Mit einem „herzlichen Willkommen“ begrüßte Bürgermeisterin Diana Stöcker vor der roten Freiraumkiste die Besucher. Sie erinnerte an die Entstehung des Projekts und den Wunsch, die Flüchtlingsfamilien aus den Anschlussunterkünften in den Gemeinschaftsgarten zu integrieren. Zum einen habe die Stadt zu einem Workshop zum Thema „Unterstützung von Geflüchteten, die dauerhaft in Rheinfelden leben“ eingeladen, mit dem Ergebnis, das die Geflüchteten „den Kontakt zur beheimateten Bevölkerung vermissen und es ihnen schwerfallen würde, diese Kontakte zu knüpfen“.

Neben den Sprachbarrieren spielen fehlende Begegnungsmöglichkeiten eine Rolle. Aus diesem Grund habe man an bestehende lokale Strukturen und Initiativen anknüpfen wollen, dazu gehört das Stadtgärtle, das sich erfolgreich etabliert habe. Gärtnermeister Joachim Schlageter, der das Stadtgärtle seit fast vier Jahren betreut, und seine Aktiven begrüßten das Vorhaben, zumal der Gemeinschaftsgarten weitere Mitglieder gebrauchen könne, „und so entsteht eine Win-Win-Situation“.

  • Die Unterstützer: Der Dank der Bürgermeisterin galt allen, die am Gelingen des Projekts beteiligt waren: Marita Markoni, die eigentliche Ideengeberin, die das Ganze auch aktiv begleitet und mitkoordiniert; sechs aktive Stadtgärtner, die dem Ganzen von Anfang an mit „sehr viel Offenheit begegnet sind“; das Lokale Bündnis für Familien, welches eine generelle Förderung für die Zutaten von fünf weiteren Hochbeeten mögliche mache, dem Landratsamt Lörrach für die finanzielle Unterstützung und Jacqueline Zeng, die Integrationsbeauftragte der Stadt, bei der die Fäden für das Projekt zusammenlaufen. Außerdem wird das Stadtgärtle insbesondere durch Materialspenden aus der Bevölkerung unterstützt.
  • Die Besucher: Gärtnermeister Schlageter zeigte sich „überwältigt“ von den vielen Besuchern. Es kamen einheimische Interessierte, aber vor allem auch eine überraschend große Zahl Geflüchtete aus den Gemeinschaftsunterkünften, einzeln oder als Familien, per Fahrrad oder zu Fuß, die gezielt eingeladen worden waren.
  • Das Angebot: Im Mittelpunkt stand das Kennenlernen. Zunächst führte Schlageter die Gäste über die Anlage und erläuterte, was schon entstanden ist. Außerdem konnten die Besucher unter den schattenspendenden Zelten nicht nur Getränke und gespendeten Kuchen genießen, sondern auch leckere Spezialitäten wie Brotaufstriche und Frankfurter Grüne Sauce mit Kartoffeln. Rund 20 Liter davon hat Jaqueline Zeng zubereitet und das passte gut zu dem internationalen Charakter des Festes, weil die Soße ursprünglich aus dem Orient kommt und von den Römern eingeführt worden sei, erklärte Zeng.
  • Die Planung: Nach der Auftaktveranstaltung sollen an zehn weiteren Terminen gemeinsam mit den Geflüchteten fünf neue Hochbeete gebaut werden, zwei weitere sind in Planung. Die Leute sollen die Pflege selbst in die Hand nehmen und so auch längerfristig in die „Stadtgärtle-Truppe“ integriert werden. Vorgesehen ist, dass jedes Beet von zwei Haushalten oder zwei Einzelpersonen bestellt wird. Diese Beete, so wünscht sich Jacqueline Zeng, sollen „mit Erde und Leben gefüllt werden“, um dann geduldig darauf zu warten, dass geerntet werden kann. Weitere Aktionen sind angedacht, sagte Schlageter, „und auch das Feiern soll nicht zu kurz kommen“. In diesem Sinne wünschte Bürgermeisterin Stöcker dem Stadtgärtle international „den richtigen Samen und viel Freude beim gemeinsamen Gärtnern“.
  • Die Erwartungen: Für Schlageter sind diese erfüllt: „Auf jeden Fall.“ 17 Familien, die meisten aus Syrien, haben sich angemeldet. Weitere Heimatländer sind Afghanistan, Iran, Irak. Die Gespräche mit den Geflüchteten waren interessant und aufschlussreich. Eine große Herausforderung werde es sein, möglichst viele Leute terminlich unter einen Hut zu bringen, „daran arbeiten wir und sind zuversichtlich die beste Lösung zu finden. Wir freuen uns auf die die künftige Zusammenarbeit und dass so viele Leute bereit sind, gemeinsam neue Natur zu schaffen“.