsprojekte, Veranstaltungen und Maßnahmen zur Demokratiebildung und Jugendbeteiligung. Auch der Nachtsport gehört dazu sowie die Organisation von Jugendcamps im Rahmen der Städtepartnerschaft. 350 Stellenprozente stehen insgesamt zur Verfügung, 80 Prozent entfallen auf offene Jugendarbeit. „Wenn wir mehr Ressourcen hätten, könnten wir mehr machen“, so Kramer. Er hat die Vision: 200 Nutzer pro Tag zu erreichen. „Wir sind da gut unterwegs“, befand er. In der abschließenden Diskussion konnte sich das Jugendreferat der Anerkennung für den großen Einsatz von allen Seiten im Ausschuss sicher sein.

Infos zur Jugendarbeit

  • Jugendhaus Tutti-Kiesi, offener Treff: Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch von 17 bis 21 Uhr, Freitag, Samstag von 19 bis 24 Uhr.
  • Jugendhaus Morgenrot, Herten: Dienstag von 16 bis 19 Uhr, Donnerstag von 16 bis 20 Uhr.
  • Jugendtreff 4Us in Karsau: Montag von 16 bis 19 Uhr, Freitag von 16 bis 20 Uhr.
  • Sprechstunde mobile Jugendarbeit in der Hebelstraße: Montag von 16 bis 17.30 Uhr.

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