Bei der deutschen U23-Meisterschaft im Rudern hatte sich Joscha Holl im Vierer schon zum Titel gerudert und auch bei der U23-Europameisterschaft holte die Mannschaft den Titel. Für 2020 hofft der Ruderer vom Ruderclub Rheinfelden auf eine Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

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Nachdem Ruderer Joscha Holl dieses Jahr mit dem Doppelvierer schon den Titel als Deutscher Meister in der U23-Meisterschaft geholt hatte, gelang dem Rheinfelder mit dem Doppelvierer Anfang September auch bei der U23-Euroapameisterschaft im griechischen Ioannina die Zieleinfahrt als Europameister. „Dramatisch dabei war, dass unser Viererpartner sich zwei Tage vorher erkältet hatte“, erzählt Holl.

Dünner Vorsprung vor Italien

„Wir wussten nicht, ob er fit wird für das Finale.“ Als Team hatten sie auch schon Erfahrung beim Elite-Weltcup in Rotterdam machen können. „Das ist ungewöhnlich weil eigentlich dürfen U23 nicht an den Elite Weltcup, aber die Bundestrainerin hat ihr Okay dafür gegeben.“ In Griechenland vertrauten sie auf ihr Können, und der Vierer siegte mit wenigen Zentimetern Vorsprung vor den zweitplatzierten Italienern. Die 2000 Meter legten die Ruderer in sechs Minuten und drei Sekunden zurück.

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Der 20-jährige Holl ist in Rheinfelden geboren. In der Stadt wurde sein Vierer schon zur Mannschaft des Jahres 2017 gewählt, als sie den Deutschen Meister bei der U19-Mannschaft holten. Holl studiert Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bau in Konstanz, kommt aber regelmäßig nach Rheinfelden, um die Eltern in Warmbach zu besuchen und im Ruderclub Rheinfelden zu trainieren. Für das Training unter der Woche hat er sich in Konstanz beim Ruderclub angemeldet. In seiner Freizeit unternimmt er gerne was mit Freunden. „Viel Zeit neben Studium und Rudern bleibt aber nicht mehr“, meint Holl, da er während der Saison jedes zweite Wochenende auf einer Regatta ist. Am ersten Oktoberwochenende ging es auch gleich wieder ins Trainingslager am Lago di Varese des RC Rheinfelden als Einstieg in die neue Saison.

Vom Mountainbiker zum Ruderer

Zum Ruderclub Rheinfelden ist Holl erst vor sechs Jahren gekommen. „Ich war früher Mountainbiker und bin über meinen Vater beim RC reingerutscht, der ist da Trainer“, erklärt Holl. Die Verletzungsgefahr beim Mountainbike war ihm zu groß geworden, das Training war nicht so intensiv und entsprechend hatte er auch nicht so viele Erfolge. Am Rudern genießt er es, auf dem Fluss in der Natur zu sein und auch die Zusammenarbeit im Team gefällt ihm.

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In der Saison trainiert Holl zweimal täglich etwa ein bis zweieinhalb Stunden. Das Training ist sehr abwechslungsreich, da es oft in den Kraftraum geht und in der Off-Saison Rennrad gefahren oder Ski-Langlauf gemacht wird. „Wenn wir normales Rudertraining haben, dann legen wir so 18 bis 22 Kilometer zurück“, erzählt Holl. Vor den Wettkämpfen sitzen die Ruderer dann aber doch vermehrt im Boot.

Traum vom Adler auf der Brust

Nächstes Jahr hofft Holl, dass sich der Vierer für die Weltmeisterschaft qualifiziert und dann wie 2017 wieder sein Cousin Ole Schneider dabei ist, der sich dieses Jahr nicht qualifizieren konnte. Die großen Erfolge aus dem Jahr 2019 bedeuten dann keinen Bonus für Holl oder die anderen Ruderer. Alle Testrennen müssen wieder gefahren werden. „Es war immer der Traum vom Adler auf der Brust. Es ist schon der Reiz, für Deutschland starten zu können“, erklärt Holl seinen Ansporn. „Der Hauptantrieb ist, dass wir das jetzt geschafft haben und als kleiner Verein aus Rheinfelden das immer wieder schaffen.“ Deshalb gilt seiner großer Dank auch seinen beiden Trainern beim Ruderclub, Gerhard Holl und Jörg Süssle. „Ohne die zwei Trainer wäre der Erfolg so nicht möglich.“