Rheinfelden Integrationsbeauftragte begleiten 230 Flüchtlinge im Alltag

Die Stadtverwaltung schafft eine Stabsstelle für Integrationsbeauftragte. Für das Team wird ein zweites Büro in der Werderstraße geschaffen.

Es gibt sie noch, die Mahnwache des Freundeskreises Asyl. Einmal pro Monat versammeln sich Menschen, die sich für die Schicksale Geflüchteter interessieren am Brunnen vor dem Rathaus. Zum Auftakt 2018 begrüßte Herwig Popken eine große Runde und lud zum Gespräch in Räume der Christuskirche ein. Dort stellten sich zwei Integrationsmanager vor.

Im warmen Saal werden Projekte des Freundeskreises Asyl besprochen, einzelne Fälle diskutiert und überlegt, welches Geld wofür ausgegeben werden kann. Hier berichteten Visitación Aceituno Castellanos und Armin Zimmermann von dem neu geschaffenen Team Integrationsmanagement der Stadt. Bürgermeisterin Diana Stöcker erläuterte die Stabsstelle Integration in einem Pressegespräch.

„Das Thema Integration hat eine so hohe Bedeutung für die Stadt, dass dieses Team direkt an der Verwaltungsspitze angesiedelt wurde“, erläuterte Stöcker. Leiterin der Stabsstelle ist die Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte Jacqueline Zeng, die ihre Arbeit im November 2016 aufgenommen hat.

Im Fokus stehen Flüchtlinge, die zwischen Januar 2015 und dem 28. Februar 2016 nach Deutschland gekommen sind. Sie sind jetzt in der Anschlussunterbringung und oft in Unkenntnis über Krankenversicherung, Rentenversicherung und Mitwirkungspflicht – sie können die Post nicht lesen, und nehmen sie nicht ernst. Verbraucherthemen wie Mülltrennung, Energiesparen, richtiges Lüften oder Heizen aber wollen gelernt sein. Die Stabsstelle wurde deshalb als „aufsuchende Sozialberatung“ angelegt, die Integrationsmanager gehen in die Familien.

Wolfgang Stöcklein, pensionierter Polizeibeamter, wurde schon 2017 in Teilzeit eingestellt und betreut eine Männerwohngemeinschaft mit sieben Personen aus vier Nationen. Fragen gehen über What’s App, berichtete er aus der Praxis. „Man muss flexibel sein, manchmal melden sie sich zu seltsamen Zeiten. Meine Männer sind fleißig, einer erlernt ein Handwerk. Durch Betreuung mit vielen Gesprächen zur schnellen Konfliktlösung hatten wir noch nie größeren Ärger“ erzählt Wolfgang Stöcklein stolz.

Nachdem das Land entsprechend der Flüchtlingszahl, die zunächst bleiben dürfen, auf zwei Jahre Gelder zur Verfügung gestellt hat, entschied sich die Stadt das Thema Integration selbst in die Hand zu nehmen. In anderen Orten wird dies an Caritas oder die Diakonie weiter gegeben. „Es sind in Rheinfelden rund 200 Personen, die begleitet werden müssen und in Schwörstadt 30. Wir haben einen gemeinsamen Antrag auf zwei volle Stellen mit einem entsprechenden Konzept für beide Kommunen gestellt“, berichtete Stöcker. Am 8. Januar nahm das nun vollständige Team im Sozialen Kompetenzzentrum (Treffpunkt Gambrinus) seine Arbeit auf – und am ersten Tag standen bereits vier Hilfesuchende vor der Türe.

Neu im Team ist die gebürtige Spanierin Visitación Aceituno Castellanos, sie spricht fließend vier Sprachen und ist seit 30 Jahren Sozialarbeiterin. Armin Zimmermann, Theologe und Agrarwissenschaftler, war lange Jahre in Afrika in Flüchtlingslagern tätig, er ist auch Islam-Experte und jetzt Integrationsmanager. Diana Stöcker zeigte sich begeistert von der Vielseitigkeit des Teams mit seinen unterschiedlichen Kompetenzen. Zwischen den Integrationsmanagern und den Menschen, die sie betreuen, wird es eine schriftliche Vereinbarung geben, die von beiden Seiten unterschrieben wird. Diese soll zu individuellen Vereinbarungen führen in den Bereichen, in denen Unterstützungsbedarf besteht. Das Ziel ist die vollständige Selbstständigkeit der Familien und somit Entlastung der Sozialkassen.

Auf das Team kommt jetzt viel Arbeit zu: Im März wird das neue Wohnhaus in der Werderstraße bezogen. Dann soll es dort ein zweites Büro geben, auch die Zusammenarbeit mit der Gemeimschaftsunterkunft Schwörstadt muss noch entwickelt werden. Einen Lichtblick gibt es allerdings: Die Flüchtlinge, die einmal ein Teil der Gesellschaft sein werden, bringen sich gerne mit Dolmetschen und anderen Hilfen ein.

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