Rheinfelden Jede Menge Slapstick und ein Hauch Romantik

Die Narrenzunft Rheinfelden zündet an beiden Zunftabenden jeweils ein mehr als vierstündiges Gagfeuerwerk. Zum Valentinstag gibt es sogar Rosen für jede Dame.

Von ihrer charmanten Seite zeigten sich die Rheinfelder Narren zum Auftakt des Zunftabend-Wochenendes am Freitagabend. Passend zum Valentinstag begrüßten die Mitglieder der Zunftleitung jeden weiblichen Gast mit einer Rose und manche sogar mit einem Küsschen. Mit mehr als vier Stunden Programm hatten sich die Akteure dieses Jahr einiges vorgenommen.





Dennoch blieb für Oberzunftmeister Michael Birlin genügend Zeit, zahlreiche närrische Freunde zu begrüßen, darunter die Landschaftsvertreter René Leuenberger aus Laufenburg/Schweiz und Olaf Michel aus Waldshut, die Karsauer Moschtbirekönigin Angelika I. und die Minseler Froschen-Königin Anja I. jeweils mit ihrem Gefolge sowie politische Prominenz: Am Samstag enterte der schwarze Pirat Felix Schreiner mit Gattin Ann-Katrin den Zunftabend, während Armin Schuster als Pilot mit Ehefrau Kathrin als Flugbegleiterin am Sonntag zur Zwischenlandung im Bürgersaal ansetzte.

„Eigentlich wollte ich mir ja einen gemütlichen Abend im Publikum machen“, nörgelte Ehrenoberzunftmeister Wilfried Markus, als ihn Sabine Schütz-Baumgartner in ihrer Paraderolle als Frau Wäber mit einer kleinen List auf die Bühne holte. „Wer soll sonst durchs Programm führen?“ Mit diesem Argument ließ Markus sich gerne breit schlagen und hatte für Frau Wäber sogar noch ein Kompliment auf den Lippen: „Die Marilyn Monroe von Minseln“, nannte er sie.

Weil der Familienrat an seinem letztjährigen Auftritt nicht mit Kritik gespart hatte, stieg Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erneut in die Bütt und verkündete, als Gärtner verkleidet, seine Visionen für die Stadt: eine Skyline aus Hochhäusern für Nollingen, ein Kunstrasenstadion, einen Kulturtempel für Claudius Beck, einen Social Tower für Cornelia Rösner und zum Schluss einen Steg à la Golden Gate Bridge über den Rhein. Finanzieren will er das Ganze mit einer Brückennutzervignettenpflicht.



Das Stichwort Steg nahm Wilfried Markus geschickt für einen kleinen Seitenhieb auf die Schweizer Nachbarn auf, die mit ihrem Abstimmungsergebnis zur Masseneinwanderung am Sonntag zuvor einen idealen Nährboden für Spötteleien bereitet hatten: „Wir bauen den Steg, aber nur bis zur Mitte und dann wird geschwommen“, erklärte Markus und demonstrierte an die Schweizer Stadträtin Béa Bieber gerichtet, wie man mit einer Hand schwimmt: „Damit euch Schweizern die grünen Zettel nicht nass werden.“

Eine gelungene Premiere auf der Narrenbühne feierte das Raspelduo. Bei einem Gläschen Weinbrand jammerte Erika (Erika Spettl) ihrer Freundin Martha (Martina Rauscher) unter anderem von ihren Figurproblemen vor: „Ich weiß jetzt, wo ich mein Hüftgold herhabe – auf meinem Duschgel steht: für extra viel Volumen und Fülle.“ Martha hatte sofort einen Rat parat: „Nimm doch Geschirrspülmittel – das entfernt auch das hartnäckigste Fett.“

Nach einem flotten Tanz der Zunftgarde Karsau schlidderte ein alter Bekannter auf die Zunftbühne: Helmut Augsten hatte sich diesmal statt in eine elegante Abendrobe in eine rustikale Skimontur gehüllt. Für seine Erlebnisse als unerfahrene Skifahrerin, die am Schluss ihrer Schilderungen vom Lawinenhund geknutscht wird, gab es donnernden Applaus. Unter der Gürtellinie wie eh und je bewegte sich Bruno „Bruzi“ Zimmermann, dessen Maximale mit ihrem Männerstrip für einen Hauch Erotik sorgten.

Das Stadtgeschehen kommentierte das Zunftchörli wie jedes Jahr in musikalischen Versen: „Was für Berlin der Flughafen und Hamburg die Elbphilharmonie, ist für uns der Campus“, stellte Michael Birlin fest. Ihre Vielseitigkeit stellten die Latschari unter Beweis: Ob beim Posaunenspiel mit den Füßen und in der Luft hängend, beim Musizieren auf Flaschen oder beim Turnen am Pferd – für alle Darbietungen gab es reichlich Applaus.

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