Wie die Menschen mit der Erde umgehen, wie die Natur mehr und mehr zerstört wird, beschäftigt den Künstler Gerd Jansen aus Grenzach-Wyhlen intensiv. Seit zwei Jahren verarbeitet er diese Thematik in Zeichnungen, Collagen und Modellen. Eine Auswahl aus diesen drei Werkgruppen ist in der Ausstellung „Bilderbuch einer neuen Erde“ in der VHS zu sehen.

Es ist das erste Mal, dass Jansen diese neuen Arbeiten außerhalb seines Grenzacher Ateliers öffentlich zeigt. Bei der Vernissage erläuterte der Bildhauer, Zeichner und Grafiker seine Visionen eines Planeten, der durch Menschenhand bedroht und ausgebeutet wird und wie eine Renaturierung aussehen könnte. Die Ausstellung umfasst 34 Bilder und elf Objekte und ist in drei Bereiche unterteilt.

Zum einen sieht man Collagen, die Jansen „Mineralien“ nennt, weil er darin Formen und Strukturen von Mineralen und Gesteinen aufgreift. Die Collagen setzt er aus Kartonstücken, weißem Papier, Papierresten, Verpackungsmaterial und Packpapier zusammen, wobei er teils die natürliche Materialfarbe original belässt, teils Flächen schwarz oder grau malerisch bearbeitet.

Schwarz, weiß, grau und braun-beige sind die vorherrschenden Farbtöne. Mehr farbige Akzente erscheinen in einigen Bildern, in denen Jansen Collagen und Zeichnungen übereinanderlegt, und schließlich am Computer digital bearbeitet und durch Farbfilter farblich verändert. „Rätsel“ nennt er diese geheimnisvoll und transparent wirkenden Arbeiten, die Tiefe und etwas Schwebendes ausstrahlen.

Die Zeichnungen tragen den Titel „Seismogramme“, denn sie stellen laut Jansen „den seelischen Aspekt und den Zustand der Erde“ dar und zeichnen wie ein Messgerät die „Erschütterungen der Erde“ auf. Ausgehend von einem Zentrum, entstehen mit Graphitstift und Tusche durch die Bewegung von Schablonen Kreisformen. Aus den Kreisbewegungen heraus bilden sich immer neue Variationen, bewegte Linien. Die so genannten Modelle sind in den Vitrinen aufgebaut.

Die Objekte aus Draht und Elementen aus Karton, Papier und Pappe gehen ins Räumliche. Für Jansen sind es „Pflanzen“, denn die filigranen, teils spielerisch luftig anmutenden Gebilde erinnern an Pflanzliches. Auffallend sind zwei große Wandobjekte aus Draht und Kartonformen, die sehr schön in die Raumarchitektur des VHS-Hauses passen.

Nach Jahren der Computerkunst wollte Jansen wieder mehr manuell arbeiten. So gesehen sei es „ein ganz anderer Gerd Jansen“, dem man in dieser Schau begegne. Der Gedanke, dass es um die Erde nicht gut steht, berührt ihn stark und hat ihn zu diesen Werkreihen bewogen, in denen es auch um eine mögliche Renaturierung der Erde geht.

Thematisch passend spielte die Pianistin Christine Jansen, am Klavier den Earth Song von Michael Jackson, der sich um die Zerstörung, aber auch die Neubelebung der Erde dreht – dies stellt Jansenmit dar und gibt dem Betrachter damit auch Denkanstöße.

Die Ausstellung „Bilderbuch einer neuen Erde“ ist noch bis Freitag, 29. November, in den Räumen der VHS Rheinfelden zu sehen.